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EPLF-Marktstudie 2011 in Deutschland, Frankreich und Polen

Laminat bei -Endverbrauchern beliebter als bei Architekten

Welche Bodenbeläge kaufen Deutsche, Franzosen und Polen? Warum tun sie das? Und wo? Diese Fragen beantwortet der Branchenverband der europäischen Laminatbodenhersteller in einer aktuellen Studie. Sie belegt die große Beliebtheit beim Endverbraucher, den Nachholbedarf bei Architekten und die regionalen Unterschiede auf den drei wichtigen Märkten.

Wer sich für einen neuen Bodenbelag entschließt, fällt diese Entscheidung in der Regel nicht aus dem Bauch heraus, sondern macht sich relativ lange Gedanken darüber, welcher denn nun der richtige sein könnte. Schließlich ist die Anschaffung nicht billig und der neue Boden soll im Normalfall viele Jahre halten. Welche Kriterien bei der Auswahl des Belages eine Rolle spielen, wer die Kaufentscheidung trifft, wo der Boden schließlich gekauft wird - all das hat der Verband der europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) im Rahmen einer Studie in Erfahrung gebracht.

Entscheidung braucht Zeit

Ausgewählt wurden die wichtigen europäischen Märkte Deutschland, Frankreich und Polen. Befragt hat der EPLF Endverbraucher, die innerhalb des vergangenen Jahres einen neuen Fußboden gekauft haben oder dies in den nächsten Monaten tun wollen; außerdem Architekten mit Erfahrungen im Objektgeschäft - Büro, Hotel und Gastronomie, Ladenbau - und im privaten Wohnungsbau.

Vier bis fünf Monate dauert es nach Erkenntnissen der Studie, bis sich Privatkunden für einen Bodenbelag entschieden haben. In dieser Zeit schaut man sich vor allem bei Freunden und Bekannten um und spricht mit ihnen über deren Erfahrungen. Gespräche mit Verkäufern und Handwerkern und der Besuch von Produktausstellungen im Handel kommen bei der Entscheidungsfindung erst an zweiter Stelle. Und das Internet spielt als Informationsquelle selbst bei den unter 45-Jährigen nur die dritte Geige.

Endverbraucher wünschen sich von einem Bodenbelag eine ansprechende Optik, leichte Pflege, lange Haltbarkeit und ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis - alles Eigenschaften, mit denen Laminatbeläge punkten können. Vor allem anhand dieser Kriterien wird die Entscheidung für ein Produkt bei Paaren in der Regel gemeinsam getroffen - aber nicht beim Laminatboden: In Deutschland und Frankreich sind es überwiegend die Frauen, in Polen die Männer.

In allen drei Ländern kaufen die Kunden den Laminatboden dann zumeist im DIY-Handel, in Deutschland auch mit ähnlich großem Anteil im Fachhandel. In Polen stehen den Verbrauchern darüber hinaus so genannte Märkte für Wohnungs- und Hausausstattung zur Verfügung, die beim Fußbodenkauf stark frequentiert werden.

Während deutsche und französische Privatkunden für qualitativ hochwertige Laminatböden zwischen 12 und 20 EUR/m2 auszugeben bereit sind, liegt dieser Wert in Polen nur bei 10 bis 15 EUR/m2. Niedrigere Einkommen und ein ebensolches Informationsniveau über das Produkt dürften die Gründe für diesen Unterschied sein. Einig ist man sich aber über Einkommensklassen und Ländergrenzen hinweg in der Gleichsetzung von Preisen unterhalb von 5 EUR/m2 mit minderwertiger Qualität.

Ein akzeptables Preis-Leistungs-Verhältnis ist natürlich auch für die Entscheidungsfindung von Architekten wichtig. Außerdem setzen sie auf individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, Hygiene, Herstellergarantien, großflächige Verlegbarkeit und die Eignung für Fußbodenheizungen. Orientierung verschaffen sich deutsche und französische Architekten vor allem mit Originalmustern und Mustermappen; in Polen haben Referenzobjekte eine größere Bedeutung. Hinzu kommen in allen drei Ländern Gespräche mit Kollegen, Planern und Raumausstattern.

Die Akzeptanz von Laminatböden ist bei den Architekten in Deutschland noch ausbaufähig, während ihre französischen und polnischen Kollegen den Belag häufiger auch im Objekt einsetzen.
aus BTH Heimtex 04/12 (Wirtschaft)