Deko+Stoffe Fachhandelsumfrage 2025 - Teil 2
Vertrauen in Marken zählt, Innovation und Vertrieb werden kritischer gesehen
Im Schnitt sind es wieder einmal gute Noten, die der Fachhandel an seine Lieferanten von Deko und Stoffen verteilt. Platz 1 im Gesamtergebnis teilen sich in diesem Jahr Ado und Jab Anstoetz, dicht gefolgt von Jab-Tochter Gardisette.In unserer Fachhandelsumfrage Deko+Stoffe nehmen wir die Leistungsfähigkeit der Lieferanten anhand von 14Einzelkriterien unter die Lupe. Ergänzend bilden wir daraus fünf aggregierte Kategorien unter den Oberbegriffen Mensch, Service, Produkt, Image und Management. In diesem Jahr fällt auf, dass die besten Noten für Image verliehen wurden - ein Novum, denn in den Vorjahren hat regelmäßig der Service die Bestnoten erhalten. Unter Image werden die Einzelkriterien Markenstärke und Sympathiewert zusammengefasst. Der Handel hat in diesem Jahr also eher subjektiv empfundene Softskills mit den besten Benotungen bedacht, was zeigt, dass emotional aufgeladene Faktoren eine zunehmend wichtige Rolle in erfolgreichen Geschäftsbeziehungen auf Augenhöhe spielen.
Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle erwähnt, dass die zweitbeste Benotung für den Punkt Service abgegeben wurde: Lieferschnelligkeit, Lieferzuverlässigkeit und Reklamationsbearbeitung. Zusammengenommen unterstreicht dieses Votum die Bedeutung von Faktoren wie Zuverlässigkeit, Verbindlichkeit und Ansprechbarkeit in den Geschäftsbeziehungen.
Die acht Unternehmen, die wir in diesem Jahr näher haben untersuchen lassen, wurden auf Grundlage der Marktverbreitung aus dem Kundenbarometer des Vorjahres ausgewählt. Das bedeutet, dass es sich bei diesen Firmen um die "Klassenbesten" hinsichtlich des Verbreitungsgrades aus dem Jahr 2024 handelt. Das wiederum erklärt, dass auch 2025 die Umfrageergebnisse in den Einzelbewertungen extrem dicht beieinanderliegen und die Unterschiede oft nur graduell sind, jedoch über die Platzierung des Unternehmens entscheiden.
So haben wir es in diesem Jahr mit der Konstellation zu tun, dass sich in der Gesamtbewertung (Durchschnittsnoten aller Eigenschaften) Ado und Jab Anstoetz jeweils mit der Note 2,03 den ersten Platz teilen, dicht gefolgt von Jab-Tochter Gardisette (Note 2,06). Auch der vierte Platz wird mit der Note 2,12 zweimal vergeben, und zwar an den Möbelstoff-Experten Höpke Textiles und den Gardinen-, Deko- und Posamenten-Spezialisten Gustav Gerster. Die weiteren Platzierungen gehen an Saum & Viebahn (2,14), Indes Fuggerhaus (2,17) und Heco (2,24).
Die Unterschiede sind in den Bewertungen oft nur marginal. Zwischen Rang 1 und Platz 8 in der Gesamtnote liegen lediglich 0,21 Notenpunkte. Etwas breiter sind die Ergebnisse in den Einzelkategorien gestreut: Hier reicht das Spektrum vom Sympathiewert von 1,51 für Ado bis zu einer 2,83 für das Marketing von Höpke Textiles.
Bei den Einzelbewertungen kann sich Jab Anstoetz diesmal über sechs erste Plätze freuen. Mit Gardisette fährt ein weiteres Unternehmen der Jab Anstoetz Group weitere drei Erstplatzierungen ein. Zweimal Rang 1 können Ado und Gerster verbuchen, während sich Höpke Textiles und Indes Fuggerhaus jeweils einmal das Feld anführen.
Die Lieferanten im Einzelnen (in alphabetischer Reihenfolge):
Ado
Die Goldkante
wieder ganz oben
Ado und Jab Anstoetz liefern sich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Pole Position in unserer Fachhandelsumfrage. 2025 setzt sich die Goldkante beim Verbreitungsgrad mit beachtlichen 74 % klar an die Spitze. Auch im Ranking nach Durchschnittsnoten ist es nach Platz 3 im Vorjahr nun Rang 1, hier jedoch gemeinsam mit den Bielefeldern.
