Knauf

Dünnschichtige Estrichsysteme für Bauen im Bestand


Nicht genormt, trotzdem erfolgreich: Bei Modernisierungen im Bestand stoßen Standard-Konstruktionen, die der Norm entsprechen, sehr oft an ihre Grenzen. Für solche Fälle gibt es flexible und sichere Lösungen, wie zum Beispiel dünnschichtige (Heiz-)Estrichsysteme, die in vielen Bauvorhaben ihre uneingeschränkte Funktionalität unter Beweis gestellt haben - auch wenn sie nicht genormt sind.

Dünnschichtige (Heiz-)Estrichkonstruktionen kommen oft dort zum Einsatz, wo nicht genügend Aufbauhöhe für eine Standardkonstruktion nach DIN 18560 zur Verfügung steht. Mögliche Anwendungsbereiche sind:

- Alter Estrich soll entfernt werden, da Schall-, Wärme- und Brandschutz, Ebenheit oder Temperierung (Fußbodenheizung) nicht eingehalten werden kann. Mit dem Ersatz durch eine dünnschichtige Konstruktion ist dies bei gleicher Bauhöhe besser möglich.

- Mit der Modernisierung eines Gebäudes sind auf der Rohdecke Installationsleitungen verlegt worden und nun ist die verbleibende Aufbauhöhe für eine Standard-Estrichkonstruktion zu gering.

- Ein bestehender Estrich soll mit einer Warmwasser-Fußbodenheizung ergänzt werden. Hier lässt sich ein dünnschichtiger Heizestrich im Verbund verwenden.

Dünnschichte Estrichkonstruktionen werden in Bestandsbauten unter anderem deshalb eingesetzt, weil sich damit Anschlusshöhen (zum Beispiel Wohnung zu Treppenhaus) einfacher einhalten oder Höhenversätze im Boden vermeiden lassen. Auch können gesetzliche Vorgaben, wie etwa die Gewährleistung von Mindestraumhöhen, eine Verwendung dünnschichtiger Estriche notwendig werden lassen. Im Ergebnis können sie in Bestandsbauten mit vertretbarem Aufwand Vorteile beim Brand- oder Schallschutz, beim Bodenausgleich und/oder der Energieeffizienz durch die Kombination mit einer Fußbodenheizung generieren.

Flexibilität bei der Systemauswahl

Ein genereller Vorteil dünnschichtiger (Heiz)Estrichsysteme für den Planer ist die Flexibilität bei der Auswahl. Je nach den Gegebenheiten auf der Baustelle kann er die technisch und wirtschaftlich am besten geeignete Variante aus den zahlreichen Angeboten am Markt auswählen und dabei die individuellen Leistungseigenschaften der Systeme berücksichtigen. In der Regel kommt dann eine Komplettlösung zum Einsatz, für die - fachgerechten Einbau vorausgesetzt - der Systemanbieter auch haftet. Das bedeutet im Umkehrschluss Sicherheit für den Auftraggeber und für den Verarbeiter, der bei der Verlegung dünnschichtiger (Heiz-)Estriche besonders präzise und sorgfältig vorgehen sollte.

Knauf bietet mit den beheizten und unbeheizten dünnschichtigen Estrichsystemen maßgeschneiderte Lösungen für alle wichtigen Anwendungsbereiche in der Modernisierung und Sanierung. Unbeheizte, dünnschichtige Estrichkonstruktionen im Verbund können mit Knauf Spachtel- und Ausgleichsmassen, Konstruktionen auf Trenn- oder Dämmschicht mit Knauf N 440 ausgeführt werden.

F239.de Knauf Dünnschichtiger Estrich auf Dämmschicht
Letzteres gilt beispielsweise für den F239.de - hier wird die Knauf Ausgleichsmasse N 440 auf einer Dämmschicht verlegt, um den Schall- und Wärmeschutz zu verbessern.

F215.de Knauf Dünnschichtiger Heizestrich als Verbundestrich
Ein bestehender, tragfähiger Estrich oder ein Rohboden kann mit geringem Aufwand mit Knauf Ausgleichsmassen als dünnschichtiger Heizestrich und einer energieeffizienten Fußbodenheizung nachgerüstet werden. Durch eine geringe Rohrüberdeckung, hohe Wärmeleitfähigkeit und eine sehr gute Rohrumschließung entsteht ein schnell reagierender Heizestrich mit kurzen Aufheizzeiten. Die geringste, erzielbare Aufbauhöhe ist 16 mm als Verbundkonstruktion. Übliche Einsatzbereiche sind z. B. Wohngebäude, Bürogebäude und Arztpraxen bis zu einer Nutzlast von 3 kN/m2 Flächenlast und 2kN Einzellast. Für diese Einsatzbereiche (auch in häuslichen Bädern) werden vorzugsweise die Systeme mit den gipsbasierten Ausgleichsmassen N 430 oder N 440 ausgeführt. Ein Beispiel für diese Konstruktion ist der F215.de: Die Ausgleichsmasse mit dünnschichtiger Fußbodenheizung geht einen festen und nahezu vollflächigen Verbund mit dem vorbereiteten Untergrund ein für eine besonders dünne Aufbauhöhe ab 16 oder 20 mm.

F235.de Knauf Dünnschichtiger Heizestrich auf Dämmschicht
Sollen neben dem dünnen Aufbau zusätzlich noch Wärme- und Schallschutz verbessert werden, eignet sich der F235.de am besten: Hier werden die Ausgleichsmasse N 440 und die dünnschichtige Fußbodenheizung auf einer Dämmschicht verlegt. Varianten dieser Konstruktion sind der F235.de Knauf dünnschichtiger Heizestrich auf Hohlkammerplatte oder auf Dämmplatte mit Klettbeschichtung.

Bei allen Konstruktionen ist Sorgfalt oberstes Gebot, da zum Beispiel eine Dickenschwankung der Estrichscheibe eine größere Auswirkung hat als bei dickeren Standardkonstruktionen. Der Estrichleger muss den Untergrund auf Eignung prüfen und gegebenenfalls besondere Vorbereitungen durchführen. Grundsätzlich muss er die Konstruktion nach den Vorgaben des Systemanbieters ausführen, das betrifft den Aufbau, die Produkte und den Belag.

Vor der Ausführung sollte mit dem Auftraggeber vertraglich festgehalten werden, dass es sich bei dünnschichtigen (Heiz-)Estrichsystemen nicht um eine Standardestrichkonstruktion nach DIN 18560 handelt und deshalb die Leistungsmerkmale von Standardkonstruktionen eventuell nicht erreicht werden. Außerdem können bei solchen Sonderkonstruktionen auch Beschränkungen der Bodenbelagsauswahl entstehen.

Gut zu wissen

Knauf hat die technische Unterlage FE22.de über die dünnschichtigen Estrichsysteme erweitert und um neue Varianten von beheizten und unbeheizten Lösungen ergänzt. Das Technische Blatt steht unter www.knauf.de zum Download zur Verfügung.
Dünnschichtige Estrichsysteme für Bauen im Bestand
Foto/Grafik: Knauf/Stefan Ernst
Speziell bei der Sanierung im Bestand, wenn nur geringe Aufbauhöhen möglich sind, stellen dünnschichtige Estrichsysteme eine optimale Lösung dar. Auch eine Fußbodenheizung lässt sich so integrieren.
aus FussbodenTechnik 04/21 (Sortiment)