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Sonderbonus

Atlas-Verband schmeißt Leiner/Kika nach Sonderbonus-Forderung raus


Das Thema Sonderkonditionen sorgt nicht nur in der deutschen Bodenbelagsbranche für Aufregung, sondern auch im Möbelhandel: Der österreichische Marktführer Leiner/Kika hatte kürzlich seinen Lieferanten lapidar mitgeteilt, "Sie in den nächsten Tagen mit 2 % des Einkaufsumsatzes des Jahres 2001 zu belasten und diesen Betrag mittels Belastungsnote mit einer Ihrer offenen Forderung zu saldieren." Den Sonderbonus betrachtete das 1,24 Mrd. EUR starke Unternehmen als "partnerschaftlichen Anteil der Industrie für die Aufwendungen der Währungsumstellung"

Der Atlas-Verband, dem Leiner/Kika seit August 2000 angehört, reagierte schnell und rigoros auf die Forderung der Österreicher und stellte klar, "dass die Vorgehensweise von Leiner/ Kika weder mit dem Atlas Verband abgestimmt noch im Sinne des Verbandes ist. Aufgrund dieser und weiterer Vorkommnisse und den Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Leiner/ Kika haben sich die Gesellschafter des Atlas Verbandes zu einer sofortigen Trennung von der Unternehmensgruppe entschlossen."

Insider vermuten, dass die Sonderbonus-Forderung nicht der einzige Grund für den Rausschmiss ist. Immerhin verzichtete Atlas damit auf 1,24 Mrd. EUR Umsatz und schrumpft im Außenumsatz von 3,58 Mrd. auf 2,34 Mrd. EUR.

Kaum einen Tag später meldete sich Leiner/Kika zu Wort. Laut Geschäftsführer Dr. Herbert Koch war die Kündigung nicht von Atlas, sondern von den Österreichern ausgegangen und zwar aufgrund "unterschiedlicher Unternehmenskulturen und -strategien". Die von der Leiner/kika-Gruppe geforderten Sonderkonditionen stünden "damit in keinem Kausalzusammenhang."
aus BTH Heimtex 02/02 (Wirtschaft)