Gerflor Mipolam GmbH

Gerflor Creation bietet Vielfalt und Gestaltungsfreiheit

Neuigkeiten aus Troisdorf: Gerflor hat die LVT-Kollektion Creation überarbeitet, technisch und optisch erweitert. Die neue DLW Lino Art geht mit zwei Designlinien an den Start. Und der Hersteller hat seine Recyclingkapazitäten ausgebaut.

Im Januar 2026 kommt die neue LVT-Kollektion Creation von Gerflor. Wenn man sie mit einem Wort charakterisieren sollte, dann wäre das wohl "vielfältig". Denn das ist sie gleich in mehrfacher Hinsicht: was die Dekore angeht, was die Einsatzmöglichkeiten angeht, und auch was die Varianten der Verarbeitung angeht.

Überraschen darf einen das allerdings nicht, ist Creation zwar einerseits ein Klassiker im Sortiment der Franzosen mit deutscher Vertriebstochter in Troisdorf bei Bonn - seit 1992 ist sie im Programm -, der aber andererseits im Laufe der Jahre immer wieder optisch dem jeweiligen Geschmack der Zeit angepasst und technisch weiterentwickelt wurde. So bestehen die phthalatfreien, REACH-konformen und emissionsarmen (TVOC <10 g/m3) Böden heute je nach Aufbau zu bis zu 80 % aus mineralischen und recycelten Materialien und sind selbst vollständig recycelbar.

Neue Klick-Variante
mit Akustikrücken

Neben Dryback-Produkten für die Verklebung bietet Creation jetzt zwei Ausführungen mit Fold-Down-Verriegelung für die schnelle und sichere klebstofffreie Verlegung: Clic und Clic Acoustic. Letztere ist neu und verfügt über einen integrierten Akustikrücken, der den Trittschall um bis zu 19 dB senken kann. Gerflor empfiehlt sie nicht nur für Wohnräume, sondern auch für die geräuschsensiblen Bereiche Büro, Bildung und Gesundheit.

Anders als starre Rigid-Beläge, lassen sich die elastischen Vinylböden mit dem Cutter verarbeiten. Dennoch sind die Clic-Beläge belastbar und können etwa bei Sanierungen auf vorhandenen Keramikfliesen mit bis zu 8 mm breiten und 3 mm tiefen Fugen verlegt werden.

Je nach Bedarf besteht die Wahl zwischen vier Nutzschichtstärken: Beläge mit Klicksystem sind mit 0,4 und 0,55 mm erhältlich, Drybacks zusätzlich mit 0,3 mm. Für den Einsatz in Bereichen mit hoher Frequenz und besonders starker Beanspruchung hat Gerflor außerdem für alle Verlegearten eine Extra-Kollektion mit 0,7 mm Nutzschicht im Angebot.

Interior-Trends aufgegriffen

Vielfalt bietet auch das erweiterte Spektrum an Dekoren mit insgesamt 85 Farben. Optisch empfinden sie Materialien wie Holz, Stein und Textil nach, haptisch sorgt eine Oberflächenprägung für Authentizität. Bei einigen Dessins wurden mittels Digitaldruck die Wiederholungen minimiert; so entsteht eine besonders natürliche Flächenwirkung.

Das Designteam von Gerflor hat sich hier an derzeit angesagten Interiortrends orientiert. Etwa der Rückbesinnung auf natürliche Materialien, die bei Terra Nova in warme, erdige Farben mündet, inspiriert von Ocker, Terrakotta, Kalkstein oder rohem Holz. Oder Neo Classic, eine Verbindung edler Materialien wie Marmor mit klaren Linien und zeitgenössischer Architektur. Artefactor steht für auffällige, expressive Dessins in frischen Farben und zeigt beispielsweise textile Strukturen mit Betonoptik. Und schließlich Modern Rustic: Ein Mix aus rustikalen Materialien, der Kontraste schafft und Räumen einen modernen Touch verleiht.

Die daraus entwickelten Dekore sind mit der bewährten Oberflächenvergütung Protecshield versehen. Sie ist widerstandsfähig, lässt sich leicht reinigen und passt mit ihrem ultra-matten Finish gut zu den Dessins.

Das Gestalten von Räumen beschränkt sich bei Gerflor aber nicht auf den Fußboden: Sieben Designs aus Creation sind zusätzlich in der Wandbelagskollektion Mural Revela erhältlich. Mit ihnen lassen sich ganzheitliche Raumkonzepte realisieren - abgestimmt in Farbe, Materialität und Struktur -, beispielsweise in Hotels, Arztpraxen oder auch im gehobenen Wohnbau.


"Wir launchen mit Creation auf einen Schlag 390 Produkte"
BTH Heimtex: Wie schätzen Sie aktuell den Markt für elastische Bodenbeläge in Deutschland insgesamt ein?

