Jetzt ist Zeit für Mut
Auch für die Heimtex-Branche war 2025 kein gutes Jahr. Deshalb haben wir uns entschieden, 2026 anders zu beginnen: Statt erneut über Krisen zu sprechen, richten wir in bewusst den Blick nach vorn: Nicht als Schönfärberei, sondern als Beweis, dass Bewegung da ist.
Was uns 2026 stark machtDeshalb widmen wir diese BTH Heimtex Ausgabe dem Thema Mut.
Mut, loszulassen. Mut, Neues zu wagen. Mut, an das eigene Produkt und die eigene Handschrift zu glauben. Wir zeigen Menschen und ihre Ideen, wir zeigen Beispiele für Gelingen und für neue Perspektiven.
Neue Ideen. Mutige Strategien. Haltung.Unter dem Motto "Mut für morgen - Was uns 2026 stark macht" haben wir die Stimmen führender Köpfe der Branche, aus Industrie, Handel, Handwerk und Verbänden eingefangen - kompakt, authentisch, inspirierend. Menschen, die ehrlich auf 2025 zurückblicken und mit Zuversicht und Ideen nach vorn denken.
"Sich bewegen, um andere zu bewegen"
Claus Anstoetz, geschäftsführender Gesellschafter der Jab Anstoetz Group
"Wie in 2025 so werden auch in 2026 sehr viele schöne, textile Einrichtungen in Deutschland und in der ganzen Welt realisiert werden. Unser Ziel ist es natürlich, als verlässlicher, kreativer und guter Partner für unsere Kunden bei vielen Projekten eingesetzt zu werden und gemeinsam erfolgreich mit unseren Partnern zu agieren.
,Sich bewegen, um andere zu bewegen’ ist schon seit Jahren unser Leitspruch, mit dem wir unsere Partner auch in schwierigen Phasen motivieren wollen. Wir warten nicht auf die Veränderung, sondern wollen mit unserem aktiven Handeln in den Bereichen Produkt, Vertrieb, Marketing und Service positive Veränderung schaffen. Immer mit dem Ziel, gemeinsam mit unseren Partnern im Handel und Handwerk erfolgreich auch schwierige Zeiten zu meistern.
Der Nachwuchs ist für unsere schöne Branche die Lebensader der Zukunft. Mit ihm kommen Innovation, Perspektive und Weiterentwicklung. Es kann doch nicht sein, dass wir im Moment weit mehr potentielle Auszubildende als Ausbildungsbetriebe haben. Wir müssen den Nachwuchs, auch insbesondere den eigenen Nachwuchs in der Familie, für diese einzigartige Branche begeistern, damit diese wieder Fahrt und Dynamik aufnehmen und entfachen kann. Hier sind alle Betriebe, die Industrie und die Verbände nun stark gefordert.
Ich wünsche mir persönlich, dass unsere schöne Branche das sicherlich auch anspruchsvolle Jahr 2026 erfolgreich meistern wird. Gleichzeitig, dass die Branche auch offen für Veränderung bleibt. Die richtigen Antworten auf die passende Endkundenansprache, auf eine attraktive Sortimentspolitik, auf die richtige Anzahl der Mitarbeitenden und die Integration des Nachwuchses werden über den individuellen Erfolg unserer Partner entscheiden. Oberstes Ziel für uns ist es, dass wir mit unseren Mitarbeitern in der Zentrale und vor Ort stets erster Ansprechpartner und Unterstützer für unsere Partner und deren Erfolg sind."
"Veränderung nicht als Risiko, sondern als Chance verstehen"
Georg Hünnemeyer, Geschäftsführer Indes Fuggerhaus
"Wir stehen an einem spannenden Wendepunkt. Trotz großer Unsicherheiten und eines zurückhaltenden Marktes eröffnet sich unserer Branche ein enormes Potenzial: Wertschöpfung durch nachhaltige Materialien, intelligente Fensterdekorationen und flexible, modulare Produktkonzepte, z.B. Sonnenschutzprodukte in Kombination mit Dekostoffen. Der Endverbraucher schätzt handwerklich gute Qualität, individuelle Fensterlösungen mit emotionalem Mehrwert - genau hier können wir punkten.
