Delius GmbH & Co. KG

Wie Delius Zukunft gestaltet

Inhaber Friedrich Wilhelm Delius, die Geschäftsführer Dr. Marc Schmidt und Andreas Zimmermann, Atelierleiterin Stefanie Kerpen sowie Marketingleiterin SylkeMikolajczak über textile Innovationen, den Ausbau internationaler Märkte und die Leidenschaft fürs Material bei Delius.

BTH Heimtex: Bei Delius gab es zuletzt mehrere personelle Veränderungen. Was steckt dahinter?

Dr. Marc Schmidt: Wir haben hier keine grundlegend neue oder andere Aufstellung vorgenommen, sondern einzelne Nachbesetzungen realisiert. Stefanie Kerpen hat die Leitung des Ateliers übernommen und in der Geschäftsführung ist Andreas Zimmermann neu an Bord. Damit wollen wir neue Impulse im internationalen Wachstum setzen. Das ist sicherlich auch eine Ausrichtungsfrage und das macht Delius als Unternehmen mit einer über 300-jährigen Geschichte aus, getreu unserem Motto "Aus starken Wurzeln wachsen".

Delius entwickelt sich kontinuierlich weiter - Stillstand kennen wir nicht. Aktuell erzielen wir rund 65 % unseres Umsatzes außerhalb Deutschlands, mit starkem Wachstumspotenzial in verschiedenen Segmenten. Insbesondere in den Bereichen Hotel, Maritim und Care wollen wir unser Sortiment künftig noch klarer profilieren - immer mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Auch der Heimatmarkt bleibt für uns wichtig. Hier haben wir mit Petra Rauber, die seit April das D/A/CH-Geschäft verantwortet, personell nachjustiert. Deutschland, Österreich und die Schweiz wachsen immer stärker zusammen, insbesondere im projektorientierten Geschäft. Mit diesem Schritt wollen wir die internationale Vernetzung weiter vorantreiben.

BTH Heimtex: Drei Jahrhunderte Unternehmensgeschichte - Fluch oder Segen?

Friedrich Wilhelm Delius: Ganz klar ein Segen. Unsere Historie ist zugleich Verpflichtung und Erfahrung. Wir haben uns schon mehrfach neu erfinden müssen und werden das auch in Zukunft tun. Aktuell machen wir das mit der noch stärkeren Fokussierung auf den Objektsektor bei Delius und auf die technischen Gewebe bei Delcotex.

BTH Heimtex: Wie gelingt der Spagat zwischen Tradition und Moderne?

Schmidt: Ich sehe da keine Gegensätze, sondern eine Symbiose. Unsere Werte - Vertrauen, Verbindlichkeit, Kontinuität - geben Orientierung. Wir leben diese Werte jeden Tag - und unsere Mitarbeitenden spüren das. Gleichzeitig bringen unsere jüngeren Kolleginnen und Kollegen viel frischen Input, etwa bei der Digitalisierung. Wir arbeiten an einem neuen CRM-System, sind im Bereich KI aktiv und haben unser SAP-System modernisiert. Das Schöne bei Delius ist, dass - unabhängig vom Alter - alle diesen Prozess mit uns gehen. Dieser generationenübergreifende Zusammenhalt ist eine unserer größten Stärken.

Andreas Zimmermann: Unsere Wurzeln liegen in der Weberei - das sieht man noch heute in unserer hochmodernen Produktion in Jöllenbeck. Inklusive eigener Textilprüfung und Qualitätssicherung verfügen wir über enormes Know-how - von der Garn- bis zur Flächenerzeugung. Das verschafft uns im Markt ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Wir können als Technologieführer positiv in die Zukunft schauen.

BTH Heimtex: In Zeiten von Fachkräftemangel und Nachwuchsproblemen: Wie sieht das bei Delius aus? Bilden Sie aus?

