Decora S.A.
Ewifoam/Decora liefert Designbeläge aus moderner europäischer Produktion
Als Anbieter von Verlegeunterlagen ist Ewifoam/Decora fest etabliert. Jetzt stellt das Unternehmen dem Großhandel seine SPC-Designböden mit mineralischem Kern vor: auf modernen Anlagen in Polen gefertigt und flexibel geliefert - auch als Private Label.Im deutschsprachigen Handel sind die Rigid-Designbeläge von Decora noch relativ unbekannt. Und ausgerechnet jetzt, in Zeiten von Inflation und Energiekrise, will der polnische Hersteller diesen Markt gezielt angehen? "Ja, gerade jetzt", betont Marketingleiter Artur Tomikowski. "Denn Krisen bieten Anlässe zum Umdenken." Durch die massiven Lieferschwierigkeiten habe man in Europa gelernt, auf die Zuverlässigkeit hiesiger Anbieter zu bauen. Hier kommt Decora mit seinen Designbelägen ins Spiel: "Wir bieten ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei hoher Qualität - made in Europe", so Tomikowski.
Tatsächlich sind andere Decora-Produkte in der Region D/A/CH bereits weit verbreitet: Verlegeunterlagen der Marke Ewifoam für Designbeläge, Laminat- und Parkettböden. Decora vertreibt sie hier über die deutsche Tochtergesellschaft Ewifoam E. Wicklein und ist in Sachen Unterlagen einer der führenden Hersteller. Auch Leisten und Profile hat das 1994 gegründete Unternehmen im Programm.
Moderne LVT-Produktion
in Polen aufgebaut
Die Rigid-Designbeläge mit SPC-Träger sind hingegen noch recht neu bei Decora. Sie werden im eigenen Werk in Sroda Wielkopolska bei Posen entwickelt, produziert und umfangreich getestet. 2022 wurde das Werk mit aktuellen Maschinen aufgebaut. Erfahrung mit LVT hat Decora jedoch schon sehr viel länger: Als Spezialist für Bodenunterlagen testet und analysiert der Anbieter seit vielen Jahren Designbeläge, Laminat und Holzböden verschiedener Hersteller in seinen Laboren, kennt daher deren Eigenschaften und Besonderheiten.
Die ersten eigenen LVT-Kollektionen ließ Decora 2018 in Asien produzieren, auf Basis der selbst entwickelten Mineral-Core-Trägerplatte. Covid und der Krieg in der Ukraine zogen menschliche und wirtschaftliche Krisen nach sich; Lieferketten brachen zusammen, und Decora beschloss, die Produktion ins polnische Sroda zu verlagern - auch um mehr Einfluss auf Produktentwicklung und -fertigung nehmen zu können. "Ja, wir haben hier in Polen höhere Kosten als in Asien", so Tomikowski. "Aber gleichzeitig laufen jetzt alle Prozesse stabiler, und wir können schnell und flexibel auf Kundenwünsche eingehen."
Den Großhandel im Blick
Mit seinen Verlegeunterlagen hat Ewifoam/Decora bisher den Fachhandel direkt bedient. Mit den Designbelägen wendet man sich nun vor allem an den Großhandel - und liefert als Systemanbieter zusätzlich darauf abgestimmte Unterlagen und Leisten. Für die Leitung des Vertriebsteams D/A/CH Profi konnte Marktkenner Wolfgang Schüller gewonnen werden, der viele Jahre für einen belgischen Designbelagsanbieter aktiv war.
Derzeit bedient Decora insgesamt 2.100 Profi-Verkaufspunkte in 16 Ländern, vor allem in Europa. Bisher war Polen der mit Abstand größte Markt; 2023 erzielte man in Westeuropa erstmals noch höhere Umsätze, Tendenz: wachsend. Dabei richtet sich das Unternehmen auf die zum Teil sehr unterschiedlichen Verkaufsstrukturen und Bedürfnisse der Länder aus: In Deutschland ist etwa der dreistufige Vertrieb über den Großhandel stark verbreitet, entsprechend sind Eigenmarken ein wichtiges Thema. In den Niederlanden oder in Spanien wiederum steht die Decora-Marke Arbiton deutlicher im Fokus.
