Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz
Erneut Umsatzeinbußen bei Heimtextilien und Matratzen
Die Lage bleibt angespannt: Das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz hat die Umsatz- und Absatzahlen von Heimtextilien, Matratzen und innenliegendem Sicht- und Sonnenschutz für das erste Halbjahr 2025 veröffentlicht. In fast allen Bereichen war die Entwicklung rückläufig.Von anhaltender Unsicherheit und strukturellen Belastungen war das erste Halbjahr 2025 für die deutsche Textil- und Matratzenindustrie erneut geprägt. Wie das Kompetenz-Zentrum Textil + Sonnenschutz, das die Geschäftsstellen des Verbands der Deutschen Heimtextilien-Industrie, des Fachverbands Matratzen-Industrie und des Verbands innenliegender Sicht- und Sonnenschutz vereint, mitteilt, sorgen weiterhin die schwache Binnennachfrage, steigende Kosten, ein akuter Fachkräftemangel und zunehmende Bürokratie für wachsenden Druck. Hinzu kommt ein Rückgang der Exportdynamik.
Kaufzurückhaltung
bei fast allen
Matratzen-Technologien
Aufgrund dieser Entwicklungen mussten die Matratzenhersteller im ersten Halbjahr 2025 ein Umsatzminus von 8,7 Prozent hinnehmen. Der Absatz erhöhte sich dagegen leicht um 2,4 Prozent. Dennoch ist die Kaufzurückhaltung bei fast allen Technologien und Warengruppen erkennbar, so das Kompetenz-Zentrum. Einzig Schaum (+11,9 % Absatz, Umsatz +/- 0) und Sonstige (+23,6 % Absatz, +2,7 % Umsatz) haben sich positiv entwickelt. Mit jeweils rund einem Viertel Rückgang bei Absatz und Umsatz ist Latex größter Verlierer. TFK (-10 % Absatz, -16,9 % Umsatz) verbucht geringere Verluste als Bonnell. Bei den Warengruppen haben Unterfederungen und Boxspring mit -16 Prozent beim Absatz und -12 Prozent beim Umsatz ähnlich hohe Verluste zu beklagen.
Teils massive Rückgänge
bei Heimtextilien
Die Hersteller von Heimtextilien hatten in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres in der Sparte Deko- und Gardinenstoffe massive Einbußen zu beklagen. Die Nachfrage war nur halb so groß wie im Vorjahr (-46,4 %), der Umsatz blieb mehr als ein Drittel hinter dem Vorjahr zurück (-35,1 %). Möbelbezugsstoffe haben sich mit +3,6 Prozent bei Absatz und Umsatz positiv entwickelt. Bettwaren waren verstärkt nachgefragt (+3,7 %), der Umsatz mit -3,0 Prozent jedoch rückläufig.
Angesichts der Entwicklung bekräftigt das Kompetenz-Zentrum seine Forderung an die Politik: "Die neue Bundesregierung ist mehr als fünf Monate im Amt. Es ist längst überfällig, dass sie ihre Versprechungen und Pläne in die Tat umsetzt, damit die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs kommt. Das erste Halbjahr 2025 hat gezeigt: Die kleinen und mittleren Unternehmen der deutschen Textil- und Matratzenindustrie stehen unter massivem Druck. Sie kämpfen mit lähmender Regulierung, langsamen Verfahren und digitaler Rückständigkeit. Die Branche erwartet jetzt konkrete Maßnahmen: für mehr Wettbewerbsfähigkeit, weniger Bürokratie und eine verlässliche Industriepolitik, die den Mittelstand und damit den Produktionsstandort Deutschland stärkt."
aus
Haustex 11/25
(Wirtschaft)