Pallmann: Komplett-Konzept von der Oberfläche bis zur Deinstallation
"Wir nehmen Nachhaltigkeit ernst"
Parkett ist die nachhaltigste Bodenlösung, die es gibt, betont Pallmann. Und für viele Entscheider sei der Einsatz von nachhaltigen Produkten und Werkstoffen beim Bauen und Renovieren wichtig. Um sie zu erreichen und abzuholen, hat der Spezialist für Oberflächenveredelung und Parkett für die Mitglieder seiner Parkettprofi-Initiative eine komplette, professionelle Kampagne konzipiert, die zielgruppengerecht über die Vorteile von Parkettböden informiert.Nicht lamentieren, sondern agieren. Nicht verharren und auf bessere Zeiten warten, sondern sich für bessere Zeiten rüsten - so bietet Pallmann der derzeitigen Krisensituation die Stirn. Und die Vorwärtsstrategie scheint aufzugehen: In den ersten sieben Monaten des schwierigen Jahres 2024 behauptete sich der Spezialist für Oberflächenveredelung und Parkettverlegung bei einem weiterhin angespannten Markt im Umsatz auf dem Vorjahresniveau bei einem leichten Mengenrückgang von ca. 3 bis 4 %. Außerhalb Deutschlands zahlt sich für die exportstarke - Anteil 60 bis 70 % - Uzin Utz-Tochter die konsequente Aufbauarbeit in neuen Märkten aus. "Die kommen jetzt. Geduld und langsamer Aufbau tragen Früchte", resümiert Geschäftsführer Stefan Neuberger. In einzelnen angestammten Märkten wie den Niederlanden habe Pallmann Rückschläge hinnehmen müssen, andere wie die Schweiz seien hingegen "vernünftig gelaufen".
Weitere Investitionen geplant,
"größer als in die Orange World"
Alles in allem sind Neuberger und seine Kollegen Klaus Stolzenberger und Michael Röster, beide Mitglieder der Geschäftsleitung, vorsichtig optimistisch. "Wir glauben, dass wir das Tal durchschritten haben." Allerdings rechnen sie auch nicht damit, dass "der Markt explodiert." Wobei für die Würzburger der unverändert und wohl auch weiterhin brachliegende Neubau kaum relevant ist; mit ca. 90 % Anteil dominiert klar die Renovierung das Geschäft.
Unbeirrt hält Pallmann trotz der Marktmisere an seiner 2020 eingeleiteten groß angelegten Investitionsstrategie fest, deren erster Meilenstein der Um- und Ausbau des Stammsitzes in Würzburg war mit der "Orange World", dem großzügigen Schulungs- und Tagungszentrum, als Highlight. Nun folgen die nächsten Schritte: "Wir haben Investitionen vor uns, die deutlich größer sind als in die Orange World", lässt Neuberger durchblicken - unter anderem in neue Anlagen. Damit soll die Basis für weiteres Wachstum geschaffen werden, für das dem noch jungen Industriegeschäft eine wichtige Rolle zukommt.
Nachhaltigkeit als roter Faden
Als weiteren Treiber für das Geschäft der Zukunft sieht Pallmann das Thema Nachhaltigkeit. "Wir nehmen Nachhaltigkeit ernst", betont Neuberger. Parkett sei die nachhaltigste Bodenlösung überhaupt, schon aufgrund ihres CO-bindenden Rohstoffes Holz, verbunden mit der langen Lebensdauer und den Renovierungsmöglichkeiten. Und Pallmann spinne den roten Faden weiter mit lösemittelfreien Ölen und Lacken - sogar hin bis zu einer nachhaltigen Deinstallation, bei der die kaskadische Nutzung von Holz zum Tragen kommt: Mit der Parkettfräse "Biber", die wie ein Hobel funktioniert, können Altböden abgetragen werden (bis zu 15 mm in einem Arbeitsgang) und die entstehenden Späne zu neuen Produkten wie Holzfaserdämmung, OSB-Platten oder Pellets verarbeitet werden. Der Biber eignet sich auch für extrem haftendes Parkett wie Zweischicht- oder Mosaikböden und auch auf schwierigen Verlegeuntergründen wie Spanplatten oder Trockenestrich. Die Maschine ist eine Entwicklung von Pallmanns Schwesterunternehmen Wolff. "Das ist ein Vorteil in einem Firmenverbund: Wir können Ideen aus verschiedenen Quellen schöpfen."