Schmidt: Wir haben in der Delius Gruppe aktuell 26 Auszubildende und vier dual Studierende in insgesamt sieben Berufen. Unsere Übernahmequote liegt bei 85%. Das ist für uns eine große Motivation und Antrieb und stärkt unser Unternehmen langfristig. Ein gutes Beispiel hierfür ist unser Team im Bereich Entwicklung
Stefanie Kerpen: Gerade im Design profitieren wir von einem maximal breit aufgestellten Team. Diese Vielfalt an Menschen und Kompetenzen macht unsere Kreativität aus. Unser Ziel ist es, diese Ressourcen gezielt in die Zukunft zu führen.

BTH Heimtex: Seit 2020 ist kein Familienmitglied mehr operativ in der Geschäftsleitung tätig. Wie viel Delius steckt denn noch in Delius?

Delius: Sehr viel. Das hängt ja nicht nur an Familienmitgliedern, sondern am gesamten Unternehmen und an den Mitarbeitenden; der Geist eines Familienunternehmens lebt durch die Menschen und Werte weiter. Die nächste Generation ist über den Beirat eingebunden und an der geschäftlichen Entwicklung der Firma sehr interessiert.

Schmidt: Wir profitieren sehr von unserer Eigentümerstruktur in Form des Familienbeirates. Sie bietet Werte, Orientierung und einen Handlungsrahmen, der weiter gefasst ist als in einem Konzern. Diese Freiheit fördert Kreativität, Innovation und am Ende auch Profitabilität.

BTH Heimtex: Sie sprachen davon, dass mehr als die Hälfte der Umsätze im Ausland generiert werden. Was sind Ihre wichtigsten Exportmärkte?

Schmidt: Frankreich ist mit 10 % Umsatzanteil ein Schlüsselmarkt, den wir seit Kurzem direkt betreuen. Italien, England, Skandinavien - insbesondere für Hotel und Maritim - sind weitere wichtige Märkte. Polen ist ein starker Markt für uns, auch der Balkan, die Ukraine und Südosteuropa entwickeln sich gut. Weiteres Potenzial sehen wir noch in Südeuropa, zum Beispiel Spanien und Portugal. Das gilt auch in der Region Naher Osten. Den US-Markt müssen wir ein wenig unter den neuen Gegebenheiten betrachten. Asien ist für uns ein Markt, den wir sehr differenziert betrachten. Hier sehen wir gute Entwicklungsmöglichkeiten, vielleicht nicht in der Breite, aber doch für spezifische Produktsegmente.

BTH Heimtex: Wird der stilisierte Globus im Delius Logo damit größer?

Schmidt: Nein, er bleibt. Aber wir bearbeiten Märkte heute gezielter. Gerade das Segment Maritim boomt durch das Wachstum im Kreuzfahrtschiffbau. Jedes Geschäft hat seine Besonderheiten, denen wir mit unserer Struktur entsprechen wollen.

BTH Heimtex: Wie gliedert sich Ihr Objektgeschäft?

Sylke Mikolajczak: An erster Stelle steht bei uns das Hotelgeschäft, gefolgt vom Care-Bereich und dann Maritim.

Schmidt: Gerade im Care-Bereich ist die Nähe zum Raumausstatter zentral, denn vieles läuft lokal. Auch im Hotel setzen wir auf Raumausstatter als Projektpartner. Auch Low-Budget-Ketten setzen zunehmend auf Qualität und Service. Sie haben heute hohe Ansprüche an Montage, Design und Funktion.

Zimmermann: Es wird insgesamt textiler, selbst in günstigen Hotels. Vorhänge, Teppiche, Akustikstoffe: Der Anspruch ist gestiegen. Gleichzeitig wachsen Design- und Boutiquehotels stark. An Bedeutung gewinnt hier auch das Thema Nachhaltigkeit.

Kerpen: Hotels sind heute mehr als Übernachtungsorte - sie werden zu Treffpunkten und Arbeitsräumen, Stichworte: Connecting und Networking. Das verändert auch ihre Gestaltung, weil in Bereichen, in denen viel gesprochen wird, das Thema Akustik relevant ist - hier braucht es spezielle Funktionstextilien.

