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EPLF legt Jahreshochrechnung 2007 vor

Laminatabsatz in Deutschland stabil, Osteuropa boomt

Die Pressekonferenz des EPLF (Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller) während der Domotex ist seit Jahren ein Magnet für Branchenbeobachter - und das aus gutem Grund: Nur hier gibt es Zahlen, die Rückschlüsse auf die Entwicklung dieses Belagsegments zulassen, denn vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden wird diese Produktgruppe bislang nicht erfasst. Wichtigste Erkenntnis: Auch 2007 stieg der Weltmarktabsatz von Laminatböden "made in Europe", bedingt durch leichtes Wachstum in Westeuropa und starke Zuwachsraten in Osteuropa. Als größter europäischer Einzelmarkt bleibt Deutschland stabil.


Bei der Jahreshochrechnung des EPLF ist zu beachten, dass ausschließlich Absatzmengen der im Verband organisierten Firmen erfasst werden. Außerdem handelt es sich hier um den Erstverkauf. Was Großabnehmer davon exportieren, bleibt unberücksichtigt. Wie der EPLF versichert, schlagen sich in dem Zahlenwerk ausschließlich Endprodukte nieder und nicht Industriegeschäfte in Form von Plattenware, die noch zu konfektionieren ist und dann weitere Handelsstufen durchläuft. Trotz der Knackpunkte halten wir die Statistik für ein wertvolles Instrument, um Markttendenzen zu erkennen.

Die 19 Mitgliedsfirmen des EPLF haben 2007 weltweit 496 Mio. qm Laminatfußboden aus europäischer Produktion abgesetzt (Vorjahr 468 Mio. qm). Dies entspricht einer Steigerung von 6 %. Den Gesamtanteil der EPLF-Mitgliedsfirmen am Weltmarkt schätzt der Verband auf 55 %.

Deutschland wichtigster Einzelmarkt

In Westeuropa stieg der Absatz um 4,2 % auf 297 Mio. qm, wobei sich Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und die Niederlande als Spitzenreiter erwiesen. Satte 37,5 % betrug der Zuwachs in Osteuropa. Mit Wachstumsraten zwischen 20 und mehr als 30 % haben vor allem Polen, Russland, Tschechien und Rumänien dazu beigetragen, dass sich das Volumen von 88 auf 121 Mio. qm erhöhte. "Hier kommt teilweise auch jetzt noch die EU-Erweiterung zum Tragen, die den westeuropäischen Herstellern eine Fülle neuer Perspektiven eröffnet hat", betonte EPLF-Präsident Ludger Schindler. Doch diese dynamischen Märkte seien hart umkämpft - nicht nur, dass dort einige Hersteller eigene Produktionsstätten aufbauten. Mehr und mehr würden auch chinesische Hersteller die Initiative ergreifen

Wie die Zahlen zeigen, bleibt Westeuropa das wichtigste Absatzgebiet für die EPLF-Mitgliedsfirmen. Mit 98 Mio. qm erreicht Deutschland das Vorjahresniveau. Frankreich ist mit 42 Mio. qm (Vorjahr 36 Mio. qm) gewachsen und belegt im Ranking der wichtigsten westeuropäischen Märkte Platz 2. Als Drittplatzierter weist Großbritannien mit 38 Mio. qm (40 Mio. qm) eine leicht rückläufige Tendenz auf, während sich Spanien nach vorne gearbeitet hat und mit 23 Mio. qm (18 Mio. qm) erstmals auf dem 4. Platz liegt. Die Niederlande schließen mit 22 Mio. qm (21 Mio.) dicht auf.

US-Markt stark rückläufig

In Nordamerika verzeichnet der EPLF weiterhin eine rückläufige Tendenz. Im Jahresvergleich ist der Absatz von 68 Mio. qm (2006) auf 50 Mio. qm (2007) gesunken. Dies entspricht einem Rückgang um 26,5 %. Der Löwenanteil dabei entfällt auf den US-Markt, der 2007 mit 32 Mio. qm (50 Mio. qm) ein Minus von 36 % aufweist. Diese Entwicklung hängt mit der Immobilienkrise, mit dem Aufbau von Produktionskapazitäten einiger EPLF-Mitgliedsfirmen, aber auch mit gestiegenen chinesischen Exporten in die USA zusammen. "Wer mitmischen will, muss fast zwangsläufig mit einem eigenen Werk vor Ort sein und den Markt von dort aus bearbeiten", stellte der EPLF-Präsident fest.

Asien zeigte sich 2007 stabil, was auf eine konzentrierte Marktbearbeitung einzelner Hersteller schließen lässt. Der Absatz der EPLF-Mitgliedsfirmen in den asiatischen Märkten betrug wie im Vorjahr 8 Mio. qm. Die geringe Menge ist auf die große Zahl lokaler Hersteller zurückzuführen.

Preiskorrekturen unumgänglich

Nachdem die Preise bereits im vergangenen Jahr infolge höherer Rohstoff- und Energiekosten um etwa 5 % gestiegen sind, wird es 2008 aus denselben Gründen Anpassungen geben. "Der Markt kann dies verkraften", zeigte sich Schindler zuversichtlich. Allerdings könnten Überkapazitäten durchaus dazu führen, dass die Endverbraucherpreise wieder unter Druck geraten. Außerdem sei zu beobachten, dass das mittlere Marktsegment weg breche. "Der Kunde geht entweder zu Aldi oder ins Feinkostgeschäft", sagte Schindler. Wie er in diesem Zusammenhang aufzeigte, werden die meisten Produkte in der Preisspanne von sieben bis zehn oder dann von 20 bis 25 EUR verkauft. Interessant in diesem Zusammenhang: Der DIY-Bereich nimmt weltweit an Bedeutung zu, "aber der Fachhandel behauptet seinen Platz".

Vielfältige Produktionsverfahren

Wie der EPLF-Präsident darstellte, war die Palette der Herstellungsverfahren von Laminatböden nie so vielfältig wie heute. Neben den klassisch gefertigten Produkten mit Melaminharzbeschichtung gibt es heute direkt beduckte Ausführungen, Fachjargon Printed Decor Laminate (PDL), Böden mit Finish-Folie, elektronenstrahlgepresste Varianten sowie computergesteuerten Digitaldruck, mit dem sich auch kleine Losgrößen realisieren lassen. All diesen Produkten und Herstellern stehe der EPLF offen gegenüber. "Der Begriff "Laminatfußboden" ist Gattungsbegriff für moderne Beläge, die auf unterschiedliche Weise hergestellt werden", sagte Schindler, ohne sich im Detail festlegen zu wollen. Dennoch sehe sich der Verband gefordert, "da mit der Variantenvielfalt auch die Anforderungen an Normierung, Reinigung und Pflege steigen".

Der EPLF-Präsident versäumte nicht, ein kleines Jubiläum zu erwähnen: 1998 übernahm die PH Meyer Wirtschaftsberatung in Bielefeld die Geschäftsführung des Verbandes. Kennzeichnend für deren Arbeit ist das harmonische Zusammenspiel mit dem Vorstand, was wohl auch der Grund dafür ist, dass sich der EPLF nicht nur branchenintern zu einer überaus wichtigen Informationsplattform entwickelt hat.
aus BTH Heimtex 02/08 (Wirtschaft)