Michael Stein: Herausfordernd, um es mit einem vergleichsweise freundlichen Wort zu sagen. Wir haben seit dem absoluten Hoch 2022 eine schwierige Phase und einen Markt, der sich zurückentwickelt. Der Wohnbau ist weiterhin schwach, die Industrie hält sich mit Investitionen zurück und das gilt auch noch für die öffentliche Hand - zumindest in für Bodenbeläge relevanten Bereichen.

Ich hoffe, dass die Investitionspakete des Bundes und der Länder hier zu einem Impuls führen werden. Denn wir brauchen wieder eine positive Stimmung. Momentan fehlt der Optimismus und wir haben stattdessen ein Gefühl der Unsicherheit.

BTH Heimtex: Wie sehen Sie Ihr Unternehmen in dieser Situation?

Stein: Wir sind sehr breit aufgestellt mit unseren Produkten. Wir haben immer wieder gute Ansatzpunkte in Nischen, die sich trotz allem positiv entwickeln oder in denen wir in der Vergangenheit noch gar nicht so aktiv waren.

Das ist ein kontinuierlicher Prozess, in dem wir uns als Unternehmen hinterfragen und ggf. auch neu orientieren. Etwa mit einem Wandbelag als Ergänzung zu unseren Bodenbelägen oder der Übernahme von R-Tek in Nordirland, einem Hersteller elastischer Spritzguss-Bodenfliesen. Und wir haben in den letzten Jahren noch weitere Zukäufe getätigt, bei denen wir die Synergien und Cross-selling-Möglichkeiten noch nicht einmal ansatzweise nutzen. Es gibt im Gerflor-Konzern noch einige Produkte, die in Europa produziert werden, die man in unsere Organisation noch mit einführen könnte. Wir sind schon jetzt kein reiner Bodenbelagshersteller mehr, sondern haben ein sehr breit aufgestelltes Wandsortiment und auch Verlegezubehör.

BTH Heimtex: Welche Rolle spielen in diesem Umfeld die beiden neuen Kollektionen Creation (LVT) und DLW Lino Art?

Frank Selbeck: Creation spielt in unserem Haus traditionell eine sehr große Rolle und wir launchen im Januar 2026 auf einen Schlag 390 Produkte. Darin sehen wir ein klares Statement was Auswahl, was Farbigkeit und was verschiedene Produkttypen angeht, um den Markt ein starker Partner zu sein, auch hinsichtlich Lieferfähigkeit und Lieferzuverlässigkeit aus unserem Zentrallager in Deutschland.

BTH Heimtex: Und die Linoleum-Kollektion?

Stein: Nach der Übernahme von DLW im Jahr 2018 haben wir zunächst das Kernsortiment wieder verfügbar gemacht. Anschließend hat die designorientierte Kollektion DLW Lino Art Urban eine bestehende Lücke im Markt geschlossen. Mit der neuen DLW Lino Art setzten wir jetzt erneut Akzente bei Architekten und Entscheidern. Die Reaktionen sind geradezu überwältigend.

BTH Heimtex: Worauf führen Sie diese Reaktionen zurück?

Selbeck: Auf die Farben. Wo man den Belag hinlegt, sorgt er für einen Wow-Effekt. Das haben wir zum Beispiel in Hamburg gemerkt, als wir ihn auf der Architect@Work gezeigt haben. Wobei das Problem nicht darin besteht, Architektinnen und Architekten von dem einzig wirklich natürlichen elastischen Bodenbelag mit all seinen Möglichkeiten, Funktionen und Vorteilen zu überzeugen - sondern die Bauherren. Aber die Farbgestaltung der Kollektion greift den aktuellen Trend auf und eröffnet so Möglichkeiten, Bodenflächen anders zu gestalten.

BTH Heimtex: Linoleumböden gelten als besonders nachhaltig. Aber sie beschränken ihre Aktivitäten bei diesem Thema nicht nur auf Produkte. So haben Sie zu Jahresbeginn 2025 die Recyclinganlage der Arbeitsgemeinschaft PVC-Bodenbelag Recycling in Troisdorf übernommen. Welche Absicht verfolgen Sie damit?

Selbeck: Grundsätzlich sind bei Gerflor alle Produkte zu 100 % recycelbar und wir verbauen in allen Produkten auch einen Recyclinganteil. Bislang war das Ziel ein durchschnittlicher Recyclinganteil von 30 % und die Verarbeitung von 60.000 t Recyclingmaterial, ab dem nächsten Jahr sollen es 65.000 t sein.

Wir haben 13 Landesgesellschaften, die an unserem Programm Second Life teilnehmen, also Verschnitt und Produktionsreste unserer eigenen PVC- und Linoleumprodukte in den Recyclingprozess einspeisen. Neben der Anlage in Troisdorf, die jetzt unter Gerflor Recycling Solution betrieben wird, gibt es dafür noch eine weitere in Frankreich.

BTH Heimtex: Wie sieht es mit verbauten Bodenbelägen aus, die nach der Nutzung zurückgegeben werden?

