Österreichische Matratzen Allianz

Kriterienkatalog für die zirkuläre Matratze

Im Herbst 2024 wurde in Wien die Österreichische Matratzen Allianz offiziell ins Leben gerufen. Das branchenübergreifende Bündnis will nachhaltige und zukunftsorientierte Geschäftsmodelle in der Matratzenindustrie fördern. Mit klaren Zielen strebt die Allianz Ressourcenschonung bei wirtschaftlicher Effizienz an - und wird dabei unterstützt durch das Klimaschutzministerium und einen neu entwickelten Kriterienkatalog für zirkuläre Matratzen.

Jährlich werden in Österreich etwa eine Million Matratzen verbrannt, was wertvolle Rohstoffe verschwendet und 150.000 Tonnen CO freisetzt. Die Österreichische Matratzen Allianz will das ändern, indem sie auf zirkuläres Design, einen digitalen Produktpass und Inverkehrbringergebühren setzt. "Ich halte Kreislaufwirtschaft für die beste Antwort sowohl auf die Klimakrise als auch auf die wachsenden Müllberge und den ausufernden Ressourcenverbrauch", sagt Helene Pattermann, Circularity Lead des Climate Lab, einer Initiative des Klimaschutzministeriums. "Wenn es uns gelingt, die Lebenszeit von Produkten zu verlängern und Rohstoffe wiederzuverwenden, sparen wir Energie und machen uns unabhängiger von Rohstoffimporten."

Auch Verena Judmayer, Gründerin des Circular Economy Start-ups Matr, hebt hervor, wie wichtig rechtliche Rahmenbedingungen für nachhaltige Geschäftsmodelle sind: "Ein nachhaltiges Geschäftsmodell hat neben der ökologischen auch eine ökonomische Komponente. Es muss sich auch wirtschaftlich ausgehen. Nachhaltigkeit muss sich lohnen. Inverkehrbringergebühren, Vorgaben zu zirkulärem Design und ein Produktpass sind da wahre Game Changer."

Mit der Gründung der Allianz will die Matratzenbranche eine Vorreiterrolle in der Industrie übernehmen. Als Vorsitzender betont Roman Eberharter: "Rechtliche Rahmenbedingungen können nur erfolgreich sein, wenn die betroffenen Unternehmen mit am Tisch sitzen. Deshalb braucht es die Österreichische Matratzen Allianz als Bündnis aller Unternehmen entlang der Lieferkette. Wir sagen ja zu klaren Vorgaben, die Planungssicherheit schaffen und ökologisch nachhaltigeren Geschäftsmodellen auch zu ökonomischem Erfolg verhelfen."

Die Allianz wird durch das Innovationsprogramm "Zirkuläre Matratzen" des österreichischen Klimaschutzministeriums unterstützt. Ein vom Climate Lab entwickelter Kriterienkatalog zeigt den Weg zu zirkulären Produkten. Jährlich fallen in Österreich etwa 18.000 Tonnen Matratzenabfälle an, die aktuell noch nicht recycelt werden können, da es noch keine Recyclingkapazitäten gibt. Ziel des Kriterienkatalogs ist es, Matratzen so zu gestalten, dass sie in Zukunft gut recycelbar sind und gleichzeitig möglichst lange genutzt werden können.

Die Kriterien wurden in enger Zusammenarbeit mit Stakeholdern entlang der Wertschöpfungskette der Matratzenindustrie entwickelt und basieren auf den drei wesentlichen Säulen Produktmaterialien, Produktkomponenten und Produktsysteme.

Die Allianz sieht ihre Arbeit als ersten Schritt, der sich auch auf andere Branchen übertragen lässt - von Textilien bis hin zu Möbeln. Sie vereint Unternehmen, die ökologisch verantwortungsvolles Wirtschaften mit ökonomischer Tragfähigkeit verbinden wollen.

Mehr Infos zur Österreichischen Matratzenallianz sowie zum Kriterienkatalog unter www.climatelab.at
Kriterienkatalog für die zirkuläre Matratze
Foto/Grafik: Markus Palzer-Khomenko
v.l.: Helene Pattermann (Climate Lab), Michael Bednarek (Neveon), Verena Judmayer (MATR), Roman Eberharter (Betten Berharter) und Gregor Pflüger (Climate Lab)
aus Haustex 03/25 (Matratzen, Betten, Wasserbetten)