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Kährs

Von der Lack-Reparatur bis zum Dielentausch


In einer 16-seitigen Reparaturanleitung beschreibt Parketthersteller Kährs die verschiedenen Möglichkeiten, eine beschädigte Holzoberfläche wiederherzustellen. Das beginnt mit kleinen Kratzern auf Mehrschichtparkett, die sich mit Lack-Refresher behandeln lassen. Tiefere Kratzer und kleinere Eindrücke müssen zunächst mit Kährs Touch-Up-Lack bearbeitet werden. Noch tiefere Spuren und Risse können mit Woodfiller oder Kährs Hartwachs in
einer passenden Farbe aufgefüllt und dann mit Kährs Touch-Up überlackiert werden.

Eine komplette Lackrenovierung nach Jahren intensiver Nutzung benötigt den Einsatz einer Einscheibenmaschine mit rotem Schleifpad und Kährs Remover, um den Boden von Fett und Schmutz zu befreien. Dann wird der Altlack mit feinem Schleifpapier der Körnung P 180 angeschliffen. Schließlich lackiert man die gesamte Fläche neu, damit keine Ansatzstellen entstehen.

Aber Achtung: Der Furnierboden Kährs Linnea kann nicht angeschliffen werden. Fußbodenheizungen müssen bei der Oberflächenlackierung ausgeschaltet sein. Bei werksseitig oberflächenbehandeltem Parkett, das mit einem MS-Polymerklebstoff geklebt wurde, kann für die Haftung zwischen Oberflächenlack und Fabriklack nicht garantiert werden. Außerdem umfasst das Schleifen von Holzböden immer die Gefahr einer Delaminierung der Deckschicht. Das sollte dem Kunden vor Beginn der Renovierungsarbeiten schriftlich mitgeteilt werden.

Geölte Böden lassen sich mit frischem Ölauftrag und anschließendem Polieren erneuern. Bei starker Struktur der Oberfläche wird zum Vorreinigen eine Bürstenmaschine eingesetzt. Bis zu dreimal kann anschließend ein neues Satin Oil aufgetragen werden. Die gleiche Prozedur gilt für eine farbgeölte Oberfläche.

Sollte sich eine Diele mit Woodloc 5S Verriegelung aus der Verbindung gelöst haben, werden 10 mm vom Kopfende und jeweils 50 mm vom Rand zwei Löcher von 10-12 mm Tiefe in das Element gebohrt. Dort hinein spritzt man bei leicht angehobener Diele (mit Saugnapf) einen Klebstoff, der sich auf der unteren Feder der anderen Diele sammelt. Nun wird das angebohrte Element nach unten gedrückt und belastet - später verschließt man die Bohrlöcher mit einem farblich passenden Hartwachs.

Den Komplettaustausch einer Diele beschreibt Kährs ähnlich wie andere Hersteller. Bei Klickverbindungen und schwimmender Verlegung sägt man die beschädigte Diele entlang der Mittellinie auseinander. In die Stirnseiten wird ein "V" gesägt. Mit einem scharfen Stecheisen nimmt man die Reste der alten Diele heraus. An der neuen Diele wird die Nutwange an der Unterseite von Längs- und Stirnseite abgesägt. Ebenso die Feder von Längs- und Stirnseite. Von der Feder schleift man ca. 0,5 mm ab, um Platz für den Klebstoff zu schaffen. Die Ecke der stirnseitigen Restfeder schräg absägen. An der Nutseite einen neuen Verriegelungsstift einsetzen. Auf die Unterlippe der umgebenden Dielen und der Ersatzdiele Leim auftragen. Die neue Diele, an der Längsseite beginnend, mit dem Kährs Schlagklotz in Position klopfen.

Zum Auswechseln von Dielen mit Nut und Feder wird die beschädigte Diele ca. 30 mm von der Kante rundherum durchgesägt. Nachdem der ausgesägte Teil entnommen und auch der Rest entfernt wurde, muss man Nutwangen und Federn der umgebenden Dielen sorgfältig säubern. An der neuen Diele wird die untere Nutwange auf der Längs- und Stirnseite abgesägt. Nach einer Passprobe die Diele mit Leim versehen, einlegen und während der Trockenzeit des Leimes mit Gewichten belasten.
aus Parkett Magazin 04/15 (Sortiment)