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EPLF Verband der europäischen Laminatfußbodenhersteller e. V.

EPLF erarbeitet Regelwerk zur Nachhaltigkeitsbewertung von Bodenbelägen


Nachhaltiges Bauen ist ein Thema, das sowohl im B2B- als auch im B2C-Bereich mehr und mehr an Fahrt gewinnt. Europäische und nationale Normen werden in naher Zukunft Fakten schaffen, erwartet der Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF). Die Herstellervereinigung ist hier bereits in die Offensive gegangen und ist auf EU-Ebene an einem Projekt der europäischen Bodenbelagsindustrie zur Nachhaltigkeitsbewertung von Bodenbelägen beteiligt.

Das Regelwerk, das vor kurzem fertig gestellt wurde, und auf der Internetseite des Deutschen Instituts für Bauen und Umwelt unter www.bau-umwelt.de veröffentlicht ist, trägt den Namen "Product Category Rules (PCR)". In den PCR werden die Regeln für die Erstellung einer Umweltdeklaration für Bodenbeläge (EPD) festgelegt. Eine EPD beschreibt den Lebenszyklus eines Produktes von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Sie setzt eine Ökobilanz voraus und macht damit Aussagen über Ressourcenverbrauch, Energiebilanz und CO2-Emissionen. Darüber hinaus beschreibt sie auch Qualitäts-, Gesundheits- und Sicherheitsaspekte eines Produktes.

EPDs dienen dem Architekten oder Bauplaner als Bewertungsmaßstab für die ökologische Verträglichkeit von Bauprodukten. Insofern sind sie eine wichtige Voraussetzung für die Zertifizierung von Gebäuden, für deren Bau oder Renovierung nachhaltige Bauprodukte Verwendung finden. Da beim Hausbau verschiedene Produkte eingesetzt werden, neben Bodenbelägen z.B. auch Zement, Ziegel und Fenster, müssen die EPDs verschiedener Bauprodukte aufeinander abgestimmt und vergleichbar sein. Aus eben diesem Grund gibt es die Product Category Rules, in denen beschrieben wird, welche Punkte bei einer EPD zu berücksichtigen sind. Liegen dem Architekten alle notwendigen EPDs der verwendeten Bauprodukte vor, summiert er die darin enthaltenen Werte und kann so zu einer fundierten Nachhaltigkeitsbewertung der Bauweise eines Hauses kommen.

Nachdem der EPLF bereits aktiv an der Entwicklung der PCR mitgearbeitet hat, werden in den kommenden Monaten die EPDs für Laminatfußböden erstellt. Damit werden die EPLF-Mitgliedsfirmen ihrer ökologischen und gesellschaftlichen Verantwortung gerecht, bevor dies durch europäische Normen verlangt wird. Insbesondere im B2B-Bereich wird sich die Bedeutung von EPDs als Nachweis für umweltfreundliche Bauprodukte innerhalb kurzer Zeit zu einem Wettbewerbsfaktor am Markt entwickeln. Die europäische Laminatbodenindustrie hat damit die Möglichkeit, die Nachhaltigkeit ihrer Produkte auch nach außen zu kommunizieren.

Vor dem Hintergrund, dass allein 30 bis 40% des weltweiten Energieverbrauchs, des Abfallaufkommens und der CO2-Emissionen bei der Erstellung und während der Nutzung von Gebäuden verursacht werden, wird die Bedeutung nachhaltigen Bauens für den Klimaschutz verständlich. In England, Frankreich und den USA gibt es bereits seit längerem Zertifzierungssysteme, mit denen die nachhaltigen Eigenschaften eines Gebäudes nachgewiesen werden können. In Deutschland ist vor kurzem auf dem Tag der Deutschen Bauindustrie in Berlin das neue Deutsche Gütesiegel für nachhaltiges Bauen vorgestellt worden. Es wurde von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (www.dgnb.de) und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Stadtentwicklung (www.bmvbs.de) entwickelt und wird künftig in Deutschland in Gold, Silber und Bronze verliehen.
aus Parkett Magazin 06/08 (Wirtschaft)