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BTH Heimtex Großhandelsumfrage Farben+Lacke

Jonas führt das Feld wieder an

Die Großhändler stellen ihren Farbenlieferanten ein gutes Zeugnis aus. An die Spitze setzten sie wieder Jonas. Als sympathischstes Unternehmen erweist sich Alligator.

Die Jonas Farbenwerke halten sich stabil auf Platz eins über 13 Kriterien hinweg. Nach Auswertung der jährlichen Großhandelsumfrage Farben und Lacke von BTH Heimtex steht fest: Auch aktuell hat das Wülfrather Unternehmen mit der Durchschnittsnote 1,9 und neun Erstplatzierungen in Einzelkategorien die Führung inne. Dicht auf seinen Fersen ist ihm die DAW-Tochter Alligator aus Enger, die mit einer glatten 2 vom dritten Platz im vergangenen Jahr auf den zweiten klettert und zugleich das sympathischste Unternehmen bleibt. Auf dem dritten Platz landeten der österreichische Hersteller Adler und die Meffert-Tochter Dinova aus Königswinter mit der Gesamtnote 2,1. Marktführer Caparol erreicht im Gesamtranking diesmal den fünften Platz nach Rang eins im Vorjahr, wird aber mit 2,2 ebenfalls gut bewertet. Außerdem liegen die Ober-Ramstadter in vier Kategorien vorn.

Ganz gleich, wer welchen Platz einnimmt, die Grossisten zeigen mit ihren durchweg guten Beurteilungen, dass sie viel von den Leistungen der deutschen Farbenlieferanten halten. Diese bekamen insgesamt über alle Kriterien hinweg wie im Vorjahr die durchschnittliche Note 2,4. Dabei bewegen sich die Gesamtnoten der einzelnen Unternehmen in einem engen Korridor von 1,9 bis 2,8. Die besten Bewertung in einem einzelnen Kriterium erhielten Jonas mit einer 1,3 für die Qualität des Innendienstes und der Lieferzuverlässigkeit sowie Caparol für die Markenstärke. Geschätzt wird insgesamt allgemein vor allem die Produktqualität der Unternehmen, die im Durchschnitt mit einer 2,0 beurteilt wird. Am schlechtesten kommt die Vertriebspolitik mit der Note 2,8 weg. Auch das Marketing ist nach Ansicht der Grossisten vielfach verbesserungswürdig.

Beurteilt wurden 23 Farbenanbieter in 13 verschiedenen Leistungskriterien. Lediglich für Meier Chemie und Zero-Lack, die bei weniger als 20 % der Befragten geführt werden, gingen zu wenig Bewertungen ein, um eine fundierte Beurteilung zu ermöglichen. Wenig überraschen dürfte, dass Jonas wieder die beste Durchschnittsnote erhielt und mit den neun Kritieren Qualität Innendienst, Qualität Außendienst, Lieferschnelligkeit, Lieferzuverlässigkeit, Reklamationsbearbeitung, Preis-Leistungs-Verhältnis, Produktqualität, Vertriebspolitik und Zukunftsperspektiven punktet. Besondere Stärken des Unternehmens, an dem die Sto-Gruppe zu 49,8 % beteiligt ist, sind im menschlichen Bereich wie Innen- und Außendienst sowie beim Service auszumachen.

Jahr für Jahr wird kritisiert, dass Jonas vor allem als Abfüller im Markt aktiv ist und deshalb nicht in die Umfrage aufgenommen werden dürfte. Der Anteil der Eigenmarken liegt bei Jonas bei rund 50 %. Aber diese sind keine Spezialität aus Wülfrath - die meisten, wenn nicht alle Hersteller füllen schließlich in unterschiedlichen Mengen ab. Zudem fragt BTHHeimtex Leistungskriterien wie die Qualität von Innen- und Außendienst, Reklamationsbearbeitung, Marketing oder Zukunftsperspektiven ab, die unabhängig vom Anteil der abgefüllten Ware sind. Und die Ergebnisse sollten auch nicht vornehmlich als Marketinginstrument gesehen werden, sondern als Basis, um in einzelnen Feldern noch stärker auf die Wünsche der Großhändler eingehen und bereits gute Leistungen weiter optimieren zu können. Natürlich gibt es bei einer solchen Umfrage zwangsläufig erste und letzte Plätze. Die Rangordnung aber sollte nicht im Mittelpunkt stehen, zumal die Durschnittsnoten sehr nah beieinander liegen.