Besonders stark schneidet Ado in zwei zentralen Kategorien ab: Beim Sympathiewert erzielt das Unternehmen mit der Note 1,51 die Bestmarke (Vorjahr 1,56) genauso wie für die Qualität des Außendienstes, die mit 2,07 (2,04) bewertet wird. Auffällig dabei: Obwohl die Noten im Vergleich zum Vorjahr minimal schwächer ausfallen, führen sie zu besseren Platzierungen - ein deutliches Indiz dafür, dass der Handel insgesamt strenger bewertet hat.
Gleich in sechs Einzelwertungen erreicht die Goldkante den zweiten Platz: Qualität des Innendienstes (1,91/1,83), Produktinnovation (2,11/2,23), Markenstärke (1,99/1,93), Marketing (2,53/2,54), Zukunftsperspektiven (1,95/2,08) und Nachhaltigkeit (2,29/-). Letztere Kategorie haben wir erstmals abfragen lassen, daher gibt es hierzu keine Vergleichswerte.
Im guten Mittelfeld bewegt sich die Goldkante bei der Produktqualität. Hier hat der Handel die Note 1,87 vergeben, womit Ado von Rang 2 im Vorjahr (1,82) etwas abgerutscht ist. Auch bei der Lieferschnelligkeit zeigt der Pfeil leicht nach unten: Der Note 1,94 stehen eine 1,90 und Platz 2 aus dem Vorjahr gegenüber. Konstant bleibt der vierte Rang in der Vertriebspolitik, wenn auch mit einer leichten Verbesserung auf 2,06 (2,08).
Weniger glänzend sieht es beim Preis-Leistungs-Verhältnis aus: Wie im Vorjahr bleibt Ado hier auf Platz 5 (2,20/2,19). In der Disziplin Lieferzuverlässigkeit konnten sich die Oberurseler vom vorletzten Rang mit einer hauchdünnen Verbesserung der Note auf 1,93 (1,95) zwei Positionen nach oben bewegen. Die Reklamationsbearbeitung bleibt die größte Baustelle: Mit der Note 2,08 landet Ado auf dem achten und letzten Platz - trotz minimaler Verbesserung gegenüber dem Vorjahr (2,09), als es noch zu Rang 5 reichte.
Fazit: Ado präsentiert sich in der Wahrnehmung des Fachhandels als starker, sympathischer Partner mit klarem Markenprofil. Vor allem in den Oberkategorien Mensch, Image und Management erzielt das Unternehmen Top-Bewertungen. Schwächen zeigen sich eher in den operativen Bereichen wie Lieferzuverlässigkeit und dem Umgang mit Reklamationen.
Gardisette
Viele Platzierungen
unter den Top 3
Mit einem Verbreitungsgrad von 41 % landet Gardisette im diesjährigen Kundenbarometer auf dem sechsten Rang. In der Bewertung nach Durchschnittsnoten schneidet die Jab-Tochter deutlich besser ab: Mit einer Gesamtnote von 2,06 (Vorjahr: 2,00) behauptet sie souverän den dritten Platz - nur hauchdünn hinter den punktgleichen Spitzenreitern Ado und Jab Anstoetz.
Besonders überzeugend fiel das Votum des Fachhandels in den Kategorien Lieferschnelligkeit und Lieferzuverlässigkeit aus. Beide Disziplinen konnte Gardisette mit den Bestnoten 1,77 bzw. 1,79 für sich entscheiden. Auch bei der Produktinnovation liegt der Lieferant vorn: Trotz einer leichten Verschlechterung von 2,00 auf 2,06 reichte es wieder für Platz 1.
Knapp vorbei am Spitzenplatz schrammt Gardisette bei der Reklamationsbearbeitung (1,95/1,89). Deutlich verbessert hat sich das Preis-Leistungs-Verhältnis: Von Platz 4 (2,13) im Vorjahr konnte sich das Unternehmen mit der Note 2,05 aktuell auf den zweiten Rang vorarbeiten.