Im Mittelpunkt unseres Handelns stehen Kunden, die Problemlösungen für ihre Endverbraucher suchen. Das steht auf Priorität 1. Wir wollen aktiv Handelnde bleiben und uns nicht hinter Ausreden oder Rezepten von früher verstecken. Wenn wir Fehler machen, stehen wir dafür ein. Diese Menschlichkeit und Offenheit zeichnen uns aus. Wir werden auch in Zukunft flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren.
Wir alle müssen die Komfortzone verlassen. Alte Automatismen zählen nicht mehr. Innovationsmut, ein zeitgemäßer Sortimentsmix, gelebte Kundendienstleistungen, flexible und individuelle Lösungen - das sind unsere Themen. Wir wollen Veränderung nicht als Risiko, sondern als Chance verstehen.
Die Branche darf selbstbewusst nach vorne schauen und sich als relevante Gestalterin moderner Wohnkultur verstehen. Eine Branche, die Nachhaltigkeit nicht als Pflicht, sondern als Differenzierung nutzt - und die mit Leidenschaft schöne Räume schafft."
"Der Markt fragt nach Dienstleistungen"
Jens Gerster, Geschäftsführer Gustav Gerster
"Unsere Chancen für 2026 sind eigentlich vielfältig. In den letzten Jahren haben sich deutliche Trends im Gardinenbereich herausgebildet. Gröbere, schwerere Stoffe, aktuell in den Farbtönen Beige, Ecru, Sand, kombinieren perfekt mit dem Wellenband. Dieser Trend wächst weiterhin. Im Gegensatz zu vielen vorherigen Jahren gibt es einen klaren Trend, welcher es für jung und alt wieder erstrebenswert macht, sich die Wohnung mit Stoffen zu verschönern. Wer jetzt eine moderate Preispolitik betreibt, eine aktuelle Kollektion bietet, lieferfähig ist und die Kunden durch beste Beratung und Service unterstützt, kann auch in schwierigem Umfeld wachsen. Auch aus diesem Grund haben wir immer an einem flächendeckenden Außendienst festgehalten.
Eine nachlassende Inflation und in den letzten Jahren gestiegene Löhne können auch zu mehr Konsum führen. Kürzere Urlaubsreisen können ebenfalls dazu führen, dass Investitionen in das eigene Zuhause wieder wichtiger werden. Vorgezogene Investitionen, die in der Coronazeit gemacht wurden, sind kein Hemmnis mehr, wenn man die Konsumlaune in anderen europäischen Ländern betrachtet.
Motivation und Teamgeist kann man nur durch bessere und engere Kommunikation aufrechterhalten. Das gilt für die Kommunikation innerhalb des Betriebes sowie für die Kommunikation mit Kunden. Nur dann kann man das passende Produkt und den gewünschten Servicelevel bieten. Der Markt fragt nach Dienstleistung. Jeder Marktteilnehmer, welcher diese vollumfänglich bietet, hat große Chancen.
Die Branche wird sich konsolidieren bzw. neu aufstellen müssen. Die Preise liegen natürlich deutlich über den Vorjahren. Ein zu hohes Preisniveau wird sich im Schnitt nicht durchsetzen. Nicht alle Anbieter können im Luxussegment überleben, ohne sich deutlich zu positionieren und abzugrenzen."
"Wir Lieferanten sollten selbstbewusster zeigen, was wir können"
Andreas Klenk, Geschäftsführer Saum & Viebahn
"Der Markt ist im Moment weitgehend gesättigt. Unsere Chancen liegen deshalb weniger in immer neuen Produkten, sondern vielmehr darin, dem Handel echte Unterstützung zu bieten - also Konzepte und Werkzeuge, mit denen er im Alltag arbeiten kann. Alles andere führt schnell zu einer Marktüberforderung, die sich die Branche in dieser Form nicht mehr leisten kann. Darüber hinaus sehe ich weiterhin Potenzial im Objektgeschäft. Gerade dort können wir mit individueller Betreuung und maßgeschneiderten Produktlösungen punkten. Das Contract Business bleibt für uns ein spannendes Feld mit realen Wachstumschancen.
Wir arbeiten mit flachen Hierarchien und leben eine offene Unternehmenskultur. Die Geschäftsleitung ist stark im operativen Geschäft eingebunden. Das hilft, den direkten Kontakt zum Team zu halten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Gleichzeitig sehen wir es als zentrale Aufgabe, die Mannschaft immer wieder zu motivieren und für unsere Themen zu begeistern. Ein wichtiger Schlüssel liegt für uns in der Aus- und Weiterbildung. Wenn Mitarbeiter dazulernen, sich weiterentwickeln und Verantwortung übernehmen, entsteht automatisch neue Energie. Und genau das sorgt am Ende für Zusammenhalt und Freude an der Arbeit.
