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iff-Fußbodensymposium des Sachverständigen Torsten Grotjohann

Fußbodentechnik-Fachwissen 100 m über den Dächern von Köln

Das iff-Fußbodensymposium des Sachverständigen Torsten Grotjohann bot spannende Vorträge, hochkarätige Referenten und einen sensationellen Blick aus 100 m Höhe auf die Stadt Köln. Der Veranstaltungsort lag im 27. Stock des Kölner Hochhauses KölnTriangle. Referenten wie die Sachverständige Heinz-Dieter Altmann und Peter Schwarzmann, Uwe Elvert (Thomsit) und der Rechtsanwalt Andreas Hanfland präsentierten aktuelle Themen der Fußbodentechnologie.

In ungewohnter Höhenlage startete Heinz-Dieter Altmann die Vortragsreihe. Der Sachverständige setzte sich in seinem Vortrag zum Thema "Bewertung von Rissen in Betonbodenplatten bzw. schwimmenden Estrichen" kritisch mit Rissen und Fugen in zementären Untergründen auseinander. Bei der Bewertung von Rissen und Fugen unterscheidet man zwischen Betonböden als Nutzböden und Estrichen zur Aufnahme von separaten Nutzbelägen. Altmann wies deutlich darauf hin, dass insbesondere Krakeleerisse und Netzrisse in der Praxis in aller Regel keinen begründeten technischen Mangel darstellen. Bei Trennrissen, welche das Bauteil (also den Betonboden oder den Estrich) teilen, hängt die Begründung eines technischen Mangels insbesondere davon ab, ob die Gebrauchstauglichkeit und die Dauerhaftigkeit der Unterkonstruktion beeinträchtigt sind.

Werden auf Estrichkonstruktionen spätere Nutzbeläge aufgebracht, ist die Beurteilung von Rissen zwangsläufig anders durchzuführen. Zum einen können sich hier Risse später in dem Nutzbelag abzeichnen, so dass diese in aller Regel zu sanieren und insbesondere kraftschlüssig zu schließen sind. Zum anderen ist auch im Bereich der Fugen innerhalb der Estrichkonstruktion zu berücksichtigen, ob diese später nach Abschluss der Abbindephase der Untergrundkonstruktion noch benötigt werden (und somit in den Nutzbelag zu übernehmen sind) oder ebenfalls kraftschlüssig geschlossen werden können. In seinem Fazit wies Altmann darauf hin, dass Fugen häufig in der Praxis größere Problemstellungen darstellen, als Risse.

Klimaboden - ein System der Zukunft?

Peter Schwarzmann (Carpet Concept) referierte über das Thema "Klimaboden - ein System der Zukunft?". In seinem Referat erläuterte der Sachverständige den Teilnehmern insbesondere die unterschiedlichen Konstruktionsarten von Klimaböden unter Berücksichtigung unterschiedlicher Nutzbeläge. Kritisch setzte sich Schwarzmann mit dem Quell- und Schwindverhalten der eigentlichen Doppelbodenkonstruktion auseinander, das in der Praxis zu Schäden im Nutzbelag führen kann. Auf das Thema Reinigung und Pflege von textilen Bodenbelägen und die Reinhaltung der Doppelbodenkonstruktion unter Filteranlagen müsse ein besonderes Augenmerk gelegt werden.

Erfahrungsgemäß ist es nach dem Mittagessen nicht leicht, die Teilnehmer in dem unmittelbar folgenden Fachbeitrag wieder zu motivieren. Rechtsanwalt Andreas Hanfland gelang dieses Kunststück. Der in der Branche bekannte Baurechtler durchleuchtete das Thema "Recht & Technik; Abnahme, Gewährleistung, Prüf- und Hinweispflichten". In seinem Referat setzte sich Hanfland zunächst mit vergaberechtlichen Problemstellungen auseinander und diskutierte diesbezüglich mit den Teilnehmern kritisch insbesondere über die Aufstellung von Leistungsverzeichnissen und die Angabe von Leitfabrikaten. Anschließend ging er auf das Gewährleistungsrecht ein und erläuterte anhand von Praxisbeispielen, dass gleiche Schadensfälle in unterschiedlichen Bundesländern nicht gleich behandelt werden. Anschließend wurde der gesamtschuldnerische Haftungsausgleich für Planer und Architekten unter die Lupe genommen.

Parkettklebstoffe - Möglichkeiten und Grenzen

Das Thema von Uwe Elvert (Leiter Technischer Verkauf "BodenPro" bei Henkel) hieß "Parkettklebstoffe - Möglichkeiten und Grenzen unterschiedlicher Systeme". Elvert setzte sich mit geeigneten Untergrundkonstruktionen und den hygroskopischen Eigenschaften der Parkettmaterialien auseinander. Für großes Erstaunen bei den Teilnehmern sorgten die Klebstoffverbräuche der unterschiedlichen Klebstofftypen. Insbesondere haben die Teilnehmer mit Verwunderung und Überraschung zur Kenntnis genommen, dass im Jahr 2006 nach wie vor mit 39 % ein vergleichsweise hoher Anteil an Kunstharzlösemittelklebstoffen zu verzeichnen war. Auf die "TRGS 610" hinsichtlich der Regelung von Ersatzstoffen wurde nochmals deutlich hingewiesen. Anschließend erläuterte Elvert die unterschiedlichen Funktionsweisen und Abbindearten von verschiedenen Klebstoffsystemen, insbesondere unterteilt in Reaktionsharzklebstoffe, Kunstharzklebstoffe und Dispersionsklebstoffe.
aus FussbodenTechnik 01/08 (Wirtschaft)