E-Commerce

Talsohle scheint durchschritten

Um mehr als 3 % sind 2025 die E-Commerce-Umsätze in Deutschland gewachsen und der Branchenverband BEVH rechnet auch für 2026 mit einem Plus. Das Wachstum resultiert auch aus dem Erfolg der Billigkonkurrenz aus China.

Der E-Commerce Verband BEVH kann ein positives Fazit für 2025 ziehen: Im Handel mit Endkunden ist im vergangenen Jahr der Bruttoumsatz erstmals seit 2021 wieder in allen Quartalen gestiegen. Insgesamt erreichte die Branche ein Plus von 3,2 % auf 83,15 Mrd. EUR. Für 2026 erwarten der BEVH und das EHI Retail Institute in einer gemeinsamen Prognose ein weiteres Umsatzwachstum von 3,8 % - trotz schwieriger Rahmenbedingungen. "Die Eskalation geopolitischer Konflikte, innenpolitische Instabilität und die kritische Lage deutscher Schlüsselindustrien schränken ein stärkeres Wachstum ein. Insgesamt wird der E-Commerce sich aber deutlich besser entwickeln als der traditionelle Einzelhandel", lautet die Einschätzung von Verbandspräsident Gero Furchheim.

Haus- & Heimtextilien deutlich im Plus

Mit +4,2 % überdurchschnittlich gewachsen ist 2025 das Cluster Einrichtung, in dem 14,54 Mrd. EUR umgesetzt wurden. Es setzt sich zusammen aus den Warengruppen Haus- & Heimtextilien (1,74 Mrd. EUR, +4,6 %), Möbel, Lampen & Dekoration (5,60 Mrd. EUR, +3,3 %) sowie Haushaltswaren & -geräte (7,20 Mrd. EUR, +4,8 %). Auch bei DIY & Blumen, die dem Cluster Freizeit zugerechnet werden, konnten mit 3,04 Mrd. EUR (+4,9 %) höhere Umsätze generiert werden als im Vorjahr.

Der Anteil der "Viel-Käufer" im Onlinehandel blieb stabil: Jeder dritte Kunde in Deutschland (34,2 %) bestellte durchschnittlich zweimal wöchentlich oder öfter Waren online. Der durchschnittliche Bestellwert stieg gegenüber 2024 von 144,12 auf 146,19 EUR. Die Kundenzufriedenheit im E-Commerce bleibt mit 96,2 % auf unverändert hohem Niveau. Der Anteil der Kunden, die in Zukunft weniger im E-Commerce ausgeben wollen, ist mit 24,6 % der niedrigste seit vier Jahren, so der BEVH.

Asiatische Billiganbieter
wachsen am schnellsten

Mehr als die Hälfte der Umsätze (46,21 Mrd. EUR) wurden über Online-Marktplätze abgewickelt. Hier ist die Steigerungsrate mit +4,9 % auch am höchsten. Plattformen chinesischer Anbieter (Shein, Temu und Ali Express) haben hier wegen extremer Niedrigpreise zwar einen geringen Umsatzanteil, wuchsen mit 27,2 % auf 3,7 Mrd. EUR aber deutlich schneller als das Segment insgesamt. Jede 15. Bestellung im Internet wird bei einer der großen Plattformen aus Asien gemacht. Von den 2,6 Mrd. EUR Wachstum des gesamten E-Commerce mit Waren machten chinesische Anbieter 30 % aus.

Auf Platz zwei in der Umsatzstatistik folgt mit 23,24 Mrd. EUR (+2,1 %) der Onlinehandel (Internet-Pure-Player, Apothekenversender, Shoppingclubs). Multichannel-Versender haben 2025 Umsätze und Marktanteile eingebüßt; sie liegen bei 10,18 Mrd. EUR (-1,1 %). Die Marktbedeutung von Herstellerversendern (2,85 Mrd. EUR, +1,2 %) und Teleshopping (578 Mio. EUR; +4,4 %) ist vergleichsweise gering. Beide Vertriebskanäle verzeichnen jedoch Zuwächse.
Talsohle scheint durchschritten
Foto/Grafik: BTH Heimtex; Quelle: BEVH, 2026
E-Commerce 2025: Umsatzanteile nach Vertriebskanal
Talsohle scheint durchschritten
Foto/Grafik: BTH Heimtex; Quelle: BEVH, 2026
E-Commerce: Umsatz
nach Warengruppen 2024/2025
aus BTH Heimtex 02/26 (Wirtschaft)