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Kährs

Woodloc-Anteil soll auf 80 Prozent steigen


Kährs hat sich gegenwärtig einiger "Hiobsbotschaften" zu erwehren, die am Jahresbeginn bekannt wurden und auf der Domotex die Runde machten. Auf jeden Fall unbestritten: Die totale Umstellung der Kährs-Mehrschichtparkett-Produktion auf das Woodloc-System wurde nicht vollzogen. Bei der vorjährigen Domotex nachdrücklich für Sommer 2001 angekündigt, wird sie jetzt offenbar gar nicht mehr angestrebt. Wie es diesmal hieß, werde die Produktion im norwegischen Brumunddal weiterhin die konventionelle Nut/Feder-Verbindung beibehalten - als "Basic" und "zur Differenzierung".

In Deutschland betrug der Anteil des Kährs-Fertigparketts mit Woodloc-Verbindung im Herbst 2001 maximal 60 % - gemessen am gesamten Verkauf von Kährs in Deutschland. Immerhin 40 % verblieben bei der klassischen Nut/Feder-Verbindung. In diesem Jahr wird ein Ansteigen des Woodloc-Anteils auf dem deutschen Markt bis auf 80 % erwartet, betonte Rainer Schulze-Muhr.

Unsicher bleibe die preisliche Entwicklung. Bereits im letzten Jahr habe der ursprüngliche Aufpreis für Fertigparkett mit Woodloc-System am Markt nicht dauerhaft durchgesetzt werden können; er sei "erodiert". Voraussichtlich werde sich der Preis nun bei der Eigenkosten-Deckung einpendeln. Der Innovationsvorsprung und der Profit, den Kährs mit Woodloc drei Jahre zu halten hoffte, seien damit bereits kurz nach dem Start "aufgezehrt". Mit einer Preiserhöhung beim konventionell Basic-Mehrschichtparkett im Herst 2001 habe man diese Entwicklung jedoch rechtzeitig abfedern können.
Ungeachtet aktueller Erschwernisse bleibt es "unverrückbares Ziel von Kährs und der gesamten Nybron-Gruppe, Woodloc gegen die Click-Schwemme durchzusetzen".

Einen Neuansatz gibt es beim Furnierboden Linnea. Die Produktion wird dem Prinzip "mehr Klasse als Masse" unterworfen und dafür entsprechend aufgerüstet. Insbesondere sollen die Möglichkeiten stärker genutzt werden, Linnea als Boden für Designer und Objekte interessant zu machen: Mit Schmuckelementen, Intarsien und Vierfarbendruck für Firmenlogos und individuelle Motive. Der in Deutschland schon heute auffallend hohe Anteil geölter Linnea-Böden wurde mit etwa 30 % angegeben, bei Fertigparkett dagegen mit etwa 15 %.

Für Diskussionsstoff sorgten auf dem Kährs-Stand auch die Aktivitäten in den Bereichen Marketing und Merchandising: Kährs entwickelt ein Direktmarkteting-Konzept, wird in diesen Wochen erstmals einen Online-Shop für Endverbraucher eröffnen und testet weiterhin - bei Bauhaus und Obi an drei Standorten - welche Chancen hochwertige Produkte im Baumarkt-Angebot haben. Die Online-Offerte an Endverbraucher ist, wie betont wird, nicht als Factory Outlet zu verstehen. Kährs fungiere bei dem Handel zwar als "System-Zentrale", leite die Anforderungen jedoch an den stationären Fachhandel weiter. Angeboten würden nur überständige Ware, 2.Wahl-Produkte und Auslaufposten.
aus Parkett Magazin 01/02 (Wirtschaft)