Im großen Maßstab sind es die politischen Rahmenbedingungen, die entscheidend sind, um in Deutschland und Europa wieder für mehr Zuversicht bei den Verbrauchern zu sorgen. Das liegt nicht in der Hand einzelner Unternehmen. Hier braucht es klare Entscheidungen der Politik - auch wenn sie unpopulär sind. Nur so kann am Ende eine positivere Grundstimmung entstehen, die sich auch auf das Konsumverhalten überträgt. Auf unsere Branche heruntergebrochen, sollten wir Lieferanten selbstbewusster zeigen, was wir können: wie nachhaltig, modisch und qualitätsbewusst wir sind. Wir stehen für gutes Wohnen und langlebige Produkte - nicht für Wegwerfmentalität. Das müssen wir deutlicher kommunizieren, intern wie extern. Wenn wir das gemeinsam tun, schaffen wir ein stärkeres Bewusstsein für den Wert unserer Arbeit und können uns langfristig besser im Markt positionieren. Gerade im Vergleich zu Discount- und Fast-Fashion-Angeboten sind wir das Gegenmodell: nachhaltig, wertig und nah am Kunden. Wir müssen lernen, das auch professionell zu kommunizieren - mit Stolz, aber ohne Pathos. Wenn uns das gelingt, können wir das Bewusstsein für echte Qualität im Markt zurückgewinnen."
"Sichtbare Erfolgserlebnisse im Kundendialog wirken wie ein Booster"
Jacob Sloth, Geschäftsführer Zimmer + Rohde
"2026 bietet für uns große Chancen, indem wir unsere Innovationskraft gezielt weiter ausbauen. Neben Akustik- und Thermo-Lösungen sehen wir besonders darin Potenzial, Klassiker neu zu erfinden und zu zelebrieren - mit technischen Verbesserungen, die neue Märkte erschließen und größere Zielgruppen ansprechen. Entscheidend bleibt die Verbindung aus technischer Performance, hoher Qualität und einem starken Servicegedanken, denn sie stärkt unsere Markenposition und schafft Vertrauen.
Kreativität spielt dabei eine zentrale Rolle: Wir wollen uns nicht auf etablierte Lösungen verlassen, sondern mutig vorangehen und neue Impulse setzen. Gleichzeitig ergänzen wir unseren Innovationsfokus durch echte Kundenempathie. Wenn wir Bedürfnisse früher verstehen und ganzheitlicher denken, entstehen Lösungen, die über das reine Produkt hinausgehen und die Partnerschaft mit unseren Kunden vertiefen. In dieser Kombination aus Fortschritt, Qualität, Service und kreativem Mut liegen für uns die größten Chancen für 2026.
Motivation entsteht bei uns vor allem durch Klarheit: klare Ziele, klare Pläne und klare Verantwortlichkeiten. Wenn alle wissen, wohin wir wollen und welchen Beitrag sie selbst leisten, entsteht Orientierung und daraus Energie. Wir konzentrieren uns bewusst auf die Faktoren, die wir aktiv beeinflussen können. Das nimmt Unsicherheiten die Kraft und schafft Raum für konstruktives Arbeiten, auch wenn das Umfeld herausfordernd ist. Wichtig ist uns außerdem, Verantwortung breit im Team zu verteilen. Jede und jeder soll echten Gestaltungsspielraum haben - das fördert Identifikation, Kreativität und Eigeninitiative.
Wir binden das Team aktiv in Entscheidungen ein, geben aber gleichzeitig genug Freiraum für die individuelle Umsetzung. So entsteht eine Kultur, in der Erfolge gemeinsam entstehen und in der man auch schwierige Phasen gemeinsam trägt. Und nicht zuletzt wirken sichtbare Erfolgserlebnisse im Kundendialog wie ein Booster: Wenn wir erleben, dass unsere Lösungen ankommen und Kunden zufrieden sind, hebt das die Stimmung spürbar und stärkt den Teamgeist nachhaltig.