In gleich mehreren Disziplinen gab es dritte Plätze - etwa bei der Produktqualität, die sich gegenüber dem Vorjahr (1,90) auf die Note 1,84 verbessert hat. Außendienst (2,11) und Innendienst (1,93) konnten die Platzierung halten, auch wenn die Noten hier leicht nachgegeben haben, gleiches gilt für die Vertriebspolitik (2,02/1,90). Die Zukunftsperspektiven (1,97) werden als gut beurteilt und auch in der erstmals abgefragten Kategorie Nachhaltigkeit (2,44) reicht es für das Siegertreppchen. Beim Marketing musste Gardisette hingegen Federn lassen und landete mit einer Bewertung von 2,81 (2,67) auf Platz 6 (4).
Ein kleines Paradoxon zeigt sich beim Sympathiewert. Obwohl sich die Bewertung auf 1,82 (1,90) leicht verbessert hat, liegt Gardisette auch 2025 auf den letzten Platz. Dabei sollte man im Blick behalten: Der Sympathiewert ist hochgradig subjektiv, die Unterschiede zwischen den Unternehmen sind denkbar knapp, und die Spannweite der Noten reicht aktuell lediglich von 1,51 bis 1,82. Die Note für Gardisette ist also top.
Fazit: Gardisette überzeugt mit starken Platzierungen in den Bereichen Logistik, Innovation und Preis-Leistung. Auch bei Produkt und Service bleibt die Marke stabil in der Spitzengruppe. Nur bei Sympathie und Marketing gibt es derzeit noch Luft nach oben.
Gustav Gerster
Bestnote für Preis-Leistung-Verhältnis
und Produktqualität
Gardinen- und Posamentenspezialist Gerster aus Biberach überzeugt auch in diesem Jahr mit einer durchweg stabilen Performance und kann sich erneut zwei Plätze auf dem Siegertreppchen sichern. Zwar ist der Verbreitungsgrad mit 36 % etwas gesunken, doch in der Gesamtbewertung zeigt sich das Unternehmen dennoch stark: Mit einer Durchschnittsnote von 2,12 (Vorjahr: 2,06) landet Gerster erneut auf dem vierten Platz.
Bei der Produktqualität gelingt ein echter Coup: Mit einer 1,80 (1,86) schließt Gerster von Platz drei zu Höpke auf Rang eins auf. Beim Preis-Leistungs-Verhältnis (1,93/1,83) setzen die Oberschwaben weiterhin Maßstäbe. Beim Sympathiewert landen sie mit 1,61 auf einem beachtlichen zweiten Platz; hier war der Lieferant 2024 mit der Ausnahmebewertung 1,36 allerdings noch Sieger.
Boden gut macht Gerster bei der Lieferzuverlässigkeit und klettert vom letzten Platz (1,95) auf Rang 3 (1,87). Auch bei der Produktinnovation (2,30/2,42) und ebenfalls Rang 3 zeigt der Trend nach oben. Die Reklamationsbearbeitung (1,96) bleibt stark und reicht erneut den dritten Platz. Im oberen Mittelfeld rangiert der Hersteller bei Zukunftsperspektiven (2,08/2,19) und Markenstärke (2,20/2,05). Die Bewertung der Lieferschnelligkeit (1,94/1,95) ist nahezu unverändert, die Platzierung jedoch um zwei Ränge verbessert.
Leichte Einbußen gibt es bei der Vertriebspolitik: Mit einer 2,07 rutscht Gerster von Rang 3 auf 5. Auch der Außendienst erhält mit 2,25 (2,16) eine etwas schlechtere Bewertung, was nun Rang 6 (4) bedeutet. Verbesserungspotenzial sieht der Handel vor allem im Innendienst und im Marketing. Beim Innendienst gelingt immerhin ein kleiner Schritt nach vorn: Vom letzten Platz (2,22) geht es mit einer Note von 2,13 auf Rang 7. Und die Bewertung des Marketings zeigt auf, wie eine hauchdünne Veränderung im Nachkommabereich die Platzierung beeinflussen kann. So ist Gerster diesmal mit der Note 2,82 (2,81) vom sechsten auf den siebten Platz zurückgefallen. Beim Thema Nachhaltigkeit sehen die Bewertungen noch Luft nach oben: Hier gibt es von den Befragten eine 2,73 - ein Wert, der im Wettbewerbsvergleich eher im unteren Drittel liegt.
