Studie: Bauakteure optimistischer als erwartet


Trotz der angespannten Lage in der Baubranche, deren größere Firmen im Bauhauptgewerbe unter einem Rückgang der Neuaufträge von im Schnitt 6,1 % im ersten Quartal 2023 leiden, herrscht insgesamt Optimismus. Das geht aus der Untersuchung des Düsseldorfer Marktforschungsunternehmens Bauinfoconsult unter mehr als 600 Architekturbüros, Bauunternehmen, Dachhandwerks-, Maler-, Trockenbau- und SHK-Betrieben sowie 66 Kernakteuren der Industrie für Bau- und Installationsprodukte hervor.

Nach der Befragung zur neuen Bauinfoconsult Jahresanalyse gehen 62 % der Architekturbüros und Bauhandwerksfirmen von einem größtenteils moderaten Anstiegs ihres Unternehmensumsatzes in diesem Jahr aus. Jeder dritte Bauakteur erwartet keine wesentliche Verbesserung gegenüber 2022 oder gar eine Verschlechterung. Dabei gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen: Gerade die klassischen Unternehmen des Bauhandwerks zehren immer noch von Aufträgen der Vorjahre und Neuaufträgen aus dem Bestandsbau. Bei den Bauunternehmen dagegen zeigt sich der Neubaueinbruch deutlicher. Die vor allem von Planungsaufträgen abhängigen Architekturfirmen müssen ihre Umsatzerwartungen nach unten korrigieren.

Die Studie zeigt weiter, dass für neun von zehn Befragten aus dem Bauhauptgewerbe die Modernisierung und Sanierung für das eigene Projektvolumen immer wichtiger wird. Auch die Folgen der Gas- und Energiekostenkrise im vergangenen Jahr hat Spuren hinterlassen, die sich nach Beobachtung von vier Fünfteln der Architekturbüros und Bauhandwerkern insbesondere im gewerblich geprägten Mehrgeschossbau in einer verstärkten Nachfrage nach energetischen Sanierungen niederschlägt.
aus BTH Heimtex 10/23 (Bau)