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EPLF legt Jahres-Hochrechnung für 2006 vor

Laminatabsatz in Deutschland steigt - Delle am Weltmarkt

Dass der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) am Sonntag einer jeden Domotex zur Pressekonferenz bittet, ist ein seit Jahren gepflegtes und von den Medienvertretern geschätztes Ritual, wobei sich die Szenerie erheblich gewandelt hat. Im Gegensatz zu früheren Zeiten, als die Hannoveraner Veranstaltung für jeden Produzenten ein Muss war, haben sich heute die Reihen der Aussteller erheblich gelichtet. Dennoch weiß sich die Branche adäquat darzustellen und durch die Teilnahme des EPLF an der Contractworld wurde deutlich: Laminat ist "erwachsen" geworden. Als Hightech-Ausführung entspricht das Produkt inzwischen auch den Vorstellungen der Architekten. "Das Premiumsegment wächst und generiert gute Umsätze", freute sich EPLF-Präsident Ludger Schindler. Statt mit "Masse" lässt sich nun also auch mit "Klasse" auftrumpfen.

Die Jahreshochrechnung der verbandsinternen Absatzzahlen des EPLF zeigt für 2006 ein Bild, das differenziert betrachtet werden muss. Der Absatz in Deutschland sowie auf anderen europäischen Märkten steigt, doch weltweit sinkt der Verbrauch von Laminatfußböden "made in Europe". Dieser Rückgang ist zum einen auf den Aufbau von Produktionsstätten einzelner EPLF-Mitgliedsfirmen in den USA zurückzuführen, deren Absatzmengen in der EPLF-Statistik nicht erfasst werden. Zum andern hängt dies aber auch mit gestiegenen chinesischen Exporten in die USA zusammen. "Dazu kam ein unerwartet starker Einbruch des nordamerikanischen Laminatbodenmarktes", erläuterte Schindler. Die europäischen Hersteller können also nur bedingt zufrieden sein.

Die 20 Mitgliedsfirmen des EPLF haben 2006 weltweit 459 Mio. qm Laminatfußboden aus europäischer Produktion abgesetzt (Vorjahr 465 Mio. qm). Dies entspricht einem Rückgang des Weltmarktabsatzes um 1,2 %. Den Gesamtanteil der EPLF-Mitgliedsfirmen am Weltmarkt schätzt der Verband damit auf über 55 %. Sowohl die westeuropäischen als auch die osteuropäischen Märkte zeigen leichtes Wachstum. In Westeuropa wurden 277 Mio. qm Laminatböden (Vorjahr 274 Mio. qm) abgesetzt, in Osteuropa waren es 85 Mio. qm (82 Mio. qm).

Spitzenreiter in Westeuropa sind Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande, in Osteuropa erreichen Polen, Rumänien und Russland Absatzmengen von jeweils über 10 Mio. qm Laminatboden. Mit 92 Mio. qm (88 Mio. qm) verzeichnet Deutschland wieder leichtes Wachstum und stellt weiterhin den größten europäischen Einzelmarkt dar (+ 4,5 %). Allerdings: Hierbei handelt es sich nicht um den tatsächlichen Inlandsverbrauch, sondern um so genannte Erstverkäufe der EPLF- Mitgliedsfirmen, die im erheblichen Umfang exportiert werden und somit nicht in deutschen Wohnstuben verlegt werden. Das trifft mit Einschränkung auch für die Mengenangaben auf den übrigen Märkten zu.

Großbritannien zeigt sich mit 41 Mio. qm stabil und liegt im Ranking der wichtigsten westeuropäischen Märkte auf Platz 2. Frankreich ist mit 35 Mio. qm (37 Mio. qm) leicht rückläufig und liegt auf Platz 3 (- 5,7 %). Dann folgt der niederländische Markt, der mit 20 Mio. qm auf Vorjahresniveau bleibt.

Ein Blick auf außereuropäische Märkte: Südamerika nimmt an Bedeutung zu. 11 Mio. qm (10 Mio. qm) wurden dort 2006 verkauft. Der Absatz der EPLF-Mitgliedsfirmen in Asien betrug 8,5 Mio. qm (8 Mio. qm). Die insgesamt geringe Absatzmenge von Laminatfußböden aus europäischer Produktion in Asien hängt mit der hohen Anzahl lokaler Anbieter zusammen, u.a. in China. Übrigens: Das "Reich der Mitte" steuert bereits 230 Mio. qm zum 870 Mio. qm umfassenden Weltmarkt bei. 460 Mio. qm stammen aus EPLF-Quellen, 80 Mio. qm von sonstigen europäischen Herstellern und 70 Mio. qm aus den USA. "Angesichts dieser wachsenden Konkurrenz aus dem Fernen Osten bleiben Qualitäts- und Innovationsführerschaft die Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Marketing der europäischen Hersteller an den Weltmärkten", unterstrich EPLF-Präsident Schindler.
aus BTH Heimtex 02/07 (Wirtschaft)