Fazit: Gustav Gerster bleibt eine feste Größe im Markt - mit klaren Stärken bei Produktqualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und Sympathiewert. In vielen Bereichen zeigt die Tendenz nach oben, auch wenn einzelne Kategorien wie Marketing oder Nachhaltigkeit noch Entwicklungsspielraum lassen. Insgesamt liefert das Unternehmen eine starke und ausbalancierte Vorstellung mit positiver Dynamik.
Heco
Fragezeichen bei den Zukunftsperspektiven
Seit 2024 ist Heco nicht länger als eigenständige Gesellschaft aktiv, sondern agiert nach der vollständigen Fusion mit der Mutter Saum & Viebahn ausschließlich als Marke. Mit einem Verbreitungsgrad von 46 % hat diese 2025 einen ordentlichen Sprung gemacht: vom sechsten auf den vierten Platz. Trotz gewachsener Marktabdeckung fällt die Gesamtbewertung durch den Fachhandel vergleichsweise verhalten aus. Mit einer guten Durchschnittsnote von 2,24 landet Heco auf dem letzten Platz.
Die beste Platzierung gibt es in den Kategorien Marketing (2,61) mit Rang 3. Beim Sympathiewert (1,60, Platz 4) schlägt sich die Marke solide. Innendienst (2,06), Reklamationsbearbeitung (2,04) und Markenstärke (2,26) schaffen es jeweils auf Rang 6. In drei Einzelkategorien steht Heco auf Platz 7: Bei Preis-Leistungs-Verhältnis (2,30), Vertriebspolitik (2,29) und der Innovationskraft (2,44) gibt es deutlich Luft nach oben.
Insgesamt sechs Mal landet Heco 2025 auf dem achten und damit letzten Platz, darunter in den wichtigen Disziplinen Produktqualität (2,09), Lieferschnelligkeit (2,06) und Lieferzuverlässigkeit (2,04). Zusätzlich deutlich schwächer fallen die Noten für Außendienst (2,43) und Nachhaltigkeit (2,82) aus. Die mit Abstand kritischste Bewertung gibt es jedoch in der Kategorie Zukunftsperspektiven: Mit einer 2,22 sehen die Befragten Heco auch hier auf dem letzten Platz. Diese Einschätzung dürfte vor allem Ausdruck einer subjektiv empfundenen Unsicherheit auf Seiten des Fachhandels sein. Seit der Übernahme durch Saum & Viebahn im Jahr 2018 hat es immer wieder strukturelle und strategische Veränderungen gegeben - die vorerst letzte war die vollständige rechtliche Verschmelzung. Diese Entwicklung, so lässt sich vermuten, hat bei einigen Partnern das Vertrauen in Kontinuität und klare Markenführung geschwächt.
Fazit: Heco steht aktuell vor einer identitätsstrategischen Herausforderung. Die Marke profitiert zwar von einer soliden Marktpräsenz und punktet beim Sympathiewert, doch die Bewertungen zeigen: In vielen Disziplinen - von Qualität bis Zukunftsperspektive - wünscht sich der Fachhandel Klarheit, Kontinuität und greifbare Entwicklungssignale. Die Transformation von der eigenständigen Gesellschaft zur Konzernmarke ist abgeschlossen. Nun geht es darum, das Markenprofil wieder nachhaltig zu stärken.
Höpke Textiles
Vertriebspolitik
von Platz acht auf zwei
Mit einem Verbreitungsgrad von 39 % (Vorjahr: 42 %) rangiert Höpke Textiles im diesjährigen Kundenbarometer Deko+Stoffe auf Platz 7, nach Platz 8 in 2024. Im Gesamtranking zeigt sich allerdings ein viel deutlicherer Aufwärtstrend: Mit einer stabilen 2,12 verbessern sich die Oberfranken von Rang 7 auf 4.
