VDP:
Chinazölle wirken, deutsche Produktion im Plus, aber Preisdruck
Bereits 2024 hatte sich abgezeichnet, dass die deutsche Parkettproduktion den Tiefpunkt überwunden hat und sich wieder stabilisiert. Das hat sich im ersten Quartal 2025 fortgesetzt, wie der Verband der Deutschen Parkettindustrie (VDP) nach seiner Mitgliederversammlung berichtet. Danach ist der Umsatz per 31. März um 6,7 % auf 48 Mio. EUR gestiegen, der Absatz nahm sogar noch stärker zu, um 9,7 % auf 1,36 Mio m
2. Das bedeutet allerdings im Umkehrschluss einen erhöhten Preisdruck.
Weiterhin im Minus verharrt Mosaikparkett (-22,4 % im Umsatz, -21,7 % im Absatz). Hier zeige sich laut dem VDP-Vorsitzenden Michael Schmid zum einen, dass die Rezession im Handwerk angekommen ist, zum anderen mache sich bei dem verlegeaufwändigen Produkt als Sondereffekt der Fachkräftemangel bemerkbar. Deutlich angezogen hat Massivparkett, sprich die Massivdiele und der Massivstab (+8,4 % im Umsatz, +13,3 % im Absatz), "das war jedoch davor auch Mangelware im Markt". Auch Zweischicht-Parkett, 2024 noch einer der großen Verlierer, erhielt in den ersten drei Monaten 2025 Auftrieb, das gilt aber nur für die Landhausdiele (+22,3 % im Umsatz, +38,6 % im Absatz). Noch weiter Fahrt aufgenommen hat Dreischichtparkett, vor allem in Form der Landhausdiele. Der Umsatz lag um 9,7 % im Plus, der Absatz um 14,3 %.
Die Aufwärtsentwicklung führt der VDP auf die seit Mitte Januar geltenden Antidumpingzölle gegen chinesische Parkettimporte zurück, die damit die erhoffte Wirkung zeigen. Schmid: "Wir können einen ersten positiven Effekt bestätigen. Bislang brachten chinesische Hersteller ihr Mehrschicht-Parkett massenhaft zu Preisen auf den Markt, die erheblich unter den Herstellungskosten liegen. Seitdem das Dumpingparkett mit hohen Zollmargen belegt ist, sind die Importe aus China stark gesunken und der Absatz unserer Hersteller wieder gestiegen." Während sich die Einfuhren aus China laut Statistischem Bundesamt im Dezember 2024 noch auf 406.000 m
2 beliefen, hat sich die Menge im Januar mit 192.000 m
2 mehr als halbiert, im Februar noch weiter verringert auf 61.000 m
2, für März wurden wieder 192.000 m
2 registriert. 2024 waren insgesamt knapp 6,8 Mio. m
2 aus China importiert worden, das entspricht einem Marktanteil von 51,6 %.
Inzwischen haben sich die EU-Mitgliedsstaaten entscheiden, die Antidumpingzölle zu verstetigen. Ab dem 17. Juli sollen sie für fünf Jahre bestehen bleiben - und gelten auch rückwirkend für alles Parkett, das ab dem 24. Oktober 2024 eingeführt worden ist.
Der VDP geht davon aus, dass es durch die Zölle Vorzieheffekte beim Import gegeben hat, weil Importeure im Wissen der anstehenden Zölle mehr Ware geordert und ihre Lager vor dem Stichtag gefüllt haben. "Wir halten einen Vorzieheffekt von rund 2,2 Mio. m
2 chinesischer Importware für realistisch", so Schmid. Das bedeutet, dass das Volumen des deutschen Parkettmarktes 2024 um diesen Wert geringer war - also nicht bei 13,1 Mio. m
2 lag, sondern nur bei knapp 11 Mio. m
2.
In der nächsten Ausgabe lesen Sie dazu ein ausführliches Gespräch mit dem VDP-Vorsitzenden Michael Schmidt.
aus
Parkett Magazin 04/25
(Wirtschaft)