Bettwäsche-Umfrage, Teil 1: Haustex / Research for Future

Verbreitung: Elegante bleibt vorne – aber die Konkurrenz holt auf

Die Treue der deutschen Fachhändler zu ihren Bettwäschelieferanten bleibt auch 2025 bestehen - allerdings nicht ohne bemerkenswerte Verschiebungen im Detail. So zeigt die aktuelle Haustex-Umfrage zur Verbreitung von Bettwäschemarken ein vertrautes Bild an der Spitze: Elegante bleibt die meistgeführte Marke im deutschen Bettenfachhandel. Doch dahinter rücken die Verfolger enger auf - und einige Herausforderer machen deutliche Sprünge nach vorn.

Welche Bettwäschemarken sind im deutschen Fachhandel am weitesten verbreitet? Dieser Frage ist die Haustex auch 2025 wieder nachgegangen. 152 Fachhändler wurden dafür befragt - und bestätigten einmal mehr die langjährige Spitzenstellung von Elegante. Zwar bedeutet dies gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um fünf Prozentpunkte, dennoch hält Elegante mit elf Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten eine nach wie vor komfortable Führungsposition.

Hinter dem Marktführer allerdings ist das Bild so dynamisch wie lange nicht mehr. Während Elegante weiterhin eine feste Größe bleibt, zeigt sich bei fast allen übrigen Marken eine Bewegung im Ranking. Elf der 14 erfassten Anbieter verzeichnen Veränderungen in der Platzierung gegenüber 2024 - ein klares Zeichen dafür, dass die Wettbewerbsintensität steigt.

So erobert sich Janine mit 63 Prozent Verbreitung den zweiten Platz zurück, den die Marke im Vorjahr an Estella abtreten musste. Trotz eines leichten Rückgangs um einen Prozentpunkt konnte sich Janine damit wieder vor die fränkische Konkurrenz schieben. Estella landet mit 61 Prozent auf Rang drei. Ebenso wie Elegante hat das Unternehmen gegenüber dem Vorjahr fünf Prozentpunkte verloren.

Dass das Spitzentrio in diesem Jahr im Handel weniger stark vertreten ist als 2024, weiß die Konkurrenz zu nutzen. Der Abstand der Top 3 zum Rest des Feldes schrumpft von beeindruckenden 24 Prozentpunkten im Vorjahr auf nur noch 16 Punkte.

Besonders profitiert hat davon Essenza. Mit einem Zuwachs von elf Prozentpunkten steigt die niederländische Marke vom sechsten auf den vierten Platz auf und erreicht nun 45 Prozent in der Verbreitung. Den gleichen Wert erzielt der italienische Markenhersteller Bassetti, der mit einem Plus von sieben Prozentpunkten seinen vierten Platz ausbauen kann. Gemeinsam bilden beide damit die stärkste Verfolgergruppe hinter den drei Traditionsmarken an der Spitze.

Auch Christian Fischbacher setzt ein Ausrufezeichen: Der Schweizer Premiumanbieter steigert sich um acht Prozentpunkte auf 30 Prozent und springt damit von Platz 11 auf Rang 7. Biberna kann mit einem Plus von zwei Prozentpunkten ebenfalls leicht zulegen und verbessert sich auf Platz 12.

Demgegenüber müssen mehrere Hersteller Rückgänge hinnehmen. Schlossberg verliert sechs Prozentpunkte und rutscht von Rang 8 auf 11 ab. Irisette büßt fünf Punkte ein und fällt auf Platz 8, Lorena gibt vier Punkte ab und landet auf Rang 10. Kleinere Einbußen verzeichnen Fleuresse, Graser und Tom Tailor (jeweils minus ein Prozentpunkt). Auch Esprit verliert leicht (minus zwei Prozentpunkte) und belegt Platz 14.

Fazit

Auffällig bleibt, dass die Zahl der im Durchschnitt geführten Marken leicht zurückgeht: Während 2024 noch 5,25 Anbieter pro Geschäft im Sortiment waren, liegt der Wert 2025 bei 5,05. Ein Indiz dafür, dass Fachhändler ihre Auswahl gezielter treffen und weniger
experimentieren.

Insgesamt zeigt die aktuelle Befragung ein differenziertes Bild: Elegante verteidigt seine Spitzenposition trotz leichter Verluste, während das Feld der Verfolger dichter zusammenrückt. Marken wie Essenza und Bassetti konnten die Lücken nutzen und sich deutlich stärker im Fachhandel etablieren. Premiumanbieter wie Christian Fischbacher gewinnen ebenfalls an Sichtbarkeit, während einige etablierte Namen an Präsenz einbüßen.

Für die Branche bedeutet das: Die Karten im Bettwäschemarkt werden zwar nicht neu gemischt, aber deutlicher verschoben. Die Fachhändler setzen nach wie vor auf bewährte Marken, reagieren jedoch flexibel auf Trends und Sortimentsstrategien der Hersteller. Wer im kommenden Jahr vorne mitspielen will, muss also mehr denn je an klarer Profilierung und enger Partnerschaft mit dem Handel arbeiten.


Panel und Methodik
Die Haustex/Research for Future-Fachhandelsumfrage Bettwäsche-Marken besteht aus zwei Abschnitten. Zunächst wurde in Form eines Telefon-Interviews erfragt, welche Marken der Fachhandel überhaupt führt, also wie hoch der Verbreitungsgrad der Lieferanten ist. Diese Befragung erfolgt gestützt anhand einer Liste der 14 am meisten verbreiteten Marken. Anschließend wurde erfragt, welche weiteren Marken der Händler außerdem noch führt. Als Ergebnis ist der jeweilige Verbreitungsgrad in Prozent angegeben.

Im zweiten Schritt bewerten die befragten Händler detailliert die acht vorab ausgewählten Bettwäsche-Marken. Für jedes Unternehmen werden 14 Kriterien abgefragt und Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) vergeben. Aus den Antworten hat Research for Future eine Durchschnittsnote für das jeweilige Kriterium errechnet. Das Gesamtranking nach Durchschnittsnoten basiert auf der Addition aller Ergebnisse eines Anbieters in den 14 Kategorien und der daraus ermittelten Gesamtdurchschnittsnote.

Insgesamt wurden im Juli 2025 in ganz Deutschland 152 klassische Bettenfachhändler befragt. Bei der Befragung wurde auf einen Adressstamm von mehr als 800 Unternehmen zurückgegriffen, der die Mitglieder der drei Verbände Bettenring, Garant Gruppe und MZE umfasst sowie Händler, die keinem dieser Verbände angehören.
Verbreitung: Elegante bleibt vorne – aber die Konkurrenz holt auf
Foto/Grafik: SN-Verlag
Welche dieser Marken im Bereich Bettwäsche führen Sie?
aus Haustex 09/25 (Wirtschaft)