Besonders überzeugend ist erneut die Bewertung der Produktqualität: Wie im Vorjahr belegt Höpke hier Platz 1, die Note (1,80/1,77) bleibt auf Top-Niveau. Gleich vier Mal wird der Lieferant mit einer Silbermedaille belohnt. Den deutlichsten Sprung verzeichnet Höpke dabei in der Vertriebspolitik und katapultiert sich mit einer 1,98 vom letzten Platz im Vorjahr auf Rang 2. Auch beim Außendienst zeigt sich ein Fortschritt: Rang 2 (2,10) nach Platz 7 (2,24) in 2024. Solide Noten gibt es auch für Lieferschnelligkeit (1,81/1,75) und -zuverlässigkeit (1,80/1,50), verpasst wird hier aber der Spitzenplatz des Vorjahres. Die Reklamationsbearbeitung zeigt mit 1,96 (1,98) eine leichte Verbesserung, und wird mit einem dritten Platz belohnt. In den Kategorien Qualität Innendienst (1,96), Preis-Leistungs-Verhältnis (2,14) und Nachhaltigkeit (2,51) landet Höpke jeweils auf Rang 4 - ein insgesamt stabiles Mittelfeld.
Beim Sympathiewert liegt Höpke auf Platz 7 (Vorjahr Platz 6 bei gleicher Note 1,80). Bei den Zukunftsperspektiven zeigt sich ein ähnliches Bild: Die Note verbessert sich leicht von 2,18 auf 2,14, trotzdem reicht es aktuell nur für Rang 7 statt 5. Das ist ein gutes Beispiel für die Dynamik des Wettbewerbs - nicht jede bessere Note führt zwangsläufig zu einem besseren Platz, wenn die Mitbewerber ebenfalls aufholen. Verbessert haben sich außerdem die Markenstärke (2,26/2,48) und das Marketing (2,83/2,98), es reicht aber nur für die Plätze 6 und 8.
Fazit: Höpke Textiles kann sich 2025 mit Nachdruck als zuverlässiger, qualitätsorientierter Partner im Markt behaupten. Die Fortschritte bei Vertriebspolitik und Außendienst zeigen, dass Kundennähe aktiv gelebt wird. Gleichzeitig offenbaren sich Schwächen bei Markenwahrnehmung und Zukunftsperspektive - Bereiche, in denen das Unternehmen stärker kommunizieren und klare Signale setzen könnte.
Indes Fuggerhaus
Goldmedaille für Reklamationsbearbeitung
Indes Fuggerhaus ist mit einem Verbreitungsgrad von 48 % auf den dritten Platz vorgerückt. In der Gesamtwertung nach Durchschnittsnoten fällt die Textil-Tochter von Tapetenhersteller A.S. Création hingegen von Rang 5 auf 7 zurück, bei einer leicht schwächeren Note von 2,17 (Vorjahr: 2,10).
Eine Goldmedaille hat der Fachhandel für die Reklamationsbearbeitung mit der Note 1,84 vergeben. Mit einer 2,13 für das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr (2,05) im Nachkommabereich minimal schlechter geworden, sichert aber immer noch eine Platzierung unter den Top 3.
Im guten Mittelfeld auf Rang 4 rangiert Indes Fuggerhaus in den Kategorien Lieferzuverlässigkeit (1,90/1,73) und Qualität des Außendienstes (2,18/2,20). In fünf Disziplinen hat der Fachhandel das Unternehmen mit soliden Noten auf Platz 5 gewählt, was dreimal eine Verbesserung bedeutet: Für die Markenstärke gab es in diesem Jahr eine 2,25 (2,27), das Marketing eine 2,72 (2,85) und die Zukunftsperspektiven eine 2,10 (2,18). Feder lassen musste der Lieferant beim Sympathiewert (1,79/1,65). Die erstmals beurteilte Nachhaltigkeit schneidet mit 2,56 ab.
Einen Platz rauf von 7 auf 6 geht es für die Innovationskraft (2,35/2,44). Ränge verloren hat Indes Fuggerhaus hingegen bei Lieferschnelligkeit (1,97) und Produktqualität (2,04). Das Abrutschen auf Rang 7 bei weiterhin guten Benotungen ist einmal mehr ein Beispiel dafür, dass Unternehmen zwar gute Bewertungen erhalten, sich das Umfeld jedoch verbessert hat und sich dadurch Platzierungen verschieben können. Die rote Laterne trägt der Lieferant aus Marienheide diesmal die Kategorien Vertrieb (2,33/2,10) und Qualität Innendienst (2,20/2,11).
