ViS Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz e.V.
Durchwachsene Jahresbilanz für Heimtextilien und Sonnenschutz
Uneinheitlich fällt die Bilanz des Kompetenz-Zentrums Textil + Sonnenschutz für 2024 aus. Daher lohnt sich der Blick auf die einzelnen Warengruppen, deren Entwicklung teils sehr unterschiedlich verlief. Die Zukunftsaussichten sind von Unsicherheit geprägt.Eine gemischte Bilanz zieht das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz für 2024.
Im Segment Heimtextilien ging der Umsatz insgesamt um 1,8 % zurück. Zweistellig sind die Einbußen bei Deko- und Gardinenstoffen (-12,5 %), nicht ganz so stark bei textilen Bodenbelägen (-5,1 %). In beiden Warengruppen sanken auch die Absatzmengen um 18,1 bzw. 2,6 %. Bei Möbelbezugsstoffen weist die Verbandsstatistik trotz der um 2,7 % erhöhten Absatzmenge einen rückläufigen Umsatz (-1,4 %) aus. Einzig Bettwaren erzielten Zuwächse sowohl bei Absatz (+15,8 %) als auch Umsatz (+1,5 %).
Insgesamt deutlich besser verlief das Geschäftsjahr für die Hersteller von maßgefertigtem innenliegenden Sicht- und Sonnenschutz. Trotz teils stark gesunkener Umsatzzahlen für Doppelrollo (-13,0 %), Plissee (-5,0 %), Horizontaljalousien (-5,3 %), Vertikallamellen (-3,8 %), Flächenvorhänge (-20,4 %) und Raff-/Faltrollos (-11,1 %), ergibt sich insgesamt ein leichtes Plus von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr. Rollo (+2,7 %), Wabenplissee (+2,1 %) und vor allem Insektenschutz (+19,7 %) sorgten für eine insgesamt ausgeglichene Bilanz. Wabenplissee (+3,6 %) und Insektenschutz (+18,0 %) sind auch die beiden Warengruppen, für die höhere Absatzmengen ausgewiesen werden.
Hart getroffen hat es 2024 die Matratzenindustrie, deren Absatzmenge um 7,7 % und deren Umsätze sogar um 9,4 % gesunken sind. Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher zieht sich mit wenigen Ausnahmen durch alle Technologien und Warengruppen. Einzig bei Unterfederungen und Lattenrosten weist die Umsatzkurve nach oben.
Die Probleme bleiben
Die angespannte politische und wirtschaftliche Lage, mit der sich die Hersteller 2024 konfrontiert sahen, dürfte auch im laufenden Jahr die Geschäfte beeinflussen, wobei zumindest die politischen Turbulenzen in Deutschland nach der Regierungsbildung vorerst beseitigt sein sollten. Was bleibt sind die globalen geopolitischen Spannungen, insbesondere der anhaltende Ukraine-Krieg und die Konflikte im Nahen Osten. Auch die jüngst gesenkte Konjunkturprognose mit einem Nullwachstums für 2025 bieten laut Kompetenz-Zentrum wenig Anlass für Optimismus. Als weiterer großer Unsicherheitsfaktor wird die politische und wirtschaftliche Rolle der USA unter Präsident Trump genannt. Die angedrohten Strafzölle auf Produkte aus China bergen die Gefahr, dass dortige Hersteller andere Absatzregionen suchen und stärker in den deutschen Markt drängen. Hinzu kämen die Importzölle in Höhe von 25 %, welche die USA für die Einfuhr europäischer Waren angekündigt hat. Sollten sie zu einem echten Handelskrieg mit der Europäischen Union führen, müsse die deutsche Wirtschaft mit einem weiteren Jahr Rezession rechnen, so die Befürchtung.
Und auch von der Konsolidierung des Marktes seien die Hersteller von Heimtextilien und maßkonfektioniertem Sicht- und Sonnenschutz vermehrt betroffen. Die anhaltend schlechte Konjunktur und die reduzierte Nachfrage habe viele Unternehmen in eine prekäre Lage gebracht. Hinzu kamen steigende Produktionskosten, der Mangel an Fachkräften und nicht zuletzt die Kaufzurückhaltung der Verbraucher.
Vor diesem Hintergrund fordern der Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie, der Verband innenliegender Sicht- und Sonnenschutz sowie der Fachverband Matratzenindustrie von der neuen Bundesregierung die Förderung von Investitionen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller, eine klare und verlässliche Steuerpolitik zur Planungssicherheit sowie der Abbau von Bürokratie. Insgesamt gelte es, den Unternehmen langfristige Perspektiven zu bieten, die den Produktionsstandort Deutschland sicherten und vor Abwanderung ins Ausland schützten.
aus
BTH Heimtex 06/25
(Wirtschaft)