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Ligna 2019: Stimmungsbarometer und Impulse für die Zukunft

"Ein großer Schritt in die digitale Holzverarbeitung"


Die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen nutzten die Branchenleitmesse Ligna, um integrierte Produktionsszenarien auf einem nie dagewesenen Niveau aufzuzeigen. Aber auch neu vorgestellte Einzelanlagen - insbesondere im Bereich der Oberflächentechnik - erweitern das Fertigungsspektrum.

Im ersten Quartal 2019 hatten die Hersteller von Holzbearbeitungsmaschinen 23 % weniger Aufträge geschrieben als im Jahr zuvor. Den größten Rückgang verzeichnete der Inlandsmarkt mit einem satten Minus von 39 %. Auf einer Pressekonferenz verwies Pekka Paasivaara, CEO Homag und Vorsitzender des VDMA Holzbearbeitungsmaschinen, ebenso auf das im letzten Jahr in China abgeschwächte Wachstum als auch auf die negativeren Prognosen für das deutsche Bruttoinlandsprodukt. "Wir sehen, dass sich das Wachstumstempo verlangsamt", so Paasivaara, "deswegen ist die Ligna zum richtigen Zeitpunkt gekommen." Angesichts der sich eintrübenden Konjunktur setzten in Hannover etliche Maschinenhersteller wie Homag auf einen großen Auftritt.

Gregor Baumbusch, Vorstandsvorsitzender der Weinig- Gruppe: "Es sind viele Unsicherheiten im Markt erkennbar. Wir sehen die Ligna als Stimmungsbarometer." Entgegen dem Branchentrend konnte das Unternehmen seinen Auftragseingang im ersten Quartal 2019 um 5,9 % steigern und ein Umsatzplus von 8,7 % verbuchen. "Wir sind in Summe in der Weinig-Gruppe sehr gut unterwegs", konstatierte Baumbusch. Gleiches galt für den Auftritt auf der Ligna: Die Tauberbischoffsheimer inszenierten auf 5.000 m2 eine Technik-Offensive mit rund 55 Exponaten, darunter 19 Neuvorstellungen.

Automatisierung und durchgängige Vernetzungskonzepte

Das Gros der befragten Aussteller bescheinigte der Ligna eine hohe Zahl der Besucher an ihren Ständen und hochwertige Gespräche. Und auch Ausrichter Deutsche Messe zeigte sich zufrieden. Die Weltleitmesse habe der Branche einen deutlichen Schub verliehen, lautete das Resümee. Über 90.000 Besucher aus rund 100 Ländern zählte der Veranstalter in Summe an fünf Tagen. Mehr als 40.000 Fachbesucher waren aus dem Ausland angereist - ein Indiz für die Internationalität der Messe, die insbesondere auch Besucherzuwächse aus Nordamerika und Südostasien verbuchen konnte. "1.500 Aussteller aus 50 Ländern haben Innovationen für eine ganze Branche erlebbar gemacht, die in dieser Dichte weltweit einzigartig sind. Mit Digitalisierung und Automatisierung, dem Einsatz von Robotik sowie Anwendungen für moderne Oberflächentechnologien haben sie starke Impulse für den technischen Fortschritt gegeben", erklärte Dr. Andreas Gruchow, Vorstand der Deutschen Messe.

"Wir haben auf der Ligna 2019 einen großen Schritt in die digitale Holzverarbeitung gemacht. Das Interesse an moderner Technologie ist auf der ganzen Welt ungebrochen", sagte Pekka Paasivaara. "Die neuen Lösungen sprechen Kleinbetriebe genauso an wie industrielle Verarbeiter." Um Industrie 4.0-Technologien einzusetzen, rüsten laut Deutsche Messe bereits rund 40 % der Besucher vorhandene Maschinen um beziehungsweise erwägen den Kauf neuer Maschinen.

Bei den Herstellern von Massivholz- und Holzwerkstoffbearbeitungsmaschinen standen durchgängige Automatisierungs- und Vernetzungskonzepte im Vordergrund. Modulare Technologien von der Planung über die Konstruktion und Produktion bis zum Monitoring adressieren Betriebe unterschiedlicher Größen. In der industriellen Fertigung setzt sich die Robotik vom Materialhandling über die Bearbeitung in Mensch-Maschine-Interaktion bis zur Oberfläche weiter durch. Dabei werden die Oberflächenherstellung zunehmend in den Gesamtproduktionsprozess integriert. Fahrerlose Transportsysteme optimieren den Materialfluss. Neue Leitrechnersysteme ermöglichen intelligentes Datenmanagement und führen Daten auch bei anspruchsvoller Losgröße-Eins-Produktion zusammen.

Die nächste Ligna öffnet vom 10. bis 14. Mai 2021 auf dem Messegelände in Hannover die Tore. | Imke Laurinat
aus Parkett Magazin 05/19 (Wirtschaft)