Auf Platz zwei in der Gesamtwertung folgt auf Sieger Jonas die DAW-Tochter Alligator, die im Vorjahr noch auf dem dritten Rang war. Das Unternehmen entschied wieder den wichtigen Sympathiewert für sich - mit der um 0,4 Punkte verbesserten Note 1,6. Es folgen Jonas (1,8) und Adler (2,0). Alligator werden zudem zusammen mit Jonas die besten Zukunftsperspektiven eingeräumt. Senkrechtstarter im Gesamtranking ist der österreichische Hersteller Adler, der von Platz 15 und der Note 2,6 im vergangenen Jahr mit einer 2,1 zusammen mit Dinova auf den dritten Platz katapultiert wurde. Das Unternehmen führt zusammen mit Caparol und Jonas das Einzelkriterium Produktqualität an, während Dinova neben Jonas die beste Vertriebspolitik betreibt.

Ein wenig abgesunken ist Caparol. Der Marktführer glänzte im vergangenen Jahr mit einer 2,0 zusammen mit Jonas auf dem ersten Platz. Aktuell reicht es mit der nur unwesentlich schlechteren Note 2,2 lediglich für den fünften Platz. Es ist das Schicksal des Marktführers, im Fokus der kritischen Beobachtung zu stehen. Vor allem die Vertriebspolitik von Caparol stößt nicht auf uneingeschränkte Zustimmung. Mit der Note 3,1 liegt der Lieferant in diesem Bereich auf Rang 15. Dies ist sicherlich auch den Aktivitäten des Unternehmens als Großhandels- und Direktlieferant über die DAW-eigene CMS-Gruppe geschuldet, die insbesondere den freien Grossisten nicht gefällt. Daraus mag auch der Sympathiewert von 2,5 (Platz 9) resultieren.

Dennoch: Caparol hat Stärken, für die dem Hersteller rosige Zukunftsperspektiven (Note 2,1, Platz 3) bescheinigt werden. Dies ist einmal die Markenstärke, die von keinem anderen Farbenanbieter erreicht wird. Und auch bei Produktinnovationen und -qualität sind die Ober-Ramstädter Spitze. Die Bestnote gibt es zudem wieder für das Marketing. Dass angesichts der hohen Qualität die Reklamationsbearbeitung und Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich eher im mittleren Bereich angesiedelt sind, liegt in der Natur der Sache.

Die Umfrage zeigt wieder deutlich, dass die Ergebnisse von Jahr zu Jahr Schwankungen unterlegen sind. Zudem handelt es sich bei den Beurteilungen um Momentaufnahmen, die von persönlichen Beziehungen abhängig sind. Dennoch bietet die Umfrage Ergebnisse, aus denen sich ablesen lässt, in welchen Leistungskriterien Handlungsbedarf besteht.

Die Unternehmen im Detail

Adler ist ein 1934 gegründetes Familienunternehmen aus Tirol, das Lacke, Farben und Holzschutzmittel herstellt. Es ist seit 1984 auch am deutschen Markt tätig und hat eine Tochterfirma in Rosenheim. Beim deutschen Großhandel erfreut sich Adler zunehmender Beliebtheit. Bei der erstmaligen Bewertung in der Umfrage 2018 startete der Lieferant mit der Durchschnittsnote 2,6 auf 15. Platz. Ein Jahr später erhält er aktuell über alle Kriterien hinweg eine 2,1 und kann sich zusammen mit Dinova über den dritten Platz freuen. Adler heimst für seine Produktqualität gar eine Top-Bewertung (1,7) ein und steht bei diesem wichtigen Kriterium auf Augenhöhe mit Caparol und Jonas. Hoch angesehen ist mit der Note 1,8 auch der Innendienst. Ein insgesamt also mehr als zufrieden stellendes Ergebnis. Nachholbedarf gibt es aus Sicht des Großhandels vor allem bei der Vertriebspolitik und der Qualität des Außendienstes.

Die Lackfabrik Albrecht hat sich gegenüber 2018 leicht verbessert. Erhielt die Tochter der Meffert Farbwerke, die die Marke Büchner vertreibt, im vergangenen Jahr die Durchschnittsnote 2,8, kommt sie aktuell auf 2,6. Ihr Innendienst und ihr Preis-Leistungs-Verhältnis stoßen weitgehend auf Zustimmung. Aber die Marke könnte noch weiter ausgebaut werden. Auch beim Marketing gibt es Luft nach oben.

