Nachgefragt bei André Mack, Produktmanager Hybridböden, Egger
"Das ökologische Produktdesign wird mehr Fahrt aufnehmen"
Welche Arten von Designbelägen führen Sie?
Wir führen die innovativen Aqua Dura+ und Aqua Dura Böden auf Holzbasis. Diese Hybridböden bieten eine hochwertige, funktionelle, multifunktionale Alternative ohne PVC oder Weichmacher zu herkömmlichen Vollkunststoffböden wie PVC, SPC oder LVT.
Bieten Sie auch Private Label an?
Neben einem umfangreichen Egger Fußboden-Sortiment im Bereich Laminat- und Hybridböden stehen wir unseren Kunden selbstverständlich auch für kundenindividuellen Private Label Produkte zur Verfügung.
Warum sind Sie der richtige Lieferant für den Holzhandel, das parkettlegende Handwerk und den Baustoffhandel?
Aus mehreren Gründen: Wir bieten hochwertige Produkte "Made in Germany", die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit garantieren und mit Emissionslabeln anerkannter Institute ausgezeichnet sind. Wir pflegen langjährige, vertrauensvolle Beziehungen zu unsren Kunden und setzen individuelle Kundenwünsche um. . Mit unserer eigenen Produkt- und Dekorentwicklung können wir aktuellen Markttrends entsprechen. Unsere Produkte sind holzbasiert und verwenden Trägerwerkstoffe auf Basis von Naturfasern. 93 % des eingesetzten Holzes stammt aus der Kreislaufwirtschaft. Eine durchgängige Produktionskette und eine transparente Lieferkette sorgen für effiziente, zuverlässige Lieferung. Wir stellen Verlegeinformationen und eine anwendungstechnische Hotline bereit und bieten individuellen Marketingsupport.
Der MMFA berichtet für 2024 von einer weiter stark anziehenden Nachfrage nach SPC auf einem generell geschrumpften Markt, während klassische LVT, EPC und Produkte mit HDF-Träger klar verloren haben. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?
Das ist ein Trend, der uns im Hinblick auf die Stärkung des europäischen Wirtschaftsstandortes aus ökonomischer und ökologischer Sicht nachdenklich stimmt. In der Funktionalität, der Optik und der Haptik stehen unsere Hybridböden auf Basis nachwachsender Rohstoffe Vollkunststoff- und Vinylbelägen in nichts nach. Unser Markterfolg unterstreicht das. Im Gegenzug ist es für uns schwer nachvollziehbar, weshalb importierte erdölbasierte Produkte weiterhin große Marktanteile gewinnen. Häufig gewinnt dann doch der Einkaufspreis vor der Lieferkette "Made in Germany/Europe", der Produktzusammensetzung und/oder weiteren Aspekten wie Wohngesundheit oder dem CO
2-Fußabdruck. Ökonomische und ökologische Interessen stehen klar im Konflikt. Wir sehen in Europa einen starken Wirtschaftsstandort mit vielen innovativen Produkten, die u.a. das Potenzial geringer Umweltauswirkungen mitbringen können und regionale Ressourcen nutzen.
Nähern sich Designböden nach Jahren stetigen Wachstums ihrem Zenit oder ist immer noch Luft nach oben?
Wenn wir von Designbelägen in Form von PVC- oder SPC-Belägen sprechen, wird es mittelfristig bei weiterem Wachstum bleiben. Davon profitieren allerdings hauptsächlich Produzenten außerhalb Europas, da sich nur wenige Hersteller in Europa etablieren können. Aus unserer Sicht liegt die europäische Aufgabe darin, den Fokus auf all die attraktiven Bodenbeläge in den alternativen Kategorien wie Hybridböden, Laminatboden, Fliesen usw. zu lenken. Zudem ist der Begriff Designboden als Vertriebsname eher irreführend, denn aus dem Aspekt des Designs heraus stehen sich sämtliche Produktkategorien in nichts nach.
Sind die Produkte inzwischen ausgereift oder gibt es noch Entwicklungsbedarf? Wenn ja, wo?
Ein klares "Ja". Das Dekor- und Strukturdesign wird künftig eine zentrale Rolle in der Produktentwicklung spielen. Außerdem wird der Punkt des ökologischen Produktdesigns mehr Fahrt aufnehmen. Und es wird es kontinuierliche Verbesserungen im Prozess hinsichtlich der Einsparung fossiler Ressourcen geben. Hier seien energiesparende Prozesse und Alternativen zu erdölbasierten Rohstoffen genannt.
aus
Parkett Magazin 04/25
(Wirtschaft)