Die Branche braucht aus meiner Sicht vor allem mehr Offenheit für neue Perspektiven - eine ,neue Brille’, mit der wir Markt und Zielgruppen breiter betrachten. Wir müssen den Endverbraucher stärker einbeziehen und textile Lösungen dort sichtbarer machen, wo sie im Alltag echte Wirkung entfalten.
Wichtiger denn je ist eine konsequente Kundenorientierung: Partnerschaft, Nähe und ein echtes Verständnis für Bedürfnisse werden zunehmend zum Differenzierungsmerkmal. Wenn wir diese Haltung gemeinsam leben - im Handel wie in der Industrie -, schaffen wir langfristigen Mehrwert für alle Beteiligten und stärken gleichzeitig die Relevanz der gesamten Branche.
Ich wünsche mir eine Branche, die mit Mut nach vorne geht - ganz im Sinne von ,Mut für morgen’. Heimtextilien haben großes gestalterisches Potenzial, und ich würde mir wünschen, dass wir diese Stärke selbstbewusster zeigen: mit mehr Kreativität, Offenheit und der Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren. Wichtig ist mir auch, dass wir kreativen Nachwuchs einbinden und frische Impulse zulassen. Wenn wir Innovation, Kundenorientierung und eine klare, positive Kommunikation zusammenbringen, kann die Branche 2026 mit echter Gestaltungslust in die Zukunft starten."
"Uns motivieren immer wieder unsere neuen Kollektionen"
Donata Apelt-Ihling, Apelt
"Wir gehen davon aus, dass die Marktsituation in 2026 wieder zuversichtlicher wird. Gutes Design, überzeugender Input in Material und Qualität, superschneller, passgenauer Vertrieb, angepasste Preise sind Faktoren, die 2026 nochmals mehr zählen werden.
Unser Team ist großartig, wir arbeiten alle mit Drive und Blick nach vorn. Uns motivieren immer wieder unsere neuen Kollektionen, die wir saisonal passgenau kreieren und erfolgreich auf den Markt bringen.
Alle sollten zu Veränderungen beitragen, die Politik, die Unternehmen, die Verbraucher. Allzu viele Komponenten liegen erfahrungsgemäß nicht in unserem Einflussbereich. Als deutsche mittelständische Unternehmen der Branche bleiben wir in der Verpflichtung, uns weiterhin den ständig wandelnden Bedingungen des Marktes smart anzupassen."
"Offen und glaubwürdig kommunizieren und zugleich Zuversicht vermitteln"
Christoph Häußler, Geschäftsführer Rohleder
"Auch wenn das wirtschaftliche Umfeld weiterhin schwierig bleibt, sortiert sich der Markt neu und genau daraus ergeben sich auch wieder neue Chancen. Wir bei Rohleder setzen neben Qualität und Nachhaltigkeit auf innovative Produkte und auf eine Stärkung der wichtigen Exportmärkte.
In Zeiten wie diesen ist es wichtiger denn je, offen und glaubwürdig zu kommunizieren und zugleich Zuversicht zu vermitteln. Ebenso wichtig ist es, den Sinn der Tätigkeit zu vermitteln und auch Stolz zu sein auf das, was wir tun und tagtäglich für unsere Kunden weltweit produzieren. Die Branche steht an einem Wendepunkt und wir brauchen nicht die x-te Kollektion, kurzfristige Aktionen oder den nächsten Rabatt, sondern ein Umdenken. Wir müssen wieder hin zu mehr Haltung, die Designkompetenz und unsere hochwertigen Produkte wieder mehr in den Mittelpunkt stellt.
Ich wünsche mir, dass die Menschen wieder mehr Begeisterung für unsere Heimtextilien zeigen. Wenn wir als Branche wieder mehr Begeisterung dafür entfachen, wird sich das auch in den Märkten positiv auswirken. Des Weiteren hoffe ich, dass die neue Regierung endlich ins Handeln und Umsetzen kommt, damit sich das Stimmungsbild in Deutschland wieder etwas aufhellt."
"Die wichtigsten Stellschrauben liegen auf gesamtgesellschaftlicher Ebene"
Lars Maier, Geschäftsführer Höpke Textiles
"Natürlich hoffen wir auf eine generelle Marktbelebung und mehr frei verfügbare Kaufkraft - das wäre die wichtigste Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum. Chancen sind momentan schwer kalkulierbar. Aber eines ist sicher: Wir überlassen unser Geschäft nicht dem Zufall. Unser Fokus liegt seit jeher auf Verlässlichkeit, Liefersicherheit und konsequentem Service. Wenn wir konstant beste Leistung bringen, holen wir auch das Beste für unser Unternehmen heraus - unabhängig von äußeren Umständen.