Die Alfred Clouth Lackfabrik erreichte im Gesamtranking zwar nur den 17. und damit vorletzten Platz. Doch sollte die Durchschnittsnote 2,7 (Vorjahr: 2,7) darüber hinwegtrösten. Denn immerhin drücken die Großhändler den Frankfurtern, die mit ihrer Holzschutzmarke Clou einen guten Ruf haben, ihre Zufriedenheit mit einer 2,4 für den Sympathiewert und einer 2,2 für die Produktqualität aus. Allerdings hätten sie gerne mehr Produktinnovationen (letzter Platz) und besseres Marketing. Die Zukunftsperspektiven bewerten sie auch nur mit der Note 3,1.

Die Alligator Farbwerke aus Enger sind eine erfolgreiche DAW-Tochter. Das vor 60 Jahren gegründete Unternehmen vertreibt unter anderem die Marken Miropan und Kieselit und erweist sich einmal mehr als verlässlicher Partner des Farbengroßhandels. Dieser bewertet Alligator als sympathischstes Unternehmen, dem zusammen mit Jonas die besten Zukunftsperspektiven eingeräumt werden. Damit steht es in zwei Einzelkriterien an der Spitze. Aber auch insgesamt darf Alligator die Korken knallen lassen. Denn der Farbenhersteller landete mit einer Gesamtnote 2,0 (Vorjahr: 2,1) hinter Jonas auf dem zweiten Platz und rückte damit gegenüber 2018 einen Rang nach oben. Die Großhändler schätzen vor allem den Innendienst, die Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit, das Preis-Leistungs-Verhältnis und die Produktqualität. Leicht verschlechtert haben sich gegenüber dem Vorjahr die Qualität des Außendienstes (von 1,9 auf 2,1) und das Marketing (von 2,0 auf 2,3). Auch wünschen sich die Großhändler mehr Innovationen.

Caparol ist Marktführer. Die DAW-Tochter aus Ober-Ramstadt zeichnet sich durch Innovationen und Produktqualität aus. Top ist die Markenstärke. In diesem Kriterium lässt das Unternehmen den Wettbewerb wie üblich weit hinter sich. Bestnoten gab es darüber hinaus für das Marketing. Insgesamt bewerteten die Großhändler den Farbenlieferanten mit der Note 2,2, womit er den fünften Platz einnimmt - nach dem ersten im vergangenen Jahr. Die Beurteilungen für Caparol schwanken sehr stark - zum einen von Jahr zu Jahr, zum anderen von Grossist zu Grossist. Das ist das Schicksal des mächtigen Marktführers. Seine Aktivitäten als Großhändler und Direktlieferant über die DAW-eigene CMS-Gruppe werden vor allem im freien Großhandel nicht goutiert, was die Note 3,1 für die Vertriebspolitik aufzeigt. Hinzu kommt, dass die hohen Qualitäten und die Innovationskraft zwar sehr geschätzt werden, aber natürlich ihren Preis haben. Preis-Leistungs-Verhältnis und Reklamationsbearbeitung stellen nicht jeden zufrieden. Alles in allem bietet das Umfrageergebnis keinen Grund zur Sorge. Caparol ist fest im deutschen Großhandel verankert, spielt die Vorreiterrolle im Bereich umweltfreundlicher Produkte und verfügt über ein sehr gutes Image.

CD-Color erreicht mit der Note 2,3 (Vorjahr: 2,1) den sechsten Platz und gehört damit zu den angesehensten Farbenlieferanten des Großhandels. Die Marken des zur Dörken-Gruppe gehörenden Unternehmens aus Herdecke sind Delta, Lucite und CWS. Es punktet insbesondere mit hoher Produktqualität, die den Grossisten die Note 1,8 wert ist. Leicht zurück gefallen ist CD-Color mit seiner Vertriebspolitik. Führte der Hersteller dieses Feld im vergangenen Jahr mit der Note 2.0 an, sackte er mit einer 2,4 auf den vierten Platz ab. Auch die Innovationskraft und das Marketing kamen nicht mehr ganz so gut an. Aber diese Rückgänge sind sehr gering, im kommenden Jahr können sie locker wieder ausgeglichen werden.

