Meisterwerke:

Rott am Inn dicht, weiterer Stellenabbau


Die anhaltende Marktschwäche fordert weitere Einschnitte bei Meisterwerke: Am 26. November 2024 hat das Familienunternehmen den Produktionsstandort Rott am Inn geschlossen. 29 Beschäftigte sind davon betroffen. "Wir sind weiterhin mit einem schwierigen Marktumfeld konfrontiert, in dem wir Kapazitäten bündeln und Produktionsprozesse noch effizienter gestalten müssen", begründet der geschäftsführende Gesellschafter Guido Schulte die Entscheidung. Die Fertigung zieht ins Stammwerk nach Rüthen-Meiste. Vorhandene Anlagen wie Öl- und Verpackungsstraße werden abgebaut, Gebäude und Gelände sollen später vermarktet werden. Das Sägewerk in der Slowakei bleibt bestehen.

Darüber hinaus entfallen auch in Meiste nochmals 30 Stellen in allen Bereichen - Verwaltung, Vertrieb und Produktionsumfeld - nachdem die Belegschaft 2023 bereits um 20 % auf 560 Beschäftigte geschrumpft war. Und schließlich soll auf Sicht auch die eigene Lkw-Flotte aufgegeben werden. Mit den 19 Fahrzeugen wird derzeit mehr als die Hälfte des Volumens in Deutschland ausgeliefert. Nun soll sukzessiv auf Fremdspediteure umgestellt werden. Schulte: "Wir wollen uns auf unser Kerngeschäft fokussieren und den Transport perspektivisch komplett an spezialisierte Dienstleister vergeben."

Die Meisterwerke hatten 2018 in Rott am Inn das damalige Unternehmen Hain Naturböden mit 100 Beschäftigten übernommen, um ihr Angebot im Premiumsegment zu erweitern. Schnell zeigte sich, dass dort an verschiedenen Stellen Handlungsbedarf bestand: Mittels einer Umstrukturierung, Stellenstreichungen, der Eliminierung von Doppelfunktionen und der Bündelung administrativer Funktionen in Meiste wurde 2021 versucht, Hain auf neue, gesündere Füße zu stellen. Doch dann kam erschwerend die sich verschlechternde Marktsituation hinzu, die letztlich dazu führte, den Betrieb in Rott am Inn einzustellen. Die hochwertigen Parkettböden der Marke Hain, die im Übrigen erhalten bleibt, wurden schon zuvor teilweise in Meiste produziert, etwa die Klick-Varianten. In Rott am Inn waren dagegen noch die Oberflächenveredelung und der Versand angesiedelt, die nun auch nach Meiste verlagert werden. Dort wurden die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen, zum Beispiel in eine vollautomatische Spachtelanlage investiert.
Rott am Inn dicht, weiterer Stellenabbau
Foto/Grafik: Meisterwerke
Am Standort Rüthen-Meiste der Meisterwerke werden weitere 30 Arbeitsplätze in Verwaltung, Vertrieb und Produktionsumfeld abgebaut.
aus BTH Heimtex 01/25 (Wirtschaft)