Für Fußbodenheizungen
prädestiniert
So sehr sich die europäischen Märkte zum Teil unterscheiden, so eint sie doch ein Thema: die Energiekrise. Hier setzt Decora mit seinen "Mineral-Core"-Kollektionen an: Die weichmacherfreien Träger kombinieren PVC für die Flexibilität mit einem sehr hohen Anteil an Mineralien, die für hohe Wärmedurchlässigkeit sorgen. Neben Rigid SPC zum Klicken sind jetzt auch Klick-Designböden mit integriertem Acoustic Layer und Mineral-Dryback-Beläge im Programm.
Daher eignen sich die Designbeläge laut Anbieter perfekt für Fußbodenheizungen, die im Vergleich zu klassischen Heizkörpern bis zu 10 % Energie sparen; insbesondere die sehr dünnen, elektrisch betriebenen Heizfolien würden heute gern nachgerüstet. "Wir können als erstes Unternehmen garantieren, dass unsere Produkte - Unterlagen wie Bodenbeläge - im Zusammenspiel mit den dünnen Heizfolien funktionieren", erklärt Wolfgang Schüller. "Damit sind wir voll auf die Zukunft ausgerichtet." Auf die Dimensionsstabilität (0,05 %) wirkt sich der besonders hohe mineralische Anteil ebenfalls positiv aus, sodass sich bei stark schwankenden Temperaturen, etwa im Eingangsbereich, keine Lücken zwischen den Bodenelementen bilden. Nicht zuletzt sind die Designbeläge zu 100 % wasserfest.
"Nachhaltigkeit ist Teil unserer DNA"
Als besonders zukunftsfähig sieht Decora sich auch wegen seiner Aktivitäten in Sachen Nachhaltigkeit. Hierdurch will man zum einen den gegenwärtigen und zukünftigen Auflagen seitens der EU gerecht werden; zum anderen ist Nachhaltigkeit laut Tomikowski "Teil unserer DNA". Das schlägt sich beispielsweise im Prinzip der abfallfreien Produktion nieder: Alle Produktionsabfälle lassen sich recyceln, auch alte Bodenbeläge kann Decora zu 100 % wiederverwerten. So haben die Polen ihren Messeboden von der Münchner BAU ins Werk zurückgebracht und dort dem Materialkreislauf erneut zugeführt. Derzeit entwickelt man gemeinsam mit Händlern ein Konzept, um alte Decora-Beläge am Ende ihrer Nutzungsdauer nach Sroda zurückzubringen.
Den CO-Fußabdruck in der Produktion reduziert Decora Schritt für Schritt in verschiedenen Bereichen. So wird die Unterlage Secura Smart jetzt nicht mehr in grünem Farbton hergestellt, sondern in Grau und enthält außerdem 30 % Recyclingmaterial: Das bringe eine CO-Ersparnis von 15 %. Alle Unterlagen und Leisten tragen den Blauen Engel; für die Designbeläge veröffentlicht Decora ausführliche EPD.
Umfangreiche Tests
"Als einziger europäischer Hersteller bieten wir Klick-Vinylboden, Unterlagen, Fußleisten und Profile aus einer Hand und aus eigener Produktion", erklärt Artur Tomikowski. Wer in Sachen Unterlagen erfolgreich sein will, muss sich auch intensiv mit dem Hauptprodukt beschäftigen: den Bodenbelägen. Insofern hat Decora bereits "Hunderte verschiedener Systeme und deren Eigenschaften getestet". Das moderne Labor bietet umfangreiche Analysemöglichkeiten; hiermit überprüft man erstens immer wieder die eigenen Herstellungsprozesse, zweitens die Neuentwicklungen und drittens auch Bodenbeläge anderer Anbieter. Zum einen, um den Wettbewerb im Auge zu behalten; zum anderen, um das eigene Unterlagenangebot auf die Produkte aller wichtigen Bodenbelagslieferanten abzustimmen.
