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Kährs

Die Woodloc-Offensive


Kährs setzt auf Woodloc: Für den schwedischen Parketthersteller ist sein mechanisches Verriegelungssystem ein vielversprechender Hoffnungsträger für die Zukunft. Hauptargument für Woodloc ist nicht nur die einfache Verlegung, sondern auch die perfekte Optik; das präzise Profil sorge für ein fugenfreies Oberflächenbild und verhindere langfristig Abrissfugen - auch bei starker Belastung, heißt es. Die übertragbare Zugkraft wird auf über 3 Tonnen (ca. 30 kN) pro Diele beziffert.

Außerdem hat sich Woodloc bereits im Markt bewährt. Seit zwei Jahren wird der Furnierboden Linea mit dem leimfreien Verlegesystem angeboten, im September 2000 wurde die 120 cm-Parkettdiele damit ausgestattet. Nach der erfolgreichen Einführung der Kurzdiele ist jetzt auch das Standard-Dielenformat mit Woodloc erhältlich. Mittlerweile kommen die leimlos verlegbaren Böden schon auf 35 % Anteil am Absatz.

Anfang dieses Jahres kündigte Kährs an, dass schrittweise das gesamte Programm auf Woodloc umgestellt werden soll - mit Ausnahme von Kährs Basic. In der ersten Phase wurden die Schiffsboden-Produkte aus dem Hauptwerk in Nybro, wo selbst gesägtes heimisches Holz und kanadischer Ahorn verarbeitet werden, für die leimlose Verlegung vorbereitet.

Diese Maßnahme ist abgeschlossen. Bis zum Winter sollen alle 1- und 2-Stab-Landhausdielen umgestellt werden. 2002 schließlich will Kährs auch in der Fabrik im norwegischen Brumunddal die Woodloc-Profile einführen. Dort werden Übersee-Hölzer mit Ausnahme des kanadischen Ahorns verarbeitet.

Das Unternehmen betont, dass die Umstellung reibungslos vonstatten geht. "In den letzten Wochen ist es gelungen, einen Lagerbestand auf- und damit die Lieferzeiten abzubauen", sagte ein Firmensprecher. Um dem Handel einen "weichen" Übergang zu ermöglichen, werde ein Kernsortiment bis auf weiteres parallel mit Nut und Feder produziert.

Die Woodloc-Offensive wird von einer umfangreichen Marketingkampagne unterstützt. Dazu gehören unter anderem ein neues Ausstellungssystem mit dem Woodloc-Verlegetisch und dem Activity Display für Regionalmessen und Aktionsplätze, das neue Inspirations-Magazin und ein Verkaufshilfen-Set mit Shop-Material, Produkt-Mustern und dem "Elchtest". Gemeint ist damit eine Vorrichtung zur Demonstration der Zugfestigkeit, die schon auf der Domotex für Aufmerksamkeit sorgte.

Seit einigen Jahren arbeitet Kährs in Deutschland nach dem Grundsatz des Regionalmarketings. Dieses vom Führungsteam um Robert Bieger (Vertrieb) und Rainer Schulze-Muhr (Marketing) entwickelte Vertriebskonzept sieht vor, dass nicht einfach Vertriebskanäle belegt werden, sondern dass für jede Region getrennt entschieden wird, wie der jeweilige Marktanteil erreicht werden kann. Kährs-Fachhändler, die den definierten Marktanteil in einer Region erreichen - sogenannte Regional-Partner -, erhalten einen verbrieften Gebietsschutz. Darüber liegt - regional unterschiedlich - ein ergänzendes Großhandels-Netz, das den Profimarkt abdeckt. Für bisher nicht oder schwach besetzte Regionen werden neue Kunden gesucht - vornehmlich im Holz-Fachhandel.

Dieses vor allem im ländliche Bereich erfolgreiche Konzept soll jetzt um eine Dimension erweitert werden - den Großstadt-Partner. In urbanen Regionen wie Berlin und Ruhrgebiet konnte Kährs bislang seine selbst vorgegebenen Marktanteile kaum erreichen. Ein Grund sei, dass es dort zu wenig gute Fachhändler gebe und dass einige der vorhandenen Fachhändler nicht willens seien, das Kährs-Konzept zu vermarkten. Deshalb will man jetzt in diesen Regionen auch auf Großflächen setzen. Die allerdings müssen drei Voraussetzungen erfüllen: Beratungs- und Ausstellungsverkauf muss gewährleistet sein und "Preis-Disziplin" muss gehalten werden. Entsprechende Feldversuche werden jetzt vorbereitet. Das dabei verwendete Shopkonzept geht auf das in solchen Regionen schon stark polarisierte Verbraucherverhalten ein. Der Kährs-Marktauftritt und die Positionierung der Produkte werden der Kährs-Philosophie ebenso angepasst wie die Verkaufspreise.
aus Parkett Magazin 04/01 (Marketing)