Nachgefragt bei Christoph Wellekötter, Produktmanager Designböden Parador

"Wir stellen eine steigende Nachfrage für HDF-basierte Produkte fest"


Welche Arten von Designböden führen Sie?

Verschiedene Produkte, darunter Vinyl mit HDF- und SPC-Trägerplatte sowie zum Verkleben, darüber hinaus bieten wir mit Modular One und Modular One Hydron einen PVC- und weichmacherfreien Designboden an.

Der Markt ist stark besetzt und entsprechend wettbewerbsintensiv. Wo positionieren Sie sich?

Wir positionieren uns im oberen Marktsegment, indem wir auf Qualität, "Made in Germany", innovative Designs, Nachhaltigkeit sowie umfassenden Service und Unterstützung setzen, um uns vom Wettbewerb abzuheben.

Mit welchen Produkten und Kollektionen adressieren Sie gezielt den Holzhandel, das parkettlegende Handwerk und den Baustoffhandel?

Neben unserem Standard-Sortiment haben wir mit unserem Selected-Sortiment eine Kollektion geschaffen, die sich ausschließlich an den Fachhandel richtet. Sie umfasst Parkett-, Laminat sowie Vinyl-Böden, die sich durch exklusive Dekore und zusätzliche technische Features auszeichnen. Damit bieten wir unseren Kunden aus diesem Retail-Segment gezielt Produkte an, die die Verbraucher ausschließlich im Fachhandel beziehen können und ermöglichen ihnen eine zusätzliche Differenzierung am Markt.

Bieten Sie auch Private Label an?

Wir glauben an die hohe Markenbekanntheit und Strahlkraft von Parador und setzten daher auf unseren starken Namen. Als Produzent mit unserem Hauptstandort in Coesfeld und unserem Parkettwerk im österreichischen Güssing sind wir jedoch in der besonderen Situation, unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können, um ihren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Der MMFA berichtet für 2024 von einer weiter stark anziehenden Nachfrage nach SPC auf einem generell geschrumpften Markt, während klassische LVT, EPC und Produkte mit HDF-Träger klar verloren haben. Wie beurteilen Sie die Entwicklung?

Wir werten diese Entwicklung als vielversprechendes Zeichen für die Branche. Die steigende Nachfrage nach SPC-Böden deutet auf eine deutliche Veränderung der Verbraucherpräferenzen hin. Anders als der MMFA stellen wir bei HDF-basierten Produkten keinen Rückgang, sondern eine steigende Nachfrage fest, insbesondere bei Modular One.

Glauben Sie, dass sich Designböden nach Jahren stetigen Wachstums ihrem Zenit nähern oder ist immer noch Luft nach oben?

Designböden befinden sich seit Jahren in einem stetigen Wachstumszyklus. Dennoch sind wir überzeugt, dass es noch Potenzial für weiteres Wachstum gibt. Diese Produktkategorie entwickelt sich ständig weiter, um den sich ändernden Bedürfnissen und Wünschen der Verbraucher gerecht zu werden. Daher gehen wir davon aus, dass wir langfristig noch nicht am Ende dieser Wachstumsphase angekommen sind.

Sind die Produkte inzwischen ausgereift oder gibt es noch Entwicklungsbedarf? Wenn ja, wo?

Die Frage der Produktreife ist in der Branche von großer Bedeutung. Zwar haben viele Designböden bereits ein hohes Maß an Qualität und Funktionalität erreicht, es gibt jedoch nach wie vor Optimierungspotenzial. Insbesondere die Nachhaltigkeit ist dabei von großer Relevanz. Verbraucher legen zunehmend Wert auf umweltfreundliche Materialien und nachhaltige Produktionsweisen. Diese wachsende Sensibilität für ökologische Aspekte hat einen starken Einfluss auf Kaufentscheidungen. In diesem Bereich gibt es Raum für Innovationen, etwa durch die Verwendung von recycelten oder biologisch abbaubaren Materialien.
aus Parkett Magazin 04/25 (Wirtschaft)