Selbeck: Das Recycling fest verklebter Post-consumer-Beläge ist anspruchsvoller und energieintensiver. Da steckt Aufwand dahinter und der kostet. Daher machen wir das aktuell nur bei großen Objekten.

BTH Heimtex: Nehmen Sie ausschließlich eigene Produkte zurück?

Stein: Für Beläge nach der Nutzung gilt: Wurden sie in den letzten zehn Jahren eingebaut und sind wir sicher, dass sie REACH-konform sind und wir das Recylingmaterial deshalb gefahrlos in unserer Produktion verarbeiten können, dann recyceln wir auch Produkte anderer Hersteller, sofern der neue Belag in dem jeweiligen Projekt von uns kommt. Bei Verschnittresten machen wir es dem Verarbeiter einfach und nehmen als Service auch Konkurrenzprodukte ohne Einschränkungen zurück.

BTH Heimtex: Wofür nutzen Sie das recycelte Material?

Selbeck: Im Recyclingmaterial werden alle Farben gemischt, es entsteht ein Braun-Schwarz. Daher müssen wir alle Teile eines Bodenbelages, die man während der Nutzung sehen kann, aus neuen Materialien produzieren. Aber in den Trägerschichten kommt bei uns immer Recyclingmaterial zum Einsatz, bis zu 80 %.

Stein: Lassen Sie mich in diesem Zusammenhang noch auf eines hinweisen: Es wäre sinnvoll, wenn wir die Politik dazu bekämen, dass Ausschreibungen vorschreiben, die eingesetzten Produkte nach der Nutzung in Europa dem Wertstoffkreislauf wieder hinzuzufügen. Damit hätten wir ein tolles Unterscheidungskriterium zu asiatischen Produzenten, die hier nur verkaufen.

BTH Heimtex: Sie selbst haben mit Mural Revela auch ein Produkt für die Wand im Sortiment. Wer verarbeitet das: Bodenleger, Maler, Raumausstatter?

Stein: Alle. Wir sind seit anderthalb Jahren mit dem Wandbelag unterwegs, haben Schulungen gegeben, waren bei vielen Großhändlern, um ihn vorzustellen. Dabei zeigt sich, dass der Farbengroßhandel und die Maler, die Boden mit anbieten, schneller die Chancen gesehen und verstanden haben, die in Mural Revela stecken. Der klassische Bodenleger tut sich hingegen noch schwer. Dabei ist unser Produkt eines, mit dem er in ein ganz neues Geschäftsfeld eintreten kann. Dafür ist es ja auch gedacht.

Die Fragen stellte Thomas Pfnorr.


Daten + Fakten Gerflor
Gerflor Mipolam GmbH
Mülheimer Straße 27
53840 Troisdorf
Tel.: 02241/25 30-0
gerflormipolam@gerflor.com
www.gerflor.de

Gerflor DLW GmbH
Ludwig-Kaufmann-
Straße 13
27753 Delmenhorst

Geschäftsführung: Bertrand Chammas, Konstantinos Marlis, Michael Stein
Marketing: Frank Selbeck
Muttergesellschaft: Gerflor S.A., Villeurbanne Cedex/Frankreich
Markennamen:
DLW, Mipolam
Produkte: Homogene und heterogene elastische Beläge, Designbeläge, Linoleumbeläge, Sportböden, Wandbeläge
Gerflor Creation bietet Vielfalt und Gestaltungsfreiheit
Foto/Grafik: Gerflor Mipolam
Tamo Light Brown erzeugt ein harmonisches Flächenbild.
Gerflor Creation bietet Vielfalt und Gestaltungsfreiheit
Foto/Grafik: Quelle: Gerflor
Creation – Technische Daten
Gerflor Creation bietet Vielfalt und Gestaltungsfreiheit
Foto/Grafik: Gerflor Mipolam
Die Kollektion enthält sechs Fischgrät-Varianten, darunter Aquinoha Honey.
Gerflor Creation bietet Vielfalt und Gestaltungsfreiheit
Foto/Grafik: Gerflor Mipolam
Neue DLW Lino Art mit zwei Designlinien

Neben der Designbelagskollektion Creation geht Gerflor auch mit der überarbeiteten DLW Lino Art an den Start. In den beiden Designlinien Urban (dezent marmoriert) und Moon (mit feinen Chip-Einstreuungen) und insgesamt 40 Farben bietet sie im Mix-&-Match-Prinzip zahlreiche neue Gestaltungsoptionen für das Objekt. Die nahezu vollständig aus natürlichen sowie inzwischen zu 83 % aus nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland gefertigten Linoleumbeläge tragen den Blauen Engel und sind Cradle-to-Cradle silber zertifiziert.

DLW Lino Art ist bereits erhältlich. BTH Heimtex stellt die Neuheit in der kommenden Ausgabe ausführlich vor.
aus BTH Heimtex 11/25 (Wirtschaft)