BTH Heimtex: Herr Zimmermann, was sind Ihre ersten Prioritäten als Geschäftsführer?

Zimmermann: Zunächst analysieren, zuhören, verstehen - dann gemeinsam mit Marc Schmidt Schwerpunkte setzen und Strategien entwickeln. Mein Fokus liegt klar auf dem Vertrieb. Struktur, Klarheit und schnelles Handeln sind entscheidend. Ich glaube, dass Delius in der textilen Welt eine sehr gute Basis hat, auf die ich aufbauen kann.

BTH Heimtex: Wie sind die Führungsrollen verteilt?

Schmidt: Wir haben eine Holding als Muttergesellschaft mit Shared Services für HR, Finance, IT & Controlling. Die operativen Gesellschaften - Delius, Delcotex und Jording - agieren eigenständig. Herr Zimmermann ist Geschäftsführer bei Delius, ich unterstütze dort als Co-Geschäftsführer und leite zusätzlich Holding und Delcotex.

BTH Heimtex: Frau Kerpen, wie prägt Ihre Leitung das Atelier?

Kerpen: Wir haben eine breite Palette an Deko-, Möbel- und Funktionsstoffen, die wir selbst entwickeln. Zusätzlich spielen wir das Thema Nachhaltigkeit. Vor fünf Jahren sind wir mit dem Thema Ecoline gestartet. Mit der Kollektion Ecosafe, die biologisch abbaubares Polyester beinhaltet, gehen wir einen Schritt weiter in Richtung Nachhaltigkeit. Unsere Maxime: Ästhetik, Funktion und Umweltverantwortung gehören zusammen - das ist Delius-DNA.

BTH Heimtex: Gehen Sie bei der Entwicklung eines Akustikstoffes anders vor als bei der Designentwicklung für den nachhaltigen FR Stoff?

Kerpen: Schon beim Garn ist der Ansatz anders, etwa bei Akustikstoffen. Auch die Optik verändert sich: Technische Stoffe wirken heute textiler, weicher und hochwertiger. Ziel ist, dass Funktionstextilien nicht mehr als solche erkennbar sind, sondern selbstverständlich Teil des Designs werden.

Schmidt: In diesem Kontext möchte ich eine besondere Dienstleistung von Delius erwähnen: unser Return-Konzept, also die Rücknahme der sortenreinen Textilien. Denn uns liegt das werkstoffliche Recycling sehr am Herzen. Wir sind in der Lage, bei der Auslieferung neuer Textilien, sortenreine Alttextilien zurückzunehmen. Daher ist das Thema Sortenreinheit bei uns in der Designentwicklung schon relevant, damit wir das Produkt am Ende des Lebenszyklus zurücknehmen und recyceln können. Das heißt auch, dass Delius-Produkte so hochwertig sind, dass sie einen langen Lebenszyklus haben, denn auch das entspricht den Anforderungen an Nachhaltigkeit.

BTH Heimtex: Wie sieht dieser Rücknahmeprozess aus?

Mikolajczak: Unsere Kunden sammeln die Stoffe und senden sie an Delius. Wir lagern sie zwischen und führen sie dann dem Recycling zu - etwa zur Herstellung von Dämmmaterialien. Ecosafe Artikel eignen sich sogar für den biologischen und technischen Kreislauf, ganz nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip. Es ist das einzige synthetische Textilmaterial, das biologisch abbaubar ist und den C2C Certified Gold Standard erreicht.

Kerpen: Unsere Aufgabe ist es, diese Vorteile aktiv zu kommunizieren - denn der Endkunde fragt selten von sich aus nach biologisch abbaubaren Stoffen.

Schmidt: Unsere Kunden - etwa Architekten - erwarten eine klare Produktstory. Deshalb müssen wir unsere Botschaft immer wieder erzählen: Was macht ein Delius-Produkt aus, warum ist es besonders?

