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EPLF: Mitgliederversammlung in Kitzbühel

"Nachhaltigkeit" im Fokus der Verbandsarbeit

Ludger Schindler (Meisterwerke) bleibt Vorstandsvorsitzender und Präsident des Verbandes der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF). Schindler wurde auf der jüngsten Mitgliederversammlung in Kitzbühel in seinem Amt bestätigt. Neuer Obmann im Arbeitskreis Image und Märkte und damit Vorstandsmitglied ist Volkmar Halbe(Parador). Im Mittelpunkt der Verbandsarbeit steht neben den Normungsaktivitäten auf CEN- und ISO-Ebene sowie der kontinuierlichen Marktbeobachtung vor allem das Thema "Nachhaltigkeit".

Jedes Jahr im Mai treffen sich die im EPLF organisierten Laminatfußbodenhersteller und ihre Zulieferer zur ordentlichen Mitgliederversammlung. Auf Einladung der Firma Egger fand die Tagung diesmal vor der Kulisse des malerischen Berg-Panoramas im österreichischen Kitzbühel statt.

Schlagkräftiger Vorstand

Auf der Tagung wurde die Vorstandsspitze einstimmig in ihrem Amt bestätigt: Ludger Schindler (Meisterwerke) bleibt Vorstandsvorsitzender und EPLF-Präsident; Martin Prager (Kronotex) ist sein Stellvertreter. Auch Dr. Theo Smet (Unilin) ist als Obmann des Arbeitskreises "Technik" bestätigt worden. Einen Wechsel gab es auf dem Gebiet "Märkte und Image". An der Spitze des Arbeitskreises steht künftig Volkmar Halbe (Parador), der Ralf Eisermann folgte. Als Obleute gehören Halbe und Smet dem EPLF-Vorstand an. Neuer Kassenprüfer des EPLF wurde Stefan Pletzer (Egger), nachdem Johannes Schulte dieses Amt viele Jahre inne hatte.

Als außerordentliche Mitglieder traten folgende Firmen in den Verband ein: Hartmann Druckfarben (Niedernhausen), Leuco Werkzeuge (Horb am Neckar), Sealed Air Verpackung (Aneby / Schweden) und Selit Dämmtechnik (Erbes-Büdesheim).

"Natürlich Laminat!"

Einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit sieht der EPLF auf dem Sektor "Nachhaltigkeit". Der Themenkomplex prägt sowohl die Arbeit im technischen Arbeitskreis, dessen Vertreter aktuell im CEN / TC 134 intensiv an der Entwicklung einer Umweltdeklaration für Laminatböden (Environmental Product Declaration) für den B2B-Bereich mitarbeiten, als auch die Kommunikation des Verbandes in Richtung Endverbraucher.

Da das Internet zur Informationsbeschaffung des Kunden immer wichtiger wird, beabsichtigt man in Kürze ein Laminatportal einzurichten, das sich explizit an den Endverbraucher richtet und dabei neben den Themen "Dekorideen" und "Klangverhalten" sowie "Verlege- und Pflegetipps" insbesondere die "Umweltfreundlichkeit" des Produktes aufgreift. Projekttitel: "Natürlich Laminat!"

Objektmarkt weiterhin zentrales Thema

Die Bearbeitung des Objektmarktes bleibt weiterhin ein Thema im EPLF: Geplant ist, künftig im Zwei-Jahres-Rhythmus mit einem Gemeinschaftsstand für seine Mitgliedsfirmen an der Contractworld, der Sonderschau für Architektur und Innenraumgestaltung auf der Domotex, teilzunehmen. Wie es hieß, wurde der Messestand bisher vom Fachpublikum gut angenommen. Mehr als 1.500 Besucher hätten sich 2008 über die neuesten Laminatboden-Trends für den Objektbau informiert.

Wie der Verband unterstreicht, lassen die aktuellen Absatzzahlen der im EPLF organisierten Hersteller derzeit noch keine Prognose für das Jahr 2008 zu. Auf den westeuropäischen Märkten sei ein "leichter Abschwung" zu verzeichnen, während sich Osteuropa weiter auf Wachstumskurs befinde. Aber auch die neuen EU-Mitgliedsländer würden sich außerordentlich positiv entwickeln.

Umweltdeklaration wichtiger Wettbewerbsfaktor

Dipl.-Ing. Julia Goercke, Textile & Flooring Institute, Aachen, ging der Frage "Braucht die Laminatindustrie eine Umweltdeklaration?" auf den Grund. In ihrem Vortrag legte sie anschaulich dar, dass sich die Öko-Bilanz eines Produktes - von der Produktion bis zur Entsorgung - zukünftig auf dem gesamten europäischen Bausektor zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor entwickeln wird.

Dr. Hanne Meyer-Hentschel, Inhaberin des gleichnamigen Marktforschungsinstituts, beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit dem Thema "Nicht alle Kunden sind jung - Chancen im Wachstumsmarkt 50+". Das Saarbrücker Institut hat sich auf den Bereich Seniorenmarketing spezialisiert. Die Zahlen und Fakten, die Meyer-Hentschel präsentierte, verdeutlichen, dass es sich bei den über 50jährigen um eine kaufkräftige Zielgruppe handelt, die Unternehmen noch viele Jahre an sich binden können.

Zum Abschluss ihres Vortrages kam ein "Age-Explorer" zum Einsatz, ein spezieller Anzug, in dem man die Symptome des Alterns "hautnah" nachvollziehen kann. EPLF-Präsident Ludger Schindler stellte sich für das Experiment mutig zur Verfügung.
aus Parkett Magazin 04/08 (Wirtschaft)