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Akzo Nobel und Mega übernehmen Wümeg-Kerngeschäft, über Köchl wird noch verhandelt


Die Wümeg bleibt bestehen, wenn auch stark abgespeckt: Unmittelbar nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Einkaufsgenossenschaft und ihrer neun operativ tätigen inländischen Tochtergesellschaften hat Insolvenzverwalter Dr. Wolfgang Bilgery das Fortführungskonzept vorgestellt.

Danach wurde das Kerngeschäft mit vier Gesellschaften in Baden-Württemberg und Bayern in einer Auffanggesellschaft konzentriert. Sie soll als Wümeg Farbe und Heimtex GmbH die Geschäftsbetriebe an den Standorten Ludwigsburg, Heilbronn, Dornstadt, Mössingen, Tettnang, Freiburg, München und Augsburg weiterführen. Die laut Bilgery unrentablen Niederlassungen Karlsruhe, Rosenheim und Ellwangen werden geschlossen. Die Geschäftsführung wurde Wolfgang Wilhelm und Andreas Büch übertragen, die im Februar den umstrittenen Wümeg-Vorstand Wolfgang Merkle abgelöst hatten.

Hinter der Auffanggesellschaft steht der 14 Mrd. EUR Umsatz starke niederländische Konzern Akzo Nobel. Zur erklärten Politik des Chemie-Riesen gehört es, sich europaweit in den Großhandel einzukaufen, um den Absatz seiner Farben und Lacke zu sichern.

Die Wümeg-Tochter Malereinkauf Sachsen wird von der Hamburger Mega übernommen. Die mit 150 Mio. EUR größte deutsche Malereinkaufsgenossenschaft arrondiert damit ihr Vertriebsgebiet, dass sich bereits von den nördlichen Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachen und Mecklenburg-Vorpommern bis nach Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern erstreckt. Weiterbetrieben werden die Filialen in Niedergurig, Chemnitz und Cottbus, der Standort Freital wird geschlossen.

Der Textilverlag Heco war bereits zum 1. Mai an die Veeser-Großhandelsgruppe verkauft worden, die damit ihr Engagement im Stoffbereich intensivieren will.

Die Salewa und der Malereinkauf Berlin werden stillgelegt.

Für Haicl im Bayrischen Wald und den Malereinkauf Tschechien wird noch eine Fortführungslösung gesucht, ebenso für das Großhandelshaus Köchl, über das zur Zeit mit mehreren süddeutschen Grossisten verhandelt wird. Die Wümeg wird also nicht vom Markt verschwinden, 241 von 429 Arbeitsplätzen bleiben erhalten, aber die Geschäftsanteile der 2.400 Genossenschaftsmitglieder im Wert von rund 9,5 Mio. EUR sind mit der Pleite verloren. Nach Informationen der Stuttgarter Zeitung ist es noch offen, ob sie weitere Gelder nachschießen müssen.
aus BTH Heimtex 05/02 (Wirtschaft)