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EPLF nimmt russischen Markt ins Visier

Weltweit mehr Laminatböden verkauft nur nicht in Westeuropa

Auf seiner Domotex-Pressekonferenz hat der EPLF eine positive Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Auch wenn in Deutschland und insgesamt in Westeuropa weiterhin Absatzrückgänge zu verzeichnen sind, sei 2013 durch Zugewinne in den übrigen Regionen einen gutes Jahr für die Mitglieder des Verbandes der Europäischen Laminatfußbodenhersteller gewesen. Die setzen in Zukunft verstärkt auf russische Käufer und bekommen dabei Unterstützung vom Verband, der eine eigene Arbeitsgruppe für den dortigen Markt gebildet hat. Der Blick geht also nach vorne, auch wenn im Jubiläumsjahr 2014 sicher die 20-jährige Geschichte des EPLF ein Thema sein dürfte.

Pünktlich zum 20-jährigen Bestehen geht es beim Verband der Europäischen Laminatfußbodenhersteller (EPLF) und seinen Mitgliedern wieder aufwärts. Nachdem die Absatzzahlen für Produkte aus europäischer Fertigung in den vergangenen beiden Jahren gesunken waren, konnte Verbandspräsident Ludger Schindler auf der Domotex-Pressekonferenz für 2013 endlich wieder einen Anstieg der Verkaufsmengen verkünden. Insgesamt setzten die 21 Mitglieder weltweit 463 Mio. m2 aus europäischer Produktion ab, entsprechend einer leichten Steigerung von 0,7 %. Mit leichtem Rückenwind startet man also ins Jubiläumsjahr 2014.

Allerdings geht es nicht in allen Regionen bergauf. Sorgenkind bleibt Westeuropa (inklusive Türkei), zugleich der größte und wichtigste Markt für die EPLF-Mitglieder. Mit nur noch 290 Mio. m2 gingen gegenüber 2012 noch einmal knapp 3 % verloren. Das hat auch damit zu tun, dass im größten Einzelmarkt Deutschland statt 76 Mio. nur noch 72 Mio. m2 verkauft wurden. Die Türkei bewegt sich als zweitgrößter Markt mit rund 66 Mio. m2 auf Vorjahresniveau. In Frankreich, der Nr. 3, gab es einen Rückgang um 1 Mio. auf 39 Mio. m2. Insgesamt sind die Einbußen in Westeuropa deutlich höher ausgefallen als von 2011 auf 2012 (-0,3 %).

Weltmarkt gleicht die Verluste aus

Dass es in der Gesamtbilanz trotzdem zu einem kleinen Plus gereicht hat, ist der positiven Entwicklung in den übrigen Weltmarktregionen zu verdanken, die mit Ausnahme Südamerikas (konstant bei 17 Mio. m2) sämtlich Steigerungsraten verzeichnen. Allen voran Nordamerika, wo es 2013 nach dramatischen Einbrüchen in Folge der Wirtschafts- und Finanzkrise eine deutliche Belebung gegeben hat. Während Kanada mit 11 Mio. m2 Konstanz bewies, wurden in den USA erfreuliche 16 Mio. m2 abgesetzt; ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Bis zu den 41 Mio. m2 aus dem Jahr 2010 ist es auf dem nordamerikanischen Markt aber immer noch ein weiter Weg.
Im asiatisch-pazifischen Raum profitierten die europäischen Hersteller von den langsam, aber stetig steigenden Verkaufszahlen vor allem hochwertiger Produkte in China und Hongkong. So zeigt die Bilanz insgesamt ein Plus von (korrigierten) 12 Mio. auf 13 Mio. m2.

In Osteuropa kommen die EPLF-Mitglieder ebenfalls wieder gut voran. 103 Mio. m2 bedeuten einen Zuwachs von 4 %. In Russland, mit knapp 24 Mio. m2 nach Polen (25 Mio. m2) zweitgrößter Markt in dieser Region, fiel das Plus mit weniger als 1 % zwar unterdurchschnittlich aus. Aber dort erwartet der Verband in Zukunft Steigerungsraten bis zu einer Größenordnung von jährlich 5 %. Mittelfristig sei sogar ein Marktvolumen wie das der Türkei möglich.

Bis dahin werde es einen langen Atem brauchen, bremst Volkmar Halbe allerdings eine verfrühte Euphorie. Nach Ansicht des Obmanns im Arbeitskreis Märkte und Image gibt es gegenwärtig vor allem bei der Prüf- und Normungsarbeit Nachholbedarf. Und dem russischen Handel fehle es an Produkt-Know-how. Um hier helfen zu können und die richtigen Impulse für noch mehr Wachstum zu geben, hat der EPLF im Herbst 2013 eine Arbeitsgruppe "Russland" gegründet.




20 Jahre EPLF


Seit zwei Jahrzehnten vertritt der EPLF die Interessen der europäischen Hersteller von Laminatböden. Die 21 Mitglieder decken heute mit ihren Produkten aus europäischen Werken rund 55 % des globalen und mehr als 80 % des europäischen Bedarfs. 33 Zulieferer und Dienstleister sind als außerordentliche Mitglieder ebenfalls Teil des mittlerweile weltweit größten Verbandes in der Laminatbranche - von Holzwerkstofflieferanten über Papierhersteller, Dekordrucker, Imprägnierer und Chemieunternehmen bis hin zu Profilproduzenten und Maschinenherstellern.

Die Anfänge waren etwas bescheidener. Gründungsmitglieder waren 1994 in Bonn acht Firmen, wobei der europäische Ansatz schon damals zu erkennen war: Mit Alsapan aus Frankreich, Hamberberger, Meister Leisten (heute Meisterwerke Schulte) und Witex (heute Windmöller Flooring) aus Deutschland, Kaindl aus Österreich, Dekaply und Unilin aus Belgien und Vesterby aus Dänemark waren fünf Länder vertreten. Daraus entwickelte sich in der Folge ein starkes Netzwerk. Neben der Funktion als Plattform für den Meinungs- und Erfahrungsaustausch sieht sich der EPLF als Sprachrohr gegenüber nationalen und transnationalen Körperschaften im öffentlichen Bereich, sei es bei der Normung oder in der Pflege internationaler Handelsbeziehungen. Ebenso wichtig ist dem Verband die regelmäßige Kommunikation nach außen mit einem breiten Informationsangebot für Endverbraucher und Fachhandel.

"So trägt der EPLF dazu bei, dass sich die herausragende europäische Laminatbodenqualität auch in Zukunft erfolgreich im internationalen Markt behaupten wird", formuliert es Verbandspräsident Ludger Schindler. Denn: "Laminat ist und bleibt ein erstklassiger, zukunftsfähiger Bodenbelag mit überzeugenden Gebrauchseigenschaften, hervorragender Öko-Bilanz und sehr viel kreativem Potenzial."
aus BTH Heimtex 02/14 (Wirtschaft)