Fazit: Indes Fuggerhaus überzeugt nach wie vor in der Reklamationsabwicklung und punktet bei Preis-Leistung sowie mit einer soliden Marktpräsenz. Doch der Abwärtstrend in wichtigen Disziplinen wie Vertriebspolitik und Innendienst sowie die leicht sinkende Durchschnittsnote zeigen, dass der Rückstand zur Spitze in einigen Bereichen wächst. Potenziale sind jedoch erkennbar, insbesondere dort, wo sich bereits erste Verbesserungen andeuten.
Jab Anstoetz
In sechs Kategorien
ganz oben
Es ist der Klassiker in unserem Kundenbarometer: das Kopf-an-Kopf-Rennen von Jab Anstoetz und Ado. In diesem Jahr teilen sich die beiden Unternehmen Platz 1 im Ranking nach Durchschnittsnoten mit einer 2,03. Bei der Marktdurchdringung haben die Bielefelder im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozentpunkte eingebüßt und liegen mit 62 % auf dem zweiten Rang.
Souverän kann Jab Anstoetz hingegen die Kernkompetenzen mit Top-Platzierungen in den Kategorien Markenstärke (1,96), Marketing (2,20) und Zukunftsperspektiven (1,91) halten. Mit den Bestnoten dokumentiert der Handel einmal mehr das große Vertrauen in die Marke. Außerdem setzen die Befragten die Bielefelder in diesem Jahr bei der Qualität des Außendienstes (1,80) und für die Vertriebspolitik (1,97) auf Platz 1. Das gilt auch für die Nachhaltigkeit (2,17).
Beim Sympathiewert bewegte sich Jab Anstoetz jahrelang im unteren Drittel der Bewertungsskala, allerdings mit Tendenz nach oben. 2025 ist der Sprung von Rang 5 auf Platz 2 (1,61) gelungen. Den Bronze-Rang belegt das Unternehmen bei der Produktinnovation (2,30, Vorjahr: 2,13), der Außendienst (2,19/1,96) schafft es auf Platz 4.
Im unteren Drittel rangiert der Lieferant trotz sehr guter Noten mit der Produktqualität (1,97/1,99), der Lieferschnelligkeit (1,95) und -zuverlässigkeit (1,95). Und mit einer marginal verbesserten Note für das Reklamationsmanagement (2,06/2,10) ist Jab Anstoetz auch in diesem Jahr nicht über den siebten Platz hinausgekommen. Bemerkenswert ist in diesem Kontext, dass die Klassenbesten Ado und Jab Anstoetz in dieser Kategorie das Schlusslicht bilden. Im dicht gedrängten Feld landen die Bielefelder außerdem beim Preis-Leistungs-Verhältnis (2,42/2,40) auf Platz 8 (Platz 7, Note 2,40).
Fazit: Jab Anstoetz bestätigt seine Rolle als Premiumanbieter mit starker Markenidentität, strategischer Weitsicht und hoher fachlicher Anerkennung - vor allem in den zentralen Disziplinen Marketing, Vertriebspolitik und Innendienst. Die sechs Erstplatzierungen sprechen für sich. Gleichzeitig zeigen einzelne Schwächen - etwa bei Preis-Leistungs-Verhältnis, Reklamationsbearbeitung und Logistik -, dass premium nicht automatisch gleichbedeutend mit Spitzenwerten in allen Bereichen ist. Der Fachhandel erwartet auch von etablierten Marktführern kontinuierliche Weiterentwicklung, gerade in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Umfeld.
Saum & Viebahn
Solide Bewertungen,
keine Goldmedaille
Mit einem Verbreitungsgrad von 44 % rangiert Saum & Viebahn in diesem Jahr auf dem fünften Platz, zwei Ränge schlechter als 2024. Im Ranking nach Durchschnittsnoten bleiben die Kulmbacher mit der Note 2,14 auf Rang 6.
Die gute Bewertung im Vorjahr für die Lieferschnelligkeit konnte Saum & Viebahn nahezu halten und belegt mit einer 1,91 (Vorjahr: 1,80) wieder einen dritten Platz. Bei der Markenstärke (2,12) konnte der Textilverlag deutlich aufholen und hat sich vom fünften auf den zweiten Platz verbessert. Für das Marketing ging es marginal im zweiten Nachkommabereich nach unten - 2,62 nach 2,60 -, damit allerdings auch von Rang 3 auf 4.