Conti ist die Marke für Grundierungen, Innenfarben, Lacke, Kleber und Lasuren der Chemischen Werke Kluthe in Heidelberg. Über alle Kriterien hinweg erhielt sie die gute Note 2,5 und belegt damit Platz elf. Im vergangenen Jahr hatten die Großhändler Conti mit einer 2,8 bewertet. Punkten kann die Marke vor allem mit ihrem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis (Note 1,9). Von 3,1 hat sich die Produktinnovation auf 2,9 verbessert, während die Produktqualität eine glatte 2 erhielt (Vorjahr: 2,4). Maßnahmen zur Verbesserung erwarten die Großhändler vor allem bei der Markenstärke und dem Marketing sowie der Lieferschnelligkeit.

Diessner spielt mit in der Gruppe der wichtigen Farbenlieferanten für den Großhandel. Die Berliner Tochter des Trockenbaustoffherstellers Sakret stellt sich mit der konservierungsmittelfreien Produktline Clean Air dem aktuellen Gesundheitstrend. Sie blieb in der Gesamtbewertung mit der Note 2,8 nahezu stabil. Auf Zustimmung trifft das Preis-Leistungs-Verhältnis mit der Note 2,1 nach 2,4 im vergangenen Jahr. Aber die Marke und das Marketing zeigen Schwächen, daran könnte das Unternehmen arbeiten. Die Note 2,9 für die Zukunftsperspektiven ist zwar nicht optimal, bietet aber auch keinen Grund für Pessimismus. So sieht es Diessner offenbar ebenfalls. Der Lack- und Farbenhersteller investiert kräftig in ein neues Zentrallager und die Optimierung der Produktion.

Dinova ist eine Tochter der Meffert Farbwerke, die ihren Sitz in Königswinter hat. Sie punktet durch persönliche Beziehungen zu ihren Großhandelspartnern, zu denen die Malereinkaufsgenossenschaften gehören, und flexibler Umsetzung der Kundenwünsche. Die Beurteilungen zeigen: Dinova macht fast alles richtig. Das Unternehmen wurde mit der Note 2,1 von Platz acht im Vorjahr auf den dritten Rang in diesem Jahr gehievt. Das Kriterium Vertriebspolitik führt Dinova mit einer 2,1 (Vorjahr: 2,3) an. Beim Sympathiewert musste der Farbenhersteller jedoch Federn lassen und sank vom ersten auf den vierten Platz. Doch ist er mit einer 2,1 (Vorjahr: 2,0) nach wie vor sehr sympathisch, was sich auch in der 1,7 für den Innendienst dokumentiert. Mit seiner Lieferschnelligkeit nimmt Dinova den zweiten Platz ein. Aber das Unternehmen könnte ein wenig innovativer werden. Die Basis für Neuentwicklungen ist vorhanden.

Geiger Chemie ist ein Hersteller von Spezialprodukten für die Renovierung. Zum Sortiment des von Walter Geiger 1961 in Engen gegründeten Familienunternehmens gehören Anlauger, Reiniger, Produkte zur Schimmelbeseitigung, Graffitischutzsysteme, Tapetenlöser und Isolierungsmittel. Obwohl Geiger Chemie still und leise arbeitet - wofür das Unternehmen mit einer 3,4 die schlechteste Note für Marketing erhält - kommt es insgesamt mit der Note 2,6 doch immerhin noch auf den 14. Platz - trotz ebenfalls zu optimierender Ergebnisse für Innen- und Außendienst. Besser schneiden Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit ab. Und auch die Produktqualität erhielt mit einer 2,0 eine gute Bewertung.

Gori hat Zukunftsperspektiven, die mit der Note 3,0 lediglich als befriedigend eingestuft werden. Das könnte unter anderem an der Vertriebspolitik der zum amerikanischen Konzern PPG gehörenden Marke für Holzschutz liegen. Aber auch Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit sind verbesserungswürdig. Stark ist nach wie vor die Marke. Insgesamt geben die Großhändler Gori die Note 2,7 und setzen die Marke damit auf Rang 18.

