MZE Möbel-Zentral-Einkauf GmbH
"Kann ein Textiler Einrichter Küchen verkaufen?"
Sind Küchen ein sinnvolle Ergänzung zum Angebot eines Raumausstatters? Eindeutig ja, hieß es auf der Jahrestagung der MZE-Fachgruppe Der Textile Einrichter. Ein Selbstläufer ist das technisch anspruchsvolle Sortiment allerdings nicht. Doch MZE hilft dabei, dass es klappt.Ob und wie Raumausstatter erfolgreich Küchen in ihr Portfolio aufnehmen können, war die zentrale Frage der diesjährigen Tagung der Fachgruppe "Der Textile Inneneinrichter" im MZE - Möbel-Zentral-Einkauf. Dazu waren die Mitglieder im ostwestfälische Rödinghausen bei Häcker Küchen zu Gast.
MZE Vertriebsleiter Helmut Stauner machte gleich zu Beginn klar: "Ja! Der Textile Einrichter kann auch Küchen verkaufen. Denn: Die Zukunft liegt in der Vielfalt und der Raumausstatter der Zukunft kann ein Trendsetter sein." Die Küche als zentraler Lebensraum biete enormes Potenzial, um Umsatz und Kundenbindung zu steigern - vor allem in Zeiten, in denen traditionelle Möbelhäuser auf der Großfläche zunehmend unter Druck geraten.
Stauner führte aus, dass Verbraucher im Durchschnitt 12.500 EUR für eine Küche ausgeben - ein Vielfaches im Vergleich zu Ausgaben für andere Wohnbereiche. "Die Küche ist der Treffpunkt für Familie und Freunde. Hier geht es um Genuss und Kommunikation - ein Raum mit hoher emotionaler Bedeutung", so Stauner. Moderne Architektur mit offenen Grundrissen und fließenden Raumübergängen verstärkt diese Entwicklung.
Ein Wettbewerbsvorteil
für Raumausstatter
Einen klaren Vorteil für Raumausstatter sieht Stauner in der Denkweise: "Sie können Räume ganzheitlich betrachten und gestalten, während klassische Küchenverkäufer oft zu sehr in technischen Details stecken bleiben." Mit ihrer Fähigkeit, Materialien, Textilien und Beleuchtung harmonisch zu integrieren, könnten Raumausstatter ihren Kunden Küchenlösungen bieten, die sich nahtlos in das gesamte Wohnkonzept einfügen. Allerdings sei der Küchenverkauf kein leichtes Unterfangen: "Man muss Respekt vor der Komplexität haben." Küchenplanung erfordert technisches Know-how, Präzision und die Fähigkeit, sich in eine Vielzahl von Details einzuarbeiten. Das müsse aber kein Hindernis sein: "Es geht darum, mit überschaubaren Investitionen zu starten und sich ein Basiswissen anzueignen."
Zur Unterstützung hat MZE ein umfassendes Netzwerk an professionellen Dienstleistern aufgebaut. Von der Küchenplanung über den Aufmaß-Service bis hin zu Logistik und Montage können Raumausstatter auf ein modulares System zugreifen, das ihnen die technische Abwicklung erleichtert. Die Erstberatung bleibt dabei in den Händen des Raumausstatters - ein wichtiger Aspekt für die Kundenbindung.
Die Fachtagung machte deutlich: Küchen sind nicht nur ein spannendes Geschäftsfeld, sondern auch eine Möglichkeit, die Rolle des Raumausstatters neu zu definieren. Mit Eigenmarken wie Keno Kent und der neuen Linie Esteetikko bietet MZE seinen Mitgliedern ein breites Produktsortiment sowie ein schlüssiges Beratungskonzept, um sich erfolgreich im Küchenmarkt zu positionieren. "Wer bereit ist, sich den Anforderungen zu stellen und in Wissen sowie Technik zu investieren, wird belohnt", fasste Stauner zusammen. Er sieht die Branche vor großen Herausforderungen - von Digitalisierung über KI bis hin zu Nachhaltigkeit -, doch gerade der Raumausstatter habe das Potenzial, diese zu meistern und als ganzheitlicher Einrichter neue Maßstäbe zu setzen.
Die Diskussion auf der Tagung machte Mut, neue Wege zu gehen. Küchen sind nicht nur eine Erweiterung des Portfolios, sondern auch eine Chance, als Trendsetter die Wohnkultur von morgen aktiv mitzugestalten.
| Michaela Fischer
Foto/Grafik: MZE
"Kann ein Textiler Einrichter Küchen verkaufen?"

Foto: MZE

Foto/Grafik: Myr Deco & More
Myr Deco & More
Erfolgreiche Sortimentserweiterung um Küchen
Nicole und Mario Mayer, Inhaber von Myr Deco & More in Esslingen, haben ihren Betrieb um den Bereich Küchen erweitert und ergänzen so ihr klassisches Raumausstattersortiment, Möbel und Leuchten. Die Entscheidung war Teil eines Konzepts, Komplettlösungen aus einer Hand anzubieten: "Kunden suchen heute einen stilsicheren Partner, der alles koordiniert", sagt Nicole Mayer.
Im neuen Showroom präsentieren die Mayers seit Oktober 2024 zwei Küchenmodelle – eine hochpreisige Variante und eine budgetfreundliche Option. Sie arbeiten dabei mit einem Küchenplaner und einem Schreiner zusammen, um Qualität und Kompetenz zu gewährleisten. Für das erfahrene Raumausstatter-Paar, das seit über 20Jahren selbstständig ist, war die Sortimentserweiterung ein konsequenter Schritt, um den steigenden Ansprüchen ihrer Kundschaft gerecht zu werden. "Das Thema Küche ist sehr komplex, das kann man sich nicht mal eben aneignen, hier braucht man gute Partner, resümiert Nicole Mayer. "Für uns war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung, wir haben im Oktober eröffnet und planen schon die ersten Küchenprojekte.
Foto: Myr Deco & More
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BTH Heimtex 01/25
(Wirtschaft)