Hanföl bringt auch
technische Vorteile mit sich
Stichwort lösemittelfrei: Hier hat Pallmann im vergangenen Jahr mit seinem Parkettöl Magic Oil Change auf Hanfbasis eine Produktinnovation vorgestellt, deren volles Potenzial sich erst nach und nach herauskristallisiert. Entwicklungsziel war damals, ein Parkettöl, das der Parkettleger gegenüber dem Endkunden als natürlich, nachhaltig und umweltfreundlich argumentieren kann, sich leicht verarbeiten lässt und ein hochwertiges Ergebnis gewährleistet. Das alles erfüllt Magic Oil Change: Es basiert zu über 90 % aus erneuerbaren Rohstoffen aus der Region Würzburg, hauptsächlich kalt gepresstem Hanföl, wird nicht chemisch weiterverarbeitet, lediglich angereichert mit natürlichen Wachsen und Trocknungsmitteln.
"Wir haben dann schnell gemerkt, dass Hanföl nicht nur natürlich, umweltfreundlich und nachhaltig ist, sondern auch technische Vorteile mit sich bringt", sagt Klaus Stolzenberger. "Es macht die Parkettoberfläche resistenter gegen Wasser und Schmutz, unempfindlicher gegen Flecken und sehr hoch beständig gegen chemische und mechanische Beanspruchung." Zugleich sei das Öl sehr verarbeitungsfreundlich, lasse sich mit seiner flüssigen Konsistenz leicht auftragen, dringe tief ein, imprägniere besser und trockne schnell. Bleiben Reste vom Spachtelschlag stehen - kein Thema. Weder bilden sich Flecken aus, noch feuert das Öl das Holz weiter an. Bis zu einer Stunde lang kann man Überlappungen ansatzfrei überpolieren. Diese Verarbeitungssicherheit ist Pallmann extrem wichtig, auch für "denjenigen, der nicht jeden Tag Parkett ölt."
Aufgrund seiner vielfältigen guten Eigenschaften wird Hanföl inzwischen auch den anderen Produkten der Magic Oil-Familie beigefügt, einschließlich der Pflegeemulsion Magic Oil Care. Mehr als 3 bis 5 % sei jedoch aufgrund der beschränkten Rohstoffverfügbarkeit nicht möglich, bedauert Pallmann. Nun sollen die Hanf-Anbauflächen vergrößert werden, dennoch ließen sich die Erntemengen nicht grenzenlos ausweiten.
Kampagne "Parkett.Weil’s echt nachhaltig ist." zielt auf den Endverbraucher
Mit ihren Produkten wollen die Würzburger den Weg für eine umweltbewusstere Branche ebnen und eine nachhaltige Zukunft eintreten. Dafür setzen sie auch auf interne Maßnahmen, wie Photovoltaikanlagen oder E-Mobilität nach dem Vorbild der Nachhaltigkeitsstrategie ihrer Muttergesellschaft Uzin Utz. Und sie wollen auch ihre Kunden aus dem parkettlegenden Handwerk bei deren Nachhaltigkeitsbestrebungen den Rücken stärken, etwa durch professionelle Marketingunterstützung. So hat Pallmann für seine Parkettprofi-Mitglieder eine umfassende Kampagne unter dem Titel "Parkett. Weil’s echt nachhaltig ist." erarbeitet, die mit verschiedenen Instrumenten Endkunden über die Vorteile von Parkettböden informiert. "Denn der Einsatz von nachhaltigen Produkten und Werkstoffen bei der Renovierung und beim Bauen ist für viele Entscheider enorm wichtig", ist die Erfahrung von Klaus Stolzenberger.
Zu den Maßnahmen gehören unter anderem ein individualisierbarer Infoflyer, digital wie als Printversion, Baustellen-Banner und fertig gestaltete Großplakate, für die die Handwerker nur die Schaltungskosten übernehmen müssen (als Leitlinie: Kosten zwischen 200 und 700 EUR/10 Tage). "Klassische Marketingtools sind schon noch gefragt", weiß Daniela Groepl-Biegner vom Pallmann-Marketing. Ebenso werden aber auch Inhalte für den Web-Auftritt und Social Media-Kanäle bereitgestellt. Highlight ist das Video "Renovieren statt rausreißen", das die Angst vor dem "Alptraum" Renovierung nimmt. Einige Parkettprofis nutzen den sympathischen Film bereits auf der eigenen Website, zum Beispiel Parkett-Allmendinger aus Ellwangen. Auch Kurzclips zum Download sind verfügbar.
aus
Parkett Magazin 01/25
(Marketing)