Zimmermann: Auch der Fachhandel benötigt diese Geschichten. Niemand braucht noch zusätzliche Musterbügel - was zählt, ist ein durchdachtes, erklärbares Sortiment. Wir haben viele starke Aussagen - zu Technologien, Nachhaltigkeit, Design. Und wir müssen sie mit dem Vertrieb nach außen tragen. Das ist unser USP.

Mikolajczak: Im direkten Kontakt mit Architekturstudenten haben wir die Erfahrung gemacht, dass für sie das Thema Nachhaltigkeit sehr wichtig ist und dass sie darauf in den letzten Jahren ausgebildet wurden. Diese Generation kommt jetzt auf den Arbeitsmarkt - und wir müssen sie mit Informationen versorgen, am besten direkt mit dem Produkt.

BTH Heimtex: Weche Design-Impulse könnten für Ihr Produktportfolio Delius relevant werden?

Kerpen: Auf der Mailänder Möbelmesse war deutlich zu spüren: Stofflichkeit feiert ein Comeback. Kaum ein Designer kam ohne eigene Textilkollektion aus - ein starkes Signal für unsere Branche.

Schmidt: In einer Welt, die von Glas, Beton und Holz dominiert wird, entdecken wir zunehmend die Grenzen dieser Materialien. Textilien bekommen dadurch eine neue, fast emotionale Bedeutung. Das beobachten wir auch bei Delcotex im Automotive-Bereich: Dort heißt es von Kunden, dass künftig vor allem Textilien Wertigkeit im Fahrzeuginterieur vermitteln können. Kunststoff hat hier seine Grenzen.

Kerpen: Und wenn sich autonomes Fahren durchsetzt, wird das Fahrzeuginnere zu einem atmosphärischen Raum. Dann geht es weniger um technische Features als um Komfort und haptische Qualität - und hier sind textile Oberflächen wie ein stoffbezogenes Armaturenbrett eine echte Bereicherung.

BTH Heimtex: Gibt es hinsichtlich Design und Designentwicklung langfristige Projekte oder Ideen?

Kerpen: Mein Wunsch ist es, die technische Expertise von Delcotex stärker mit den gestalterischen Kompetenzen von Delius zu verbinden - etwa für eine Funktions- oder Architektenkollektion. Auch eine Erweiterung des Portfolios in Richtung Wand- und Bodenlösungen wäre eine spannende Perspektive.

BTH Heimtex: Wie wollen Sie die Delius Group in der Gesamtheit in den nächsten Jahren positionieren?

Schmidt: Unser Ziel ist es, die Kundennähe in der D/A/CH-Region weiter zu stärken. Das ist essenziell für unser Kerngeschäft. Gleichzeitig wollen wir international wachsen. Unsere Vision für die nächsten drei bis fünf Jahre ist klar: stärkere Kundennähe, gezielter Ausbau der Marktsegmente - und das alles aus einer Position der Stärke. Wir sind gut aufgestellt, sehen aber weiterhin Spielraum für Entwicklung - sowohl im Sortiment als auch im Markt.

BTH Heimtex: Welche Rolle spielt dabei der Vertrieb?

Schmidt: Unser Vertrieb ist äußerst kompetent und weit mehr als nur Produktverkauf. Wir entwickeln gemeinsam mit dem Handwerk vor Ort individuelle Lösungen. Diese enge Partnerschaft ist für uns elementar. Unsere Branche lebt von Halbfertigfabrikaten. Da ist es entscheidend, ein klares Bild für die finale Lösung zu vermitteln. Digitalisierung wird uns helfen, dieses Ziel noch effizienter zu erreichen. Auf jeden Fall werden wir dabei sehr eng mit unseren Partnern zusammenarbeiten.

BTH Heimtex: Vor welchen Herausforderungen steht das Unternehmen aktuell?