Wir sind in der außergewöhnlichen Lage, ein sehr starkes, top motiviertes Team zu haben, das auch in anspruchsvollen Zeiten zusammenhält. Der Teamgeist bei Höpke ist außergewöhnlich - und das trägt uns durch jede Phase. Trotz der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage mussten wir weder Stellen abbauen noch Maßnahmen ergreifen, die Unsicherheit erzeugen. Unsere Mitarbeiter können sich darauf verlassen, dass sie Teil eines gesunden, fairen und langfristig denkenden Unternehmens sind.
Die wichtigsten Stellschrauben liegen - aus meiner Sicht - nicht primär in der Branche selbst, sondern auf gesamtgesellschaftlicher Ebene. Rahmenbedingungen wie Energiepreise, Bürokratie und vor allem die Unsicherheit in der Bevölkerung wirken sich massiv auf Investitionsbereitschaft und Konsumverhalten sowohl im privaten als auch im unternehmerischen Umfeld aus.
Ich wünsche mir, dass das Thema Wohnen wieder stärker ins Zentrum rückt - als Ausdruck von Lebensqualität, nicht nur als Konsumgut. Gerade jüngere Menschen sollen wieder entdecken, wie wichtig ein schönes, gemütliches Zuhause ist. Freizeit und Reisen sind wichtig, aber unser Zuhause ist der Ort, an dem wir die meiste Zeit verbringen. Hier wieder mehr Bewusstsein zu schaffen - das wäre ein echtes Zukunftsthema."
"Weg von Preis und Rabatten, hin zu Wert, Wirkung und Verlässlichkeit"
Ann-Kathrin Schmidt, Geschäftsführerin FHR
"2025 hat deutlich gezeigt: Wir stehen mitten in einem echten Strukturwandel. Fachkräftemangel, steigende Kosten, digitale Umbrüche - das alles fordert uns heraus. Aber es eröffnet auch neue Chancen. Denn wer die Themen Digitalisierung, KI und Nachhaltigkeit nicht als Bedrohung, sondern als Gestaltungsräume begreift, kann 2026 deutlich an Stärke gewinnen. Besonders im Bereich Renovierung sehen wir enormes Potenzial: Verbraucher investieren gezielter, suchen Beratung, Qualität und verlässliche Partner. Genau hier spielt das Handwerk seine Stärken aus - und der FHR unterstützt, diese sichtbar und wirtschaftlich erfolgreich zu machen.
Wir brauchen einen klaren Mindset-Wechsel: weg von Preis und Rabatten, hin zu Wert, Wirkung und Verlässlichkeit. Das bedeutet: Betriebe müssen sich als attraktive Arbeitgeber und moderne Dienstleister positionieren. Digitalisierung ist dabei kein Selbstzweck, sondern Werkzeug - von der Angebotserstellung über die Kommunikation bis hin zur Nachbetreuung. Und: Wir müssen Geschichten erzählen, die Haltung zeigen. Nachhaltige Materialien, gute Raumakustik oder energieeffiziente Sonnenschutzlösungen sind nicht nur Produkte - sie sind Ausdruck eines neuen Qualitätsverständnisses. Stark wird 2026, wer Kompetenz mit Emotion verbindet und Kundenbeziehungen langfristig und ganzheitlich denkt.
Als Verbundgruppe verstehen wir uns als strategischen Zukunftsbegleiter. Wir schaffen Verbindungen, bündeln Wissen und geben unseren Partnern Werkzeuge an die Hand, um sich erfolgreich zu positionieren. Mit der FHR-Messe 2026 setzen wir ein Zeichen: Sie wird zum Schaufenster für Innovation, Kooperation und die Kraft der Gemeinschaft. Unser Nachhaltigkeits-Lehrgang unterstützt Betriebe dabei, sich glaubwürdig zu zertifizieren und Nachhaltigkeit im Alltag umzusetzen. Und mit der Wohn-Profis-Plattform bringen wir das Handwerk digital dorthin, wo Kundinnen und Kunden heute suchen - online, sichtbar, professionell. Kurz gesagt: Der FHR steht für ,gemeinsam stark’ - in der Umsetzung, nicht nur in der Theorie.
