Für ruhige Nächte
Gutes Klima beginnt im Bett
Der Klimawandel ist ein allgegenwärtiges Thema. Doch was hat die Erderwärmung mit unserem Schlaf zutun? Gar nicht so wenig, findet Markus Kamps. Das Bettklima hat großen Einfluss auf die Nachtruhe. Und auch hier gilt: Wer für gutes Klima sorgen will, muss zunächst ein Bewusstsein für das Thema entwickeln und in Anschluss die richtigen Maßnahmen ergreifen - am besten mit Hilfe des Bettenfachhändlers. Der Schlafexperte erklärt die fünf wichtigsten Punkte für ein perfektes Schlafklima.1. Das Raumklima
Das Schlafzimmer sollte 16 bis 18 Grad und etwa 45 bis 65 Prozent Luftfeuchtigkeit haben. Der Raum sollte groß genug sein, damit es nicht stickig wird und optimalerweise liegt es nach Süden. So bekommt es im Winter mehr und im Sommer weniger Sonne ab und die jahreszeitlichen Schwankungen können etwas ausgeglichen werden. Wird es im Sommer trotzdem zu heiß, zum Beispiel in einer Dachwohnung, helfen Thermofolien vor den Fenstern. Besonders wichtig: tägliches Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten, im Sommer am besten früh morgens oder spät abends.
2. Die Zudecke
Die Zudecke reguliert gut 70 Prozent des Bettklimas. Das richtige Füllmaterial, die Füllmenge und der Bezugsstoff müssen an das Wärmebedürfnis des Schläfers angepasst werden. Dieses ist individuell: Jeder hat eine andere Wohlfühltemperatur, die sich zudem nach Jahreszeit oder Lebensalter noch verändert. Die Bettdecke sollte demnach unbedingt sowohl den persönlichen Vorlieben als auch der Saison angepasst sein. Schwere Bettdecken eigenen sich für leichte Personen mit niedriger Körpertemperatur. Kräftigere Personen sollten lieber zu leichteren Decken greifen. Grundsätzlich gilt: Qualität statt Quantität. Hochwertige Füllmaterialien lassen Feuchtigkeit entweichen und sorgen gleichzeitig für eine ausreichende und gute Isolierung.
3. Die Schlafkleidung
Die Schlafbekleidung sollte angenehm auf der Haut liegen, wärmen, atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend sein. Als Stoffe eignen sich hierbei vorzugsweise Baumwolle, im Sommer aber auch Funktionswäsche. Grundsätzlich gelten auch hier die individuellen Bedürfnisse im Vordergrund, die im Beratungsgespräch herausgearbeitet werden können.
4. Die Matratze
Auch die Matratze spielt eine entscheidende Rolle für das Klima im Bett. Die Materialien von Bezugsstoff und Füllung sind wichtig für den Wärmetransport und die Feuchtigkeitsaufnahme. Während Federkernmatratzen und solche aus Naturmaterialien meist ohnehin atmungsaktiv sind, sind in hochwertigen Latex- oder Kaltschaummatratzn Lüftungselemente eingefügt. Bei Wassermatratzen ist der Topper wichtig, da der Schläfer auf Vinyl tendenziell mehr schwitzt. Wichtig ist zudem das Zusammenspiel mit der Zudecke.
5. Die Bettwäsche
Es gibt wärmende, angeraute, glatte oder kühlende Bettwäsche. Im Sinne des guten Schlafklimas empfiehlt es sich, auf saisonale Variationen mit guten Wärme- und Feuchtigkeitseigenschaften des Materials achten.
6. Körper und Geist
Hauptauslöser für schlechten Schlaf ist Stress. Zum Glück dauern Stressphasen oft nicht lange und der gute Schlaf stellt sich von selbst wieder ein. Ist das nicht der Fall, sollte die Stressquelle unbedingt gefunden und ausgeschaltet werden. Dasselbe gilt für Beschwerden wie Verletzungen oder Erkrankungen. Aber auch Themen wie Ernährung oder Schlafhygiene sind hier wichtig und sollten im Fachhandel unbedingt in das Beratungsgespräch mit einfließen.
Schlafexperte Markus Kamps
Seit mehr als 20 Jahren widmet sich Präventologe Markus Kamps als Schlaf-Experte, Schlafcoach, geprüfter Präventologe und Vortragsredner der Schlaf- und Rücken-Gesundheit. Sein Podcast "Sleep & Perform" ist auf Spotify und Apple-Podcasts zu hören: für mehr Wachheit im Alltag durch erholsame Nächte.
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Haustex 09/22
(Wirtschaft)