Schmidt: Lieferkettenprobleme haben wir dank unserer starken Sourcing- und Produktionsstrukturen gut im Griff. Dem Thema Bürokratie begegnen wir mit dem notwendigen Pragmatismus. Was getan werden muss, tun wir - und da, wo es sinnvoll ist, auch mehr.

Was uns jedoch intensiv beschäftigt, ist der Fachkräftemangel. Deshalb investieren wir stark in die Ausbildung. Die Kombination aus langjähriger Erfahrung und neuen, motivierten Talenten ist für uns essenziell. Das textile Know-how ist komplex und braucht Zeit zur Entwicklung - deshalb ist es unsere zentrale Aufgabe, junge Menschen für Textil zu begeistern und langfristig an uns zu binden.

BTH Heimtex: Wie gelingt Ihnen die Nachwuchsgewinnung?

Schmidt: Wir sind in der Region stark verankert und auf Messen präsent. Delius ist in Ostwestfalen ein bekanntes Traditionsunternehmen mit gutem Ruf - das hilft im Recruiting.

Delius: Dennoch müssen wir als Unternehmen das Image der "Old Economy" hinter uns lassen. Gleichzeitig wird es für alle Unternehmen in Deutschland wichtig sein, eine neue Arbeitskultur zu etablieren - mit mehr Leistungsbereitschaft, um international wettbewerbsfähig zu bleiben.

Schmidt: Die große Herausforderung ist, Arbeit und Freizeit in Einklang zu bringen. Das war schon immer ein Thema, aber die Gewichtung hat sich verschoben. Wir müssen darauf reagieren und gleichzeitig unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern. Personalthemen werden in den kommenden Jahren die größten Aufgaben sein - alles andere ist lösbar. Dabei bleibt unser Geschäft ein People Business, und wir wollen die besten Köpfe an Bord haben.

BTH Heimtex: Was sind Ihre wichtigsten Zukunftsaufgaben?

Schmidt: Ganz klar: Nachhaltigkeit. Dafür setzen wir auf konkrete, belastbare Konzepte. Wir haben gerade die zweite große Photovoltaikanlage installiert, die gemeinsam mit der ersten rund 800.000 kWh Strom liefert. Zusätzlich beziehen wir Strom aus Windkraftanlagen. Wir sind zwischenzeitlich in der Lage, unseren Product Carbon Footprint zu berechnen, den wir unseren Kunden zur Verfügung stellen. All das machen wir sehr kontinuierlich, um 2030 dann CO2-neutral zu werden. Das hat also für uns eine relevante Größenordnung. Nachhaltigkeit muss für uns wirtschaftlich, pragmatisch und verständlich sein.

BTH Heimtex: Wo sehen Sie Delius in zehn Jahren?

Delius: Ich sehe uns ganz klar als eigenständiges und unabhängiges Familienunternehmen. Und ich sehe uns auch immer noch als Textilunternehmen. Ich bin davon überzeugt, dass technische Textilien neben der Ästhetik dabei eine zunehmend zentrale Rolle spielen werden. Denn dadurch können wir uns global betrachtet auf den Weltmärkten unterscheiden - durch Kompetenz, Qualität und stabile Strukturen. Dazu müssen wir unsere technische Expertise stärken und weiter ausbauen. Wir brauchen gute Mitarbeiter, die mit uns mitgehen und die den Common Sense mit uns als Familienunternehmen teilen. Wir wollen wachsen und das aus eigener Hand und überschaubar. Wir wollen uns in keine Abhängigkeiten begeben.

Schmidt: Unser Leitspruch "Aus starken Wurzeln wachsen" ist kein Lippenbekenntnis. Mit einem innovationsorientierten Beirat und einer klaren strategischen Ausrichtung werden wir uns über Innovationen immer weiterentwickeln. Und da wird noch einiges kommen.

Die Fragen stellte Michaela Fischer.