Ich wünsche mir mehr Mut zur Veränderung, mehr Zusammenhalt und mehr Wertschätzung für das, was Handwerk wirklich bedeutet: Qualität, Verantwortung, Kreativität. Wenn wir als Branche diesen Mut zeigen, wenn Industrie, Handel und Handwerk an einem Strang ziehen, dann wird 2026 kein ,trotzdem gutes’, sondern ein richtig starkes Jahr."
"Wir haben eine Branche voller Könner"
Helmut Stauner, Vertriebsleiter MZE
"2025 hat uns gezeigt, wie verletzlich unser Markt geworden ist - aber auch, wie stabil diejenigen Betriebe bleiben, die konsequent beraten, sichtbar sind und ihren Kunden Orientierung geben. Die eigentliche Chance für 2026 liegt in genau dieser Rückbesinnung auf das, was ein stationäres Fachgeschäft unersetzlich macht: Nähe, Kompetenz, Vertrauen. Wenn wir es schaffen, unsere Sortimente stärker auf Wertschöpfung auszurichten und die Kundenreise einfacher, klarer und inspirierender zu gestalten, dann wird 2026 ein Jahr, das uns mehr gibt als es nimmt.
Wir brauchen weniger Jammern über Frequenz und mehr Mut zur Transformation. Die Zukunft gehört den Betrieben, die ihre Ausstellungen aktuell halten, digital mitspielen, statt nur zuzuschauen, sich spezialisieren, statt alles ein bisschen zu machen, und Mitarbeitende befähigen, nicht nur zu beraten, sondern zu begeistern. Stark macht uns 2026 die Fähigkeit, Sortimente und Prozesse radikal zu vereinfachen - für den Kunden und für den Betrieb. Je klarer das Profil, desto höher die Relevanz.
Wir als MZE sehen uns als Partner, der Bewegung auslöst. Wir stärken die Mitglieder, indem wir Sortimente strukturieren, Konzepte schärfen und digitale Werkzeuge an die Hand geben, die wirklich funktionieren. Unser Anspruch: Wir begleiten die Betriebe nicht nur beim Einkauf, sondern in ihrer Transformation. Wir machen Raumausstatter zu Einrichtern - mit mehr Reichweite, mehr Inspiration und mehr betrieblicher Klarheit.
Von der Branche wünsche ich mir 2026 mehr Selbstbewusstsein. Mehr Lust auf Veränderung. Und den Mut, das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln, statt auf bessere Zeiten zu warten. Wir haben eine Branche voller Könner - wir müssen nur wieder anfangen, es uns selbst zu glauben."
"Mutiger in gemeinsames Lernen investieren"
Martin Auerbach, Geschäftsführer Heimtex Verband
"2025 war ein Jahr, das der Heimtex-Branche viel abverlangt hat: Margendruck, volatile Nachfrage und ein Investitionsklima, das immer wieder zwischen Bremsen und Anziehen schwankte. Gleichzeitig habe ich erlebt, wie viel Substanz in unseren Unternehmen steckt - technisch, organisatorisch, aber vor allem menschlich. Viele haben gelernt, präziser zu priorisieren, mutiger zu entscheiden und pragmatischer zusammenzuarbeiten. Das nehmen wir mit in 2026.
Trotz der Herausforderungen sehe ich auch echte Chancen: Viele Unternehmen haben bereits verstanden, dass Change the New Normal ist. Wer sein Unternehmen danach ausrichtet, stärkt seine Resilienz. Was wir dafür brauchen, ist weniger Kosmetik und mehr Ehrlichkeit. Die Branche muss zum Beispiel mutiger in gemeinsames Lernen investieren - technisch wie organisatorisch. Nicht jedes Problem ist mit noch mehr Komplexität lösbar; oft hilft das Gegenteil: einfache Prozesse, klare Verantwortlichkeiten, frühe Zusammenarbeit in Projekten. 2026 werden diejenigen stark sein, die ihre Teams befähigen, Entscheidungen schnell und fundiert zu treffen, und die Veränderung nicht als Störung, sondern als Normalzustand begreifen.
Unser Verband kann dabei ein Katalysator sein. Wir bringen Unternehmen an einen Tisch, die sonst selten miteinander sprechen - und sorgen dafür, dass Wissen, Erfahrungen und pragmatische Lösungen schneller zirkulieren. Gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit braucht es Orte, an denen sich Unternehmen gegenseitig stärken, Orientierung bekommen und auch mal Widerspruch hören, bevor teure Fehlentscheidungen fallen.