Getestet werden unter anderem die Belastbarkeit der Böden und Unterlagen, auch über längere Zeiträume hinweg, die Präzision der Klickprofile, die Kratz- und Temperaturbeständigkeit, der Tritt- und Raumschall sowie die Stuhlrolleneignung: "Für die Nutzungsklasse 33 sind 25.000 Zyklen erforderlich, aber bei unseren Böden und Unterlagen kommen wir sogar auf bis zu 75.000 Zyklen", erklärt Tomikowski. "Auch das ist Nachhaltigkeit."
Produktentwicklung
dicht am Markt
Als vertikal integrierter Produzent hat es Decora leicht, technische Neuerungen schnell und flexibel einzuführen oder bei der Produktgestaltung auf Sonderwünsche einzugehen - etwa wenn ein Kunde eine spezielle Nutzschichtstärke wünscht oder ein etwas dunkleres Dekor. Generell ist der Hersteller dicht am Markt: Mitarbeiter aus Vertrieb und Marketing sind bei Verlegungen häufig vor Ort und sammeln praktische Erfahrungen bei der Produktverarbeitung, erhalten aber auch Feedback und Anregungen von denjenigen, die Decora-Produkte verkaufen oder verlegen.
"Wenn ein neues Produkt erscheint, sind wir die Ersten, die es testen", erklärt Tomikowski. "Das neue Mineral Dryback zum Beispiel haben wir gleich selbst verlegt, um die Besonderheiten kennenzulernen. Auch unser CEO Waldemar Osuch macht mit." Produktschulungen finden grundsätzlich am konkreten Objekt statt - mit allen Tücken und Besonderheiten. Wer sein Objekt für ein Verlegeseminar zur Verfügung stellt, erhält einen Preisnachlass für die Produkte; beim gemeinsamen Verlegen bekommen die Decora-Mitarbeiter direkt Feedback von den Anwendern. So entstand beispielsweise die Idee zu Verbindungsklebestreifen für Bodenunterlagen, die bereits werksseitig an den Unterlagen angebracht sind.
Flexibel und erfinderisch zeigte sich das Team auch während des Corona-Lockdowns. Tomikowski: "Wir haben hier in Sroda ein Filmstudio gebaut, um unsere Neuheiten zu zeigen, zwei Jahre lang." Präsentationstrainer demonstrierten den Vertrieblern, wie sie vor der Kamera agieren sollten. Inzwischen sind persönliche Treffen zum Glück wieder möglich. Trotzdem nutzt Decora das Video-Know-how weiter für kleine Vorführungen und Anleitungen, und das sehr erfolgreich: Ein großer deutscher Filialist hat bereits Interesse an Installationsvideos für seine Webseite angemeldet.
| Meike StewenMutter Decora, Vertriebstochter Ewifoam
Eine Unternehmensgruppe, viele Namen und leichte Verwirrung in der Branche. Hier nun die Erklärung: Decora heißt das polnische Mutterunternehmen, das Designbeläge, Unterlagen und Fußbodenleisten herstellt und vertreibt. Ewifoam E. Wicklein ist dessen deutsche Vertriebsgesellschaft. Gleichzeitig ist Ewifoam ein Markenname für die Verlegeunterlagen des Anbieters.
Die Decora-Markennamen:
-Arbiton (Hauptmarke für die Profi-Schiene)
-Afirmax (Nebenmarke, zum Teil auch für DIY)
-Floornity (neue Marke, zu 100 % für DIY)
-Ewifoam (Hauptmarke für Trittschalldämmung im D/A/CH-Markt)
aus
BTH Heimtex 11/23
(Wirtschaft)