Meise Möbel, Kirchlengern

NextBed: Modulares Bettsystem für den Fachhandel

Als zuverlässiger Partner für die Großfläche und den Onlinehandel ist Meise Möbel seit vielen Jahren bekannt. Nun wagt der Bettenhersteller aus dem ostwestfälischen Kirchlengern den Schritt in eine neue Richtung: Mit dem innovativen Bettsystem NextBed erweitert das Unternehmen sein Portfolio gezielt in Richtung Fachhandel. Inhaber Klaus Bellingroth, Geschäftsführer Sven Knabe und Vertriebsleiter Ralph Röhr verraten, was hinter dem Konzept steckt.

Aus den Bettenabteilungen des Möbelhandels ist Meise Möbel nicht wegzudenken. Das Unternehmen hat eine lange Historie und ist gut etabliert. "Wir sind auf der Großfläche und auf allen namhaften Onlineplattformen vertreten", erklärt Inhaber Klaus Bellingroth. "Das reicht uns aber nicht. In Zukunft wollen wir zudem auch unsere Sichtbarkeit im Fachhandel stärken." Mit dem Bettsystem NextBed hat Meise Möbel eine Marke entwickelt, die genau diesen Markt ins Visier nimmt. "Dahinter verbirgt sich ein modulares System, das Flexibilität, Ergonomie und Nachhaltigkeit verbindet und so perfekt zum Fachhandel und seinen Kunden passt."

Um die Besonderheit von NextBed und die strategische Bedeutung der Neuentwicklung zu verstehen, lohnt es sich, einen Blick auf die Geschichte des Unternehmens und den Werdegang von Klaus Bellingroth zu werfen. "Ich bin seit 1989 in der Möbelbranche aktiv", erzählt er. Mit der Mitgründung von OKIN Antriebstechnik, heute einer der größten Anbieter von Möbelantrieben, habe er früh die Bedeutung von Technik im Möbelbereich erkannt: "Motoren, Antriebe, Elektronik - das war von Anfang an mein Thema."

Aus diesem Know-how entstand die Produktion von Pflegebetten - sowohl für die häusliche Pflege als auch für Pflegeheime. "Diese Betten bestehen immer aus Metall und sind elektrisch verstellbar. Das heißt, wir haben seit vielen Jahren tiefes Know-how in der Metallverarbeitung, in der Kinematik, in Qualitätssicherung und in funktionaler Sicherheit." Gefertigt wird seit 2006 in einem hochautomatisierten Werk in China mit rund 500 Mitarbeitern für den weltweiten Export.

Der Wunsch, das vorhandene technische Know-how mit ausgewiesener Design-Kompetenz zu verbinden, führte 2021 zur Übernahme von Meise Möbel. Seit den 1990er-Jahren steht der Betten-Spezialist aus Ostwestfalen für zeitlose Optik und Materialien, die langlebig und bezahlbar sind. "Wir haben festgestellt, dass Pflegebetten zunehmend wohnlicher werden sollten. Dafür brauchten wir Möbel- und Designkompetenz. Meise Möbel war die ideale Ergänzung", so Bellingroth.

Neben der Zusatzqualifikation für den Pflegebereich beliefert Meise Möbel in Europa weiterhin den konventionellen Möbelmarkt mit Betten, die hauptsächlich im eigenen Werk in Bosnien produziert werden. "Früher haben wir viel fremd fertigen lassen. Mehr und mehr holen wir das jetzt ins Haus, weil wir überzeugt sind, dass wir es selbst besser können", ergänzt der Inhaber. Heute erwirtschaftet die Gruppe rund 100 Millionen Euro Umsatz. Pflege- und Möbelbereich tragen jeweils etwa die Hälfte zu dem Ergebnis bei. Die operative Führung von Meise Möbel liegt bei Sven Knabe, Patrick Arndt, Uwe Menzel und Gunhild Vocke, während Klaus Bellingroth als Inhaber die strategischen Linien vorgibt. Das Unternehmen versteht sich als Mischung aus familiär geprägtem Betrieb und designorientiertem Produzenten.

Ein neues Kapitel:
NextBed

Vor diesem Hintergrund entstand die Idee, ein völlig neues Bettsystem für den Fachhandel zu entwickeln. "Wir wollten ein Konzept, das modern, wettbewerbsfähig und logistisch einfach zu handhaben ist", erläutert Geschäftsführer Sven Knabe. "Vor allem im Bereich der Boxspringbetten, aber auch darüber hinaus."

Die Linie NextBed zeichnet sich vor allem durch ihre Modularität aus. Wenige Basiselemente lassen sich vielfältig kombinieren, sodass Lagerbestände sinken, während die Flexibilität steigt. Auch der Transport ist denkbar einfach: "Selbst ein 2x2-Meter-Bett wird in mehreren kleinen Paketen geliefert", so Sven Knabe. "Händler können es einfach transportieren und beim Kunden schnell und unkompliziert aufbauen."