Mein persönlicher Wunsch für 2026: mehr Zuversicht aus der eigenen Stärke heraus. Wir sind eine Branche, die Wert schafft, die Probleme löst und die technologisch weit vorne ist. Wenn wir diesen Kern selbstbewusster zeigen und gleichzeitig weiter lernen, wird 2026 kein Jahr des Abwartens, sondern ein Jahr des Gestaltens."
"Gemeinsam zeigen, wie viel Zukunft in unserem Handwerk steckt"
Ralf Vowinkel, Präsident ZVR
"2025 war kein einfaches Jahr. Viele Betriebe haben die Kaufzurückhaltung der Kunden deutlich gespürt. Trotzdem habe ich viel Mut, Ideenreichtum und Zusammenhalt erlebt. Unsere Handwerksbetriebe haben gezeigt, dass sie flexibel sind, mitdenken und auch in schwierigen Zeiten anpacken. Genau das macht mich optimistisch. Besonders beeindruckend finde ich die kreative und qualitativ hochwertige Arbeit, die wir in den Gesellen- und Meisterprüfungen gesehen haben und natürlich auch bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk. Diese jungen Talente zeigen, was unser Handwerk ausmacht: Können, Gestaltungskraft und vor allem Leidenschaft.
Gemeinsam mit der Industrie und unseren Lieferanten müssen wir hochwertige Produkte anbieten, die nicht nur kreativ, funktional und qualitativ hochwertig, sondern auch nachhaltig sind. Wenn wir das gemeinsam anpacken, schaffen wir Vertrauen und neue Perspektiven. Erste positive Signale gibt es ja schon, etwa beim Neubau. Wenn die Politik verlässliche Rahmenbedingungen schafft, bin ich überzeugt, dass wir in der zweiten Jahreshälfte 2026 wieder Rückenwind bekommen.
Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Freiraum, um das zu tun, was wir am besten können, gutes Handwerk. Dazu gehört, dass Ausbildung bezahlbar bleibt und Nachwuchsförderung gezielt gestärkt wird. Unsere Arbeit bleibt auch in Zukunft gefragt, weil sie kaum automatisierbar ist. Laut Futurmat des IAB liegt die Automatisierbarkeit des Berufs Raumausstatterin bzw. Raumausstatter bei gerade einmal 13 %. Das zeigt deutlich: Unser Gewerk lebt von Menschen, nicht von Maschinen.
Stark sind wir, wenn wir uns auf unsere Stärken besinnen, Qualität, Verlässlichkeit und das persönliche Miteinander. 2026 kann das Jahr werden, in dem das Handwerk wieder zeigt, was in ihm steckt. Wenn wir zusammenhalten und mit Zuversicht nach vorn gehen, dann haben wir allen Grund, optimistisch zu sein.
Der ZVR hat die Aufgabe, den Betrieben den Rücken zu stärken und gegenüber der Politik klar zu sagen, wo gehandelt werden muss. Gemeinsam mit dem ZDH setzen wir uns dafür ein, dass Bürokratie abgebaut und die Lohnnebenkosten gesenkt werden. Arbeit im Handwerk muss bezahlbar bleiben. Wichtig ist auch, dass die Gelder, die der Bund für die Infrastruktur bereitstellt, wirklich dort ankommen, wo sie hingehören, in Schulen, Ausbildungsstätten und für die Zukunft unserer jungen Menschen. Nach dem Herbst der Reformen muss jetzt das Frühjahr des Aufbruchs kommen. Wir brauchen endlich Umsetzung, damit wir mit einem positiven Signal in das Jahr starten können.
Ich wünsche mir, dass wir 2026 wieder mehr Zuversicht und Stolz auf unser Handwerk spüren und dass nicht die negativen Schlagzeilen unseren Alltag bestimmen. Wenn wir das, was uns ausmacht, Qualität, Kreativität und Verlässlichkeit, mit Leidenschaft weitertragen, bin ich sicher, dass die Heimtextilbranche gestärkt aus dieser Zeit hervorgeht. Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam zeigen, wie viel Zukunft in unserem Handwerk steckt."
aus
BTH Heimtex 01/26
(Handel)