Hagebau: Gesellschafterversammlung 2025 in Berlin
"Kooperation bedeutet konkrete Unterstützung im Alltag"
Die Hagebau hat 2024 ein starkes Gesamtergebnis erzielt, Strukturen weiterentwickelt und zentrale Entscheidungen getroffen - auch personelle. Damit hat sich die Kooperation strategisch auf die Zukunft ausgerichtet, wie Aufsichtsrat und Geschäftsführung auf der Gesellschafterversammlung 2025 in Berlin vermittelten.Jan-Lasse Schumacher, Geschäftsführer von Baustoffgroßhändler Hermann Schölermann und Sprecher des Jungen Forums der Hagebau, begrüßte die Teilnehmer der diesjährigen Gesellschafterversammlung der Soltauer Kooperation in Berlin. Mit einem persönlichen Appell warb er für den Verbundgedanken: "Eine starke Kooperation lebt nicht davon, dass alle gleich denken, sondern dass alle bereit sind, miteinander zu arbeiten. Gerade jetzt braucht es Haltung, Austausch und den Mut, Verantwortung zu übernehmen."
Sven Grobrügge, Geschäftsführer Finanzen und Business Support, resümierte das Geschäftsjahr 2024 für die Hagebau. Der Gesamtumsatz aus Ware und Dienstleistungen reduzierte sich im 5,9 % auf 6,17 Mrd. EUR, was Grobrügge im Wesentlichen auf die Bündelung des Warengeschäfts in der Hagebau GmbH & Co. kg zurückführte, wodurch konzerninterne Zwischenverkäufe entfielen. Das operative Warengeschäft blieb mit 5,99 Mrd. EUR stabil. Das Gesamtergebnis aus Bonus und Jahresüberschuss von rund 500 Mio. EUR war "eins der stärksten in der Geschichte unserer Kooperation". Zugleich habe die Hagebau "auch in anspruchsvollen Zeiten die Bonusquote sowohl im Fach- als auch im Einzelhandel auf hohem Niveau weiter steigern können.
Fünf strategische Schwerpunkte
Aufsichtsratsvorsitzender Robert Grieshofer verwies darauf, wie wichtig es sei, nicht nur Krisen zu bewältigen, sondern die Zukunft aktiv zu gestalten. Vor dem Hintergrund eines sich dynamisch verändernden Marktumfeldes habe sich die Kooperation auf fünf strategische Schwerpunkte verständigt: das Rollout des ERP-Systems EOS, die Weiterentwicklung von Stammdatenmanagement und Datenqualität, die gezielte Stärkung des Handelsgeschäftes, die Umsetzung der Omnichannel-Strategie sowie die Neuausrichtung der Verhandlungsstrukturen im Einzelhandel. Ergänzend will die Hagebau an übergreifenden Zukunftsthemen wie künstlicher Intelligenz, Informationssicherheit und der Umsetzung regulatorischer Anforderungen arbeiten.
Im Rahmen der turnusgemäßen Aufsichtsratswahl wurden Julian Tintelnot, geschäftsführender Gesellschafter der Linnenbecker-Gruppe, und Klöpferholz-Geschäftsführer Manfred Meyer in ihren Ämtern bestätigt.
Fachhandel: Wirtschaftlicher Nutzen
und praxisnahe Dienstleistungen
Seinen ersten großen Auftritt als neuer Geschäftsführer Fachhandel absolvierte Christian Rabe. Für ihn fußt die Zukunft des Fachhandels auf drei Säulen: wirtschaftlicher Vorteil, relevante Dienstleistungen und verbindliche Zusammenarbeit. "Kooperation bedeutet konkrete Unterstützung im Alltag". Der wirtschaftliche Nutzen durch den gemeinschaftlichen Einkauf, starke Eigenmarken und gezielte Bonusmodelle bilden das Fundament. Daneben wurden praxisnahe Dienstleistungen erweitert, wie die Betriebsberatung, auf deren operative Unterstützung laut Rabe immer mehr Fachhandelsgesellschafter zurückgreifen, etwa bei Pricing-Fragen, Potenzialanalysen oder der strategischen Standortentwicklung.
Als Beispiel für erfolgreiche vertriebliche Arbeit in den Spezialisierungssystemen nannte er das Profi-Fachmarktsystem. In diesem Konzept werden Sortiment, Flächenmanagement und Kundenansprache systematisch miteinander verknüpft. 2024 kamen 19 neue Standorte hinzu, im ersten Quartal 2025 weitere fünf.
Einzelhandel: Mehr Unterstützung
und Kundennähe
Eine umfangreiche Agenda hatte der Einzelhandel unter Leitung von Geschäftsführer Frank Staffeld 2024 zu bearbeiten. Einkauf, Sortiment, Preisstrategie, Marketing und Digitalisierung wurden weiterentwickelt. Das Importvolumen konnte verdoppelt, neue Preisrollen eingeführt, Onlineshop und Hagebau App funktional erweitert werden.
Parallel wurden eine kundenorientierte Sortimentsstrategie und Flächensteuerung neu erarbeitet. Mit einer neuen Vertriebsstruktur und einem verbindlichen Betreuungsmodell soll die Unterstützung der Standorte strategisch und operativ spürbar werden. Und: "Wir müssen die Kundschaft wieder überraschen - mit Sortimenten, Aktionen, einer neuen Ansprache", so Staffeld.
aus
Parkett Magazin 05/25
(Wirtschaft)