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Persische Knoten verbinden Weimar und Schiraz


Im April 2013 organisierte Pirusan Mahboob, Inhaber von Iranhaus Weimar, zusammen mit Weimars Bürgermeister Stefan Wolf eine Gruppenreise nach Shiraz, bei der Kommunalpolitiker beider Seiten am Grab des persischen Dichters Hafis einen Ginkgobaum pflanzten. Ein Ginkgoblatt inspirierte Goethe einst zum "West-östlichen Diwan". Dieses literarische Meisterwerk, das schon damals den kulturellen Brückenschlag zum Orient und zum Islam suchte, ist die Grundlage der Städtefreundschaft zwischen Weimar und Schiraz. Zu Ehren dieser beiden Dichter veranstaltet Mahboob seit 2009 jedes Jahr im März das persische Neujahrsfest Nowruz und im Oktober den Hafez-Gedenktag. Unter dem Motto "Weil Versöhnung unser Schicksal ist", bringt Mahboob trotz der politisch schweren Zeiten Künstler und Kulturinteressierter beider Länder einander näher und verleiht Weimar ein orientalisches Flair.

"Es ist unser Anliegen, die Kollegen der Teppichbranche, die teilweise seit Jahrzehnten in Deutschland arbeiten, über dieses für beide Länder wichtige bilaterale Kulturprojekt zu informieren und sie gleichzeitig dafür zur Unterstützung in diesen politisch schwierigen Zeiten zu motivieren", erklärt Mahboob. "Ich bin der Überzeugung, dass die in Deutschland lebende iranische Gemeinde und die Kaufleute unserer Branche insbesondere durch mehr soziales und kulturelles Engagement ihrer Verantwortung gerecht werden können." Im Jahr 2000 hatte die Unesco ein aus zwei überdimensionalen bronzenen Stühlen bestehendes Denkmal in Weimar gestiftet, das den Dialog zwischen Orient und Okzident anmahnen soll. Es war vom damaligen iranischen Ministerpräsidenten Mohammed Chatami und Bundespräsident Johannes Rau eingeweiht worden.
aus Carpet Magazin 03/13 (Handel)