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TripTrap konzentriert sich auf sein Pflegemittel-Sortiment

"Enormes Wachstumspotenzial wurde unterschätzt"

Was ist an TripTrap typisch dänisch? Einfach alles: Die Bodenständigkeit, die Beschaffenheit und die Ausstrahlung seiner Produkte. Die an einem Fjord gelegene Firma ist in der langen Tradition einer Seefahrernation auf den Export ausgerichtet. Aktivitäten im Ausland haben indes auch gelehrt, "dass das dänische Konzept nicht ohne weiteres in andere Länder zu übertragen ist".

Im heimischen Dänemark mit nur 5 Mio. Einwohnern investierte TripTrap 15 Jahre lang rund 150 Mio. Dänenkronen in die Werbung. Mit Erfolg: Unter den 100 bekanntesten Marken liegt die Marke TripTrap auf Platz 46. Repräsentative Verkaufsausstellungen im ganzen Land sorgen dafür, die TripTrap-Kultur zu vermitteln. Vergleichbares ließ sich in anderen Ländern bisher nicht verwirklichen. Eine Tochtergesellschaft mit Verkaufsausstellung in Hamburg musste bald wieder aufgeben. "Vielleicht war es die Lage", erwägt Niels-Jörgen Pallesen eine Ursache. Einen erneuten Versuch an einem anderen Standort hat TripTrap indes nicht ins Auge gefasst. "Wir haben unser Konzept umgestellt", teilt der Exportleiter für den Produktbereich Pflegemittel mit.

Pflegemittel sind Umsatzträger

Die Pflegemittel haben sich zur stärksten Produktgruppe des TripTrap-Exports entwickelt. Der Umsatzzuwachs lag 2003 bei etwa 20 %. Der Umsatz bei Gartenmöbeln, bisher stets an der Spitze, stagnierte dagegen. Das Unternehmen hat hieraus Konsequenzen gezogen. "Wir haben den Pflegemitteln ab sofort absoluten Vorrang gegeben", betont Pallesen.

Die Vermarktung von Holzfußböden wird künftig - wie auch das Geschenkartikel-Sortiment - im wesentlichen auf Dänemark beschränkt bleiben. Der weitgehende Rückzug aus weniger lukrativen Geschäftsbereichen setzt Kräfte frei.

"Offenbar haben wir das Nachfragepotenzial bei den Pflegemitteln in den letzten Jahren unterschätzt", kommentiert Niels Jörgen Pallesen die Neupositionierung. Vor zwei Jahren war die wirtschaftliche Entwicklung bei TripTrap noch derart unbefriedigend, dass sie zur Trennung in zwei selbständige Unternehmen (TripTrap und Timberman) führte. War diese Entscheidung voreilig? Pallesen sieht in der alleinigen Konzentration auf die Entwicklung und das Geschäft mit Pflegemitteln einen großen Vorteil: "So können wir unsere Stärke am besten herausarbeiten. In diesem Sinne bedeutete die Trennung für beide Unternehmen eine neue Chance, und beide haben sie genutzt; denn beide arbeiten heute mit Gewinn."

TripTrap beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, davon 15 im Export. Im dänischen Markt wird 60 % des Gesamtumsatzes erzielt. Im Export erscheint es nicht ausgeschlossen, dass der Geschäftsbereich Pflegemittel mit derzeit nur drei Mitarbeitern im Verkauf unter der Leitung von Niels Jörgen Pallesen bald Verstärkung erfordert: "Wir haben das Ziel, weitere Markt-anteile zu gewinnen. Das gilt für den Export generell und besonders für den deutschen Markt, der im Sektor Bodenöle und Pflegemittel noch gutes Wachstum erwarten lässt."