Zudem bietet das neue System eine stufenlos einstellbare Unterstützung im Schlaf. Vier Motoren sorgen für eine präzise Anpassung an individuelle Bedürfnisse. Das Gestell, in das Motor und Kabel unauffällig integriert sind, ist vollständig aus Stahl gefertigt und damit extrem robust, langlebig und recyclebar. "Darüber hinaus sorgt die offene Konstruktion dafür, dass die Liegefläche komplett durchlüftet wird - ein entscheidender Faktor für die Haltbarkeit von Matratzen", ergänzt Klaus Bellingroth.

Eine weitere Besonderheit in der 4-motorigen Ausführung ist eine individuell einstellbare Lordosenunterstützung, die den ergonomischen Nutzen für Seitenschläfer enorm erhöht. Die Bezugstechnik orientiert sich an der Automobilindustrie: Statt übergezogen werden die Stoffe eingehängt, was Qualität und Passgenauigkeit verbessert. Gleichzeitig lassen sich Kopfteile, Füße und Stoffvarianten frei kombinieren. Ein weiteres Plus: Alle Stoffe sind abnehm- und waschbar, was sie nicht nur für den privaten Bereich, sondern auch für den Hotelmarkt interessant macht.

Matratze mit System

Auch bei der NextBed-Matratze geht Meise Möbel neue Wege. In Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Fachhändler Heiko Hügel, Inhaber der "Schlafzimmerei" in Hannover, wurde eine dreischichtige Lösung entwickelt: stabiler Verbundlatex unten, Taschenfederkern in der Mitte, Naturlatex oben. Durch die modulare Bauweise ergeben sich eine Vielzahl unterschiedlicher Härtegrade. "Das Besondere ist, dass wir komplett ohne Verklebungen arbeiten", betont Sven Knabe. "Das verbessert die Punktelastizität, macht die Matratze langlebiger, reparierbar, recyclebar und fügt sie nahtlos in das Gesamtkonzept ein: nachhaltig, flexibel und auf die Bedürfnisse des Fachhandels abgestimmt."

Digitalisierung und Service

Zur Verkaufsunterstützung hat Meise Möbel einen digitalen Konfigurator entwickelt. Händler können damit gemeinsam mit den Kunden Stoffe, Kopfteile, Füße und Matratzenvarianten kombinieren und visualisieren. Nachbestellungen laufen unkompliziert über das System. "So lassen sich auch auf kleiner Fläche viele Varianten darstellen", erklärt Vertriebsleiter Ralph Röhr. "Das ist gerade für kleinere Händler ein echter Vorteil. Sie können Vielfalt bieten, ohne eine große Ausstellung finanzieren zu müssen."

Die Premiere von NextBed fand im Juni auf der Hometex in Bad Salzuflen statt. "Das Feedback war sehr positiv - sobald die Händler erkannt haben, wie das System funktioniert", berichtet Ralph Röhr. Besonders wirksam: ein Video, das den einfachen Aufbau demonstriert. "Ein komplettes Doppelbett, das in den Kombi-Kofferraum passt und beim Kunden in kurzer Zeit steht - das war für viele ein Aha-Erlebnis."

Für die Zukunft ist die Richtung klar: In Deutschland und dem DACH-Raum treibt Meise Möbel den Vertrieb selbst voran, international setzt das Unternehmen auf Partnerschaften. In den Niederlanden arbeitet der Hersteller etwa mit der Beter-Bed-Gruppe zusammen, die das neue System 2024 auf der Brüsseler Möbelmesse präsentierte - und dafür den Balthasar Award für das innovativste Produkt gewann.

Daran, dass NextBed auch im deutschen Fachhandel erfolgreich Fuß fassen wird, hat Inhaber Klaus Bellingroth keinen Zweifel: "Wir bringen aus unserer Historie die Kompetenz für Metall, Technik, Ergonomie und Qualität mit. Wir haben das Möbel- und Design-Know-how durch Meise ergänzt. Und wir haben mit NextBed ein Produkt entwickelt, das genau den Nerv der Zeit trifft: individuell, nachhaltig, fachhandelsfreundlich und logistisch einfach."


Meise Möbel in Kürze
Meise Möbel GmbH & Co. KG
Klosterbauerschafter Str. 27
32278 Kirchlengern
Tel.: 05223 - 180980
E-Mail: info@meisemoebel.de
Internet: www.meisemoebel.de

Geschäftsführer: Sven Knabe, Patrick Arndt,
Uwe Menzel und Gunhild Vocke
Inhaber: Klaus Bellingroth
aus Haustex 11/25 (Wirtschaft)