Daten + Fakten Delius
Delius GmbH & Co. KG
Goldstraße 16-18
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/5 43-0
info@delius.de
www.delius.de

Geschäftsführung:
Dr. Marc Schmidt
Andreas Zimmermann
Marketing:
Sylke Mikolajczak
Atelierleitung:
Stefanie Kerpen
Gegründet: 1722
Beschäftigte: ca. 300 (Gruppe)
Schwestergesellschaft: Delcotex Techtex
Gruppenumsatz 2024: 70 Mio. EUR
Sortiment:
-Objektstoffe
-Wandbeläge
-Technische Textilien
Wie Delius Zukunft gestaltet
Foto/Grafik: Delius / SN-Verlag
Die Geschäftsführer Andreas Zimmermann (links) und Dr. Marc Schmidt (rechts) flankieren Friedrich Wilhelm Delius, der das Unternehmen heute als Mitglied des Beirats begleitet, Stefanie Kerpen (Leitung Design und Produktentwicklung) und Marketingleiterin Sylke Mikolajczak.
Wie Delius Zukunft gestaltet
Foto/Grafik: Delius / SN-Verlag
Bis heute Hauptsitz der Delius Gruppe: die Goldstraße inmitten der Bielefelder Altstadt.
Wie Delius Zukunft gestaltet
Foto/Grafik: Delius / SN-Verlag
Pro Jahr werden zwei Kollektionen für verschiedenste Anwendungsbereiche entwickelt.
Wie Delius Zukunft gestaltet
Foto/Grafik: Delius / SN-Verlag
Return-Konzept für textiles Recycling
Mit dem Konzept Return setzt Delius auf Ressourcenschonung und die verantwortungsbewusste Verwendung von Polyester in der Textilindustrie. Rund 70 % der Textilien aus den Kollektion sind sortenrein – bestehen aus 100 % Polyester FR oder Trevira CS – und sind damit leicht recycelbar. Wenn die Objektstoffe am Ende ihres Lebenszyklus nicht mehr den Anforderungen an Optik und Funktion genügen, können sie an den Hersteller zurückgegeben werden. Spezialisierte Recyclingpartner verarbeiten die Materialien weiter zu Filzelementen, die als Dämmstoffe etwa in der Automobil- oder Bauindustrie Verwendung finden.

Bei Auslieferung der sortenreinen Stoffe stellt Delius dem Fachbetrieb bzw. dem Konfektionär ausreichend Return-Etiketten für die Kennzeichnung zur Verfügung. Diese sichern auch nach Jahren die Berechtigung, die Stoffe an das Unternehmen zurückzusenden. Über einen QR-Code können weitere Informationen zum Prozess abgerufen werden.
Wie Delius Zukunft gestaltet
Foto/Grafik: Delius / SN-Verlag
Ecosafe – Kreislauffähige Dekorationesstoffe
Mit der Kollektion Ecosafe bringt Delius eine Serie schwer entflammbarer Objektstoffe, die biologisch abbaubar und kreislauffähig sind und zugleich die Funktionalitäten herkömmlicher Polyesterstoffe bieten. Sie basieren auf dem innovativen, Cradle-to-Cradle Gold-zertifizierten Garn Nanea von Oceansafe. Es wird ohne schädliche Substanzen hergestellt, enthält keine Toxine wie Schwermetalle, Antimon, flüchtige organische Verbindungen, Hormonstörungen verursachende Stoffe oder phosphorhaltige Flammschutzmittel. Am Ende des Produktlebens werden die Textilien über ein Rücknahmesystem eingesammelt und entsprechend des technischen Kreislaufs in Ausgangsstoffe für die Herstellung neuer Fasern und Garne umgewandelt.

Zur Ecosafe-Kollektion gehören der Dekostoff Bloom in 14 Unifarben sowie drei Gardinenartikel: Future Delight (habltransparente Gardine in Kreppbindung und vier Farben), Hope Delight (transparenter Voile in softem Weiß) und Earth Delight (transparenter Gardinenstoff mit Shantung-Effekt).
aus BTH Heimtex 06/25 (Wirtschaft)