Herbol leidet als Marke von Akzo Nobel ebenso wie dessen Premiummarke Sikkens unter den Veränderungen der vergangenen Jahre im niederländischen Konzern. Es gab häufige Personalwechsel und Strukturveränderungen wie die Aufgabe der Großhandelssparte 2013. Das Unternehmen hat es schwer, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen. Dabei schätzen die Grossisten Herbol nach wie vor als starke Marke. Aber insgesamt verbesserte sie sich in der Umfrage gegenüber dem vergangenen Jahr nur leicht von 2,8 auf 2,6. Den zweiten Platz belegt Herbol im Kriterium Marketing, reichlich Luft nach oben gibt es aber bei der Qualität des Innendienstes und der Lieferzuverlässigkeit.

Jaeger Lacke ist mit seinen Spezialprodukten nahezu unverzichtbar im Großhandel. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Möglingen hat dort nach den Ergebnissen der Umfrage eine Verbreitung von rund 85 %. Und es erledigt die Aufgaben ganz im Sinne seiner Kunden, wie eine Gesamtnote von 2,3 beweist, die sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert hat. Mit einer Note von 1,9 honoriert der Großhandel die Produktqualität. Auch mit seiner Vertriebspolitik steht der Anbieter von Speziallösungen vergleichsweise gut da. Ansonsten bewegen sich die Bewertungen in den verschiedenen Kriterien wie 2018 im oberen mittleren Bereich.

Jansen hat eine ähnliche Ausrichtung wie Jaeger Lacke, ist entsprechend ähnlich stark vertreten im Großhandel. Mit einer Durchschnittsnote von 2,5 bleibt das Unternehmen aus Bad Neuenahr-Ahrweiler nahezu auf Vorjahresniveau. Im Vergleich zum Wettbewerb schneidet der Hersteller gut ab, Ausschläge nach oben oder unten gibt es nicht. Einzig die Markenstärke wird von den Grossisten als nicht sehr ausgeprägt eingestuft und auch im Marketing lassen sich Verbesserungen erreichen.

Die Jonas Farbenwerke verzeichnen in der Farbenumfrage fast unheimliche Erfolge. Seit einigen Jahren belegt der Hersteller aus Wülfrath, an dem die Sto-Gruppe mit 49,8 % beteiligt ist, über alle Kriterien hinweg Platz eins. Jonas hat gegenüber dem Vorjahr nicht nur seine Note leicht von 2,0 auf 1,9 verbessert, sondern entschied auch neun Einzelkriterien für sich - nach sechs im vergangenen Jahr. Die hervorragenden Werte sind auch dem hohen Anteil von rund 50 % an Eigenmarken geschuldet, die die Marke Jonas selbst eher blass aussehen lassen. Der Hersteller überzeugt seine Kunden mit Faktoren wie Innen- und Außendienst sowie Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit. Und die sind unabhängig davon, wie viel Eigenmarken das Unternehmen abfüllt. Vor allem Service und menschliche Qualitäten führen dazu, dass der Großhandel gerne bei Jonas einkauft.

Keimfarben wurde im vergangenen Jahr erstmals von den Grossisten beurteilt und legte gleich einen guten Start hin. In diesem Jahr sackte der führende Hersteller von Silikatfarben mit Sitz in Diedorf, der zur Unternehmensgruppe Leonhard Moll gehört, zwar ein wenig ab. Aber mit einer Gesamtnote von 2,4 nach 2,2 im vergangenen Jahr lässt sich leben. Sehr hoch ist nach wie vor die Produktqualität, auch wenn Keimfarben dieses Kriterium nicht mehr anführt. Die Note 1,8 spricht für sich. Gute Produkte kosten aber etwas mehr Geld, entsprechend fällt das Urteil für das Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Auch das Marketing und die Vertriebspolitik weisen Schwächen auf. Hier wären Ansatzpunkte, um sich beim Großhändler noch beliebter zu machen.

Die Meffert Farbwerke mit ihrer 20 Jahre alten und bewährten Profimarke Profitec gehören mit zu den wichtigsten Lieferanten des deutschen Großhandels. Die Kunden sind mit den Leistungen des Bad Kreuznacher Unternehmens auch recht zufrieden und vergeben wie 2018 die Note 2,4. Die Zukunftsperspektiven erhalten sogar eine 2,1, was eine starke Basis für die Weiterentwicklung der Meffert Farbwerke ist. Bei insgesamt guten Ergebnissen gibt es aber auch Stellschrauben, an denen noch gedreht werden könnte. Sie betreffen Produktinnovationen und die Vertriebspolitik.