TripTrap Shops

Begonnen hat die Platzierung von TripTrap-Shops in Handel und Handwerk. Mit dem Shop-System soll der "bisherigen lückenhaften und wenig professionellen Präsentation ein Ende bereitet werden". Am Neuanfang beteiligen sich 50 Händler. Bis zum Ende des kommenden Jahres sollen "200 der besten Holz-
bzw. Parkettfachhändler" in Deutschland mit dem Shop-System ausgestattet sein. Die Mehrzahl wird voraussichtlich aus dem Kundenstamm von Barth in Korschenbroich kommen, der die TripTrap-Generalvertretung für Deutschland inne hat. Darüber hinaus organisiert Barth auch die kostenlose Einrichtung von TripTrap-Shops bei weiteren Interessenten.

Erfolg stärkt das Selbstbewusstsein: "Wir glauben an unsere Marke", unterstreicht Pallesen und sieht ihre Stärke darin bestätigt, dass "der Handel immer mehr Hausmarken anbietet, die unserem Umsatz aber nachweislich keinen Abbruch getan haben". Wäre es auch für TripTrap denkbar, für Privatlabels zu liefern? Pallesen bekundet "kein grundsätzliches Nein", aber gegenwärtig "kein konkretes Interesse": Zur Zeit - betont er - gebe es kein einziges Privatlabel, stattdessen einen neuen Marken-Auftritt. Die Verpackungsetiketten in mehreren Sprachen zeigen jetzt leichter lesbare helle Schrift auf dunklem Untergrund, dazu ein Foto des jeweilige Produktes.

Wenige Produkte für viele Zwecke

TripTrap gehört zu den Verfechtern einer kleinen, aber leistungsfähigen Produkt-range. "Es ist nicht praktikabel, für jede unterschiedliche Anforderung ein spezielles Produkt anzubieten". Produktübergreifende Systematik ist das Ziel des TripTrap-Systems. Nadel- wie Laubhölzer, helle wie dunkle Böden sollen mit wenig, möglichst sogar gleichen Mitteln behandelt und gepflegt werden können.

Am Anfang steht das Öl, mit dem der Boden eingelassen wird. Danach sind es drei Produkte, die den Bedarf bei der Holzbodenpflege abdecken: Holzseife, Intensivreiniger und Pflegeöl. Wichtigste Bedeutung hat dabei die Holzseife; sie ist das zentrale Pflegemittel. Den Unterschied zu anderen Öl- und Pflegesystemen sieht Pallesen darin, dass sie "als ultima ratio der Pflege das Nachölen empfehlen, nicht die systematische Pflege an sich".

Neue Lauge auf der Domotex

TripTrap entwickelt den Produktbereich Bodenbehandlung und Bodenpflege ständig weiter. Schwierigkeiten beim Laugen von Douglasienholz führte zur Schaffung einer neuartigen Lauge, die auf der Domotex vorgestellt und als "kleine Sensation" apostrophiert wird: Sie hindert Nadelhölzer am Vergilben, ist aber gleichermaßen für Laubhölzer geeignet. Selbst bereits vergilbte Böden können nachgeschliffen und danach gelaugt werden. Der Eiche verhilft die TripTrap-Lauge zu modischem Touch, indem der natürliche Holzton aufgehellt bzw. grün-grau angehaucht erscheint. Nach dem Laugen wird mit transparentem oder pigmentiertem TripTrap-Öl geölt, wobei Schwarzöl in Verbindung mit der Lauge einen Wenge-Holzton bewirkt. Die doppelt einsetzbare Lauge wird künftig als Standard-Lauge angeboten; daneben bleibt die bisherige spezielle Hartholz-Lauge weiter im Lieferprogramm.

Insgesamt erwartet Exportleiter Pallesen auf der Domotex "die dort gesuchten und bisher stets gefundenen internationalen Kontakte". Daneben hat TripTrap aber auch noch Raum gelassen für weitere nationale und regional bedeutsame Messen. Denn: "Unsere Exportquote ist durchaus noch steigerungsfähig".
aus Parkett Magazin 06/03 (Wirtschaft)