In gleich sechs Kategorien kommt Saum & Viebahn mit soliden Noten ins Mittelfeld. Auf dem fünften Rang notieren die Reklamationsbearbeitung (2,02/2,09), die Produktqualität (1,94/1,99) und der Sympathiewert (1,79/1,84), wobei sich die Platzierung verbessert hat oder gleich geblieben ist. Von Platz 3 im Vorjahr auf ebenfalls Rang 5 abgerutscht ist der Lieferant bei der Qualität des Innendienstes (2,02/2,00), der Lieferzuverlässigkeit (1,91/1,73) und der Produktinnovation (2,32/2,23).
Das Preis-Leistungs-Verhältnis benotet der Handel aktuell mit einer 2,24 besser als letztes Jahr (2,46); da lag Saum & Viebahn auf dem letzten Platz. Für die Vertriebspolitik (2,15/2,09) fiel das Votum 2025 etwas schlechter aus. Identisch die 2,11 für die Zukunftsperspektiven, wobei sich die Platzierung von vier auf sechs verschlechtert hat. Bei der Kategorie Nachhaltigkeit haben die Fachhändler Saum & Viebahn die Note 2,58 gegeben, ebenfalls Rang 6.
Am schlechtesten schneiden die Kulmbacher mit ihrem Außendienst ab, der mit der Note 2,27 nur den siebten Platz erreicht. Auch hier zeigt sich, wie eng in dem dicht gedrängten Feld guter Lieferanten die Beurteilungen sind. Im Vorjahr rangierte Saum & Viebahn mit einer 2,20 auf Platz 5. Kleine Verschiebungen genügen, um gleich mehrere Ränge zu gewinnen oder wie in diesem Fall zu verlieren.
Fazit: Saum & Viebahn zeigt eine insgesamt stabile Performance mit leichten Verbesserungen bei Markenstärke, Produktqualität und Reklamationsbearbeitung. Das reicht zwar nicht für eine Goldmedaille, aber für ein solides Abschneiden im Mittelfeld. In der Außendarstellung und bei einzelnen Servicedisziplinen gibt es allerdings Nachholbedarf. Das Potenzial für eine Platzierung unter den Top 3 ist da - jetzt gilt es, daran weiterzuarbeiten.
| Michaela FischerBTH Heimtex Fachhandelsumfrage Deko+Stoffe
Panel und Methodik
Die diesjährige Fachhandelsumfrage Deko+Stoffe wurde im Juni und Juli 2025 im Auftrag von BTH Heimtex durchgeführt. Das unabhängige Marktforschungsinstitut Research for Future hat zunächst ermittelt, bei welchen Anbietern der Fachhandel einkauft. Diese Befragung erfolgte gestützt, jedoch offen: Neben vorgegebenen Firmen und Marken konnten zusätzliche Bezugsquellen genannt werden. Die Ergebnisse zeigen den prozentualen Verbreitungsgrad je Anbieter - unabhängig von Umsatz oder Absatzmengen.
Im zweiten Schritt bewerteten die Befragten acht Lieferanten mit Schulnoten zwischen 1 (sehr gut) und 5 (mangelhaft). Abgefragt wurden 14 Einzelkriterien, darunter objektiv messbare wie Konditionen oder Lieferschnelligkeit sowie subjektiv empfundene wie Sympathiewert oder Zukunftsperspektiven. Anschließend wurden sämtliche Noten pro Kriterium zusammengezählt und durch die Anzahl der Nennungen geteilt. Heraus kommenden vergleichbare Durchschnittsnoten, die dann die einzelnen Rankings bilden.
Insgesamt wurden 151 Fachhandelsbetriebe befragt - darunter klassische Raumausstatter mit Ladengeschäft, spezialisierte Heimtextilienfachhändler und gehobene Fachmärkte. Nicht berücksichtigt wurden Filialisten, Großhändler, Kooperationszentralen sowie Großflächenanbieter wie Discounter oder C+C-Betriebe. Die Mehrzahl der befragten Unternehmen (64 %) hat maximal zehn Beschäftigte, die übrigen 36 % mehr als zehn. Regional entfielen 86 % der Rückmeldungen auf Westdeutschland, 14 % auf die ostdeutschen Bundesländer.
aus
BTH Heimtex 09/25
(Wirtschaft)