Remmers ist mit seinen bauchemischen Produkten, Holzfarben und -lacken sowie Industrielacken breit aufgestellt. Das 1949 gegründete Familienunternehmen aus Löningen hat aktuell die Note 2,5 erhalten, nach 2,8 im vergangenen Jahr. Es ist beim Großhandel vor allem wegen seiner Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit beliebt. Der Hersteller genießt aber keine großen Sympathien, was möglicherweise auch an den Werten für die Vertriebspolitik liegt. In diesem Kriterium nimmt Remmers den letzten Platz ein. Vorbildlich scheint das Unternehmen dagegen in der Ausbildung zu sein. Eine Studie des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung unter anderem im Auftrag der Zeitschrift Focus Money ergab, dass Remmers deutschlandweit der beste Ausbildungsbetrieb in der Chemieindustrie ist.

Sigma Coatings gehört wie Gori zu dem amerikanischen Unternehmen PPG. Mit der Gesamtnote 2,8 rutschte die Marke gegenüber dem Vorjahr um 0,3 Punkte ab. Lieferschnelligkeit und -zuverlässigkeit wurden nur noch mit 3,7 (Vorjahr 2,5) und 3,6 (2,6) bewertet. Auch mit seiner Vertriebspolitik gehört der Farbenanbieter nicht zu den Besten. So landete Sigma bei den Zukunftsperspektiven mit der Note 3,1 auf dem letzten Rang.

Sikkens ist die Premiummarke des niederländischen Konzerns Akzo Nobel. Mit der Note 2,6 (Vorjahr: 2,7) liegt sie gleichauf mit Schwester Herbol. Beide kommen nicht aus dem Tief, für das strukturelle und personelle Veränderungen der vergangenen Jahre gesorgt haben. Doch überzeugt Sikkens nach wie vor durch Markenstärke, auch wenn die Note dafür deutlich schlechter ausfiel als im Vorjahr, sowie Produktinnovation und -qualität. Aber die Vertriebspolitik wird als verbesserungswürdig eingestuft. Zudem gibt die Umfrage Sikkens den Auftrag, den In- und Außendienst zu optimieren.

Südwest Lacke + Farben ist eine Tochter der Sto-Gruppe und damit Schwester der Jonas Farbenwerke. Das Böhl-Iggelheimer Unternehmen kann sich über stabile Bewertungen im guten mittleren Bereich freuen. Es liegt mit der Note 2,4 auf dem achten Platz. Mit der starken Mutter im Rücken entwickelt Südwest innovative und hochwertige Produkte, was von den Großhändlern honoriert wird. An der Markenstärke und am Marketing könnte jedoch gefeilt werden.

Für die Farbenlieferanten Meier Chemie und Zero-Lack sind leider zu wenig Beurteilungen eingegangen. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, sie nicht in die Auswertungen eingehen zu lassen, da die Aussagen und Interpretationen der Ergebnisse aufgrund der geringen Datenbasis nicht ausreichend wären. | cornelia.kuesel@snfachpresse.de

BTH Heimtex - Großhandels-Umfrage Farben + Lacke
Panel und Methodik
Die Exklusiv-Umfrage von BTH Heimtex zur Qualität der Anbieter von Farben und Lacken auf dem deutschen Markt wurde im Juli 2019 schriftlich durchgeführt. Die Großhändler bewerteten ihre Lieferanten mit Schulnoten zwischen 1 (= sehr gut) und 5 (= mangelhaft). Für jeden Hersteller wurden 13 Kriterien abgefragt, darunter objektiv messbare wie Lieferschnelligkeit oder Produktqualität genauso wie subjektiv empfundene (Qualität der Mitarbeiter oder Zukunftsperspektiven). Anschließend wurden sämtliche Noten pro Kriterium zusammengezählt und durch die Anzahl der Nennungen geteilt. Heraus kommen vergleichbare Durchschnittsnoten, die dann die einzelnen Rankings bilden.
Jonas führt das Feld wieder an
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Sieger nach Kriterien
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Ranking nach Durchschnittsnoten
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Was ist Ihnen wichtig: Service, Image, Produkt? Diese Kategorien geben Orientierung
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Die einzelnen Rankings I
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Die einzelnen Rankings II
aus BTH Heimtex 09/19 (Wirtschaft)