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Woodcare Denmark: Natürliche Pflege mit Öl und Seife

Holz von innen stärken

Holzpflege ist Einstellungssache - dieser Überzeugung ist Woodcare Denmark, Hersteller von Produkten zum Schutz von Holzoberflächen. Wie Produktmanager Bo Mogensen betont, basieren die Erzeugnisse ausschließlich auf natürlichen Ölen und Seifen. Denn nur so bleiben die natürlichen Eigenschaften und Optiken der einzelnen Holzarten erhalten. "Holz muss sich wie Holz anfühlen und auch so aussehen', sagt Mogensen.

Oberste Prämisse bei Woodcare Denmark: Holz muss atmen! Hierzu gibt Mogensen einen kleiner Exkurs in punkto Holzpflege: Für die Behandlung kämen grundsätzlich zwei Möglichkeiten in Frage - der natürliche Schutz von innen heraus oder die Beschichtung. Letztere verstoße allerdings gegen genannte Woca-Philosophie: "Wir wollen die Poren des Holzes nicht mit Wachs verschließen', betont Mogensen. Mit dieser Art der Beschichtung werde die schöne und natürliche Holzoptik zunichte gemacht, das Naturprodukt in einen weitgehend leblosen konventionellen Baustoff verwandelt. Kurz: Die Behandlung mit Wachs raube dem Holz seinen Charakter - da lassen sich die Dänen gar nicht erst auf Diskussionen ein. Sie verfolgen ihre ganz persönliche Öl- und Seifen-Philosophie.

Dem lebenden Baustoff helfen, sich selbst zu heilen

Woca vertraut auf die natürliche Methode, indem das selbstschützende Potenzial des Holzes gezielt gestärkt wird. Und das klappt nach Ansicht der Dänen nur mit der natürlichen Methode: "Dann bleibt das Holz von innen heraus geschmeidig und in einem guten Zustand', sagt Mogensen. Die gezielte Pflege mit Öl, das tief in das Porensystem des Holzes eindringen kann, verleiht dem Holz neue Kraft und Energie. Anders ausgedrückt: Öl ist das beste Schutzschild gegen Kratzer, Risse oder Beschädigungen der Oberfläche und hilft dem Holz, sich auch aus eigener Kraft zu heilen. "Sinnvolle Pflege" nennt Mogensen dieses Verfahren. So bleibt der lebende Baustoff robust und widerstandsfähig, bewahrt seine natürliche Farbe und seine schöne Optik. Ein Plädoyer für die Pflege mit Öl also. Eine künstliche Oberflächenbehandlung beispielsweise mit Wachs hingegen schütze zwar kurzfristig vor Witterungseinflüssen oder strapazierenden Umweltfaktoren, auf Dauer würden aber die natürlichen Eigenschaften des Holzes geschwächt. "Diese Art der Oberflächenbeschichtung trennt das Holz von seiner natürlichen Umgebung', erklärt der Produktmanager.

Bei der Reinigung schwören die Dänen auch auf Natürlichkeit. Seife ist zum Waschen da, klar. "Geölte Holzoberflächen lassen sich prima mit Lauge reinigen', weiß Mogensen. "Einfach Lauge drauf, wischen, sauber.' So einfach geht das. Gewachste Oberflächen hingegen gehen mit Schmutz eine Symbiose ein, sodass sich der Schmutz dauerhaft festsetze. "Das kriegen Sie nicht mehr weg', ist er überzeugt. Das die natürliche Pflege des Holzes aufwändiger ist als ein konventioneller Schutz, räumt Mogensen ein. Aber: "Je nachhaltiger die Pflege, desto länger ,lebt das Holz.' Letztlich würden so auch Kosten für Renovierung und Austausch gespart. Natürlicher Schutz ist also nicht nur ökologisch, sondern schont auf lange Sicht auch den Geldbeutel. Naturbelassene Langlebigkeit oder Zeit- und Kostenersparnis das ist hier die Frage. Holzpflege ist eben Einstellungssache.



Produktneuheiten bei Woca: Interview mit Produktmanager Bo Mogensen

"Vor Ort lassen sich viel mehr Kundenwünsche erfüllen"

ParkettMagazin: Was ist neu im Woca-Angebot?

Mogensen: Mit ,Active Stain oder ,Aktive Beize haben wir auf den aktuellen Trend zu verschiedenen Grautönen reagiert. Die Beize ist wasserbasiert und reagiert auf Eiche mit modernen, grauen Farbeffekten. Eiche lässt sich wunderbar in alle möglichen Farben einfärben.

ParkettMagazin: Die Nachfrage nach Grau steigt also?

Mogensen: Ja, Grau ist gerade "in". Hellgrau, dunkelgrau, mausgrau oder grau mit weißen Poren. Unsere ,Aktive Beize gibt es daher von Nummer eins bis vier. Zugegeben, das ist ein bisschen unkreativ, aber das Ergebnis zählt. Je nach Gerbstoffanteil im Holz kann der Farbeffekt nach der Anwendung variieren. Wir empfehlen deshalb, vorab Muster anzulegen.

ParkettMagazin: Und wo geht, abgesehen von der Farbe, der Trend künftig beim Parkett hin?

Mogensen: Da gibt es eigentlich keine großen Änderungen. Nach wie vor sind Massivdielen gefragt. Da merken wir auch, dass zunehmend unbehandelte Ware eingekauft und verlegt wird.

ParkettMagazin: Und vor Ort wird der Boden dann behandelt?

Mogensen: Genau. Vor Ort lassen sich viel mehr Kundenwünsche erfüllen. Der Handel kann in punkto Größen und Farben gar nicht mehr alles auf Lager haben. Deswegen versuchen wir, immer wieder neue Farben und Laugen auf den Markt zu bringen. Dabei wollen wir mit wenigen Produkten eine große Farbpalette erreichen. Heute muss sich der Kunde nicht mehr 20 Jahre auf eine Farbe festlegen - nach fünf oder sieben Jahren schleift man die Dielen einfach ab und verpasst ihnen eine neue Farbe.

ParkettMagazin: Der Wunsch nach individueller Gestaltung wäre also auch ein Argument für dickere Laufschichten bei Mehrschichtparkett?

Mogensen: Ganz genau. Einerseits langlebig, andererseits offen für neue Farben.

ParkettMagazin: Und wie ist das bei versiegelten Böden?

Mogensen: Auch versiegelte Böden können abgeschliffen und neu aufgebaut werden. Für Fugen oder Risse gibt es mittlerweile auch Spachtelmassen, die Farbe annehmen können.

ParkettMagazin: Und wenn der Endverbraucher einen dunklen Boden hat, aber gerne einen hellen möchte?

Mogensen: Das Öl auf der Oberfläche lässt sich in der Regel gut abschleifen - außer bei geräucherten oder eher dunklen Holzsorten.

ParkettMagazin: Wie wirkt sich der Trend zu natürlichen Oberflächen auf Ihre Produktpalette aus?

Mogensen: Es geht ganz klar weg vom UV-Öl, zurück zu den oxidativ trocknenden Ölen. Und, was auch immer wichtiger wird: Der Handwerker muss die Öle, vor allem auch die farbigen, leicht verarbeiten können. Woca-Öl muss für eine gute Sättigung nur einmal aufgetragen werden. Wir denken, es ist besser, wenn der Handwerker in Öl investiert und nicht in die Arbeitsstunden.
aus Parkett Magazin 03/12 (Wirtschaft)