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EPLF: Jahrestagung 2016 zum ersten Mal als "Innovationsforum"

Digitaldruck eröffnet neue Horizonte


Unter der Überschrift "Laminate 2020 - Forum of Innovations" fand die diesjährige Mitgliederversammlung des EPLF bei Gastgeber Surteco Decor in Buttenwiesen zum ersten Mal in neuer Form als "Innovationsforum" statt: Impulsvorträge, Diskussionen und Produktpräsentationen stellten das Thema Digitaldruck in den Mittelpunkt.

Der Digitaldruck wird seinen Siegeszug in der Fußbodenbranche fortsetzen - zu diesem Fazit gelangte die Jahrestagung 2016 des EPLF, Verbandes der Europäischen Laminatbodenhersteller. Zum ersten Mal wurde die Veranstaltung als "Innovationsforum" durchgeführt, das ein Thema fokussiert und den Teilnehmern ein umfassendes Informationspaket bietet. Das neue Tagungsformat kam bei den 70 Teilnehmern gut an und auch EPLF-Präsident Ludger Schindler (Meisterwerke Schulte) äußerte sich sehr zufrieden: "Mit dem Innovationsforum haben wir für unsere Mitglieder eine kompakte Plattform zum effektiven Austausch neuer Denkansätze und Ideen geschaffen. So wollen wir in unserem Netzwerk die Laminatbodenentwicklung dynamisch vorantreiben."

Neue Drucktechnologien als Chance - und Herausforderung

Kompetente Referenten aus verschiedenen Bereichen beleuchteten in Fachvorträgen die neuen Drucktechnologien, vor allem den Digitaldruck. Dr. Martin Staiger von Gastgeber Surteco Decor führte mit "Quo Vadis, Digitaldruck?" in das Thema ein. Marcus Bergelin und Göran Ziegler von der schwedischen Innovationsschmiede Välinge stellten in ihrem Vortrag "Drucken in der dritten Dimension" unter anderm ein papierloses 3D-Druckverfahren vor. Claudia Küchen von Dekordrucker Schattdecor erläuterte "Kreative Möglichkeiten des Digitaldrucks für Bodenbeläge". Victoria Neuhofer vom österreichischen Profil- und Leistenhersteller FN Neuhofer Holz sprach über die "Unbegrenzten Möglichkeiten des Digitaldrucks" speziell bei diesen Produkten. Und Gastredner Andreas Unterweger von Druckspezialist Durst zeigte Potenziale, Grenzen und Trends beim digitalen Inkjet-Druck in der Fußbodenindustrie auf.

Alle Referenten waren sich einig, dass sich der Digitaldruck weiter durchsetzen wird, trotz der immer noch hohen Kosten für die speziellen Tinten. Die Technologie kann mit vielen Vorteilen punkten, etwa der schnellen Reaktion auf Kundenwünsche und Trends durch kleinere Losgrößen und individuelle Dekormöglichkeiten - und das bei freier Wählbarkeit der Formate. Die Dekordrucker sparen die teuren Investitionen in Zylinder, Rüstzeiten werden minimiert oder entfallen ganz und auch die Lagerkosten lassen sich senken. Nicht zuletzt bietet der Digitaldruck eine größere Farbvielfalt und farbbrillante Wiedergabe der Dekore. Know-How und Kompetenz der Dekordrucker aus dem Tiefdruck bleiben jedoch auch beim Digitaldruck von entscheidender Bedeutung für eine hohe Qualität von Druckbild und Farben.

Eine weitere wichtige Konsequenz: Die Druckproduktion wird dezentralisiert. Das wird nach Meinung der Experten Geschäftsmodelle in der Branche grundsätzlich verändern. Sie bekräftigten, dass der Digitaldruck nicht allein als Kopie des Tiefdrucks genutzt werden sollte, sondern als Basis für neue Produktkonzepte. Ein Referent brachte es auf den Punkt: "Es reicht nicht, einfach digital zu wiederholen, was man jetzt noch analog macht."

EPLF-Vorstand einstimmig wiedergewählt

Bei den turnusgemäßen Vorstandswählen wurde das gesamte Gremium - Präsident Ludger Schindler, Paul de Cock (Unilin Flooring), Eberhard Herrmann (Egger Retail Products) und Max von Tippelskirch (Swiss Krono) - für weitere zwei Jahre bestätigt. Technik-Obmann Herrmann berichtete vom erfolgreichen Abschluss des Forschungsprojektes "Tiefe Strukturen", dessen Ergebnisse noch in diesem Jahr in Form einer Verbandsrichtlinie veröffentlicht werden sollen. Als neues Projekt stellte er die Arbeiten zum Thema "Stuhlrollentest" vor. Bis August 2018 soll in Kooperation mit dem IHD Dresden ein neues Prüfverfahren für schwimmend verlegte Bodenbeläge mit verschiedenen Verriegelungssystemen sowie verklebte Produkte samt Unterlagsmaterialien entwickelt werden.
Die Öffnung des iranisches Marktes bildete einen Schwerpunkt der Sitzung des Arbeitskreises Märkte und Image. Ein iranisches Beratungsunternehmen gab Einblick in die politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen sowie die Potenziale und informierte über Geschäftsgebräuche. In einem zweiten Themenschwerpunkt referierte Dr. David Gilgen von der Universität Bielefeld über CSR-Regularien und Selbstverpflichtungen auf europäischer Verbandsebene.

Max von Tippelskirch, Obmann des Arbeitskreises Märkte und Image, zog eine positive Bilanz des ersten Quartals. Der Markt für Laminatböden aus der europäischen Produktion der Mitglieder zeigte sich in den ersten drei Monaten insgesamt leicht im Plus. Dabei blieb Westeuropa im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stabil mit Aufwärtstendenz, Osteuropa und Asien haben zugelegt, Nordamerika sogar zweistellig, in Südamerika hielt der Negativtrend an. Schindler legte danach die Marschrichtung für 2016 und darüber hinaus fest: "Wir schauen mit positiven Erwartungen darauf, dass unsere Heimatmärkte nach langer Zeit wieder die Option zu Wachstum haben."

Zur nächsten EPLF-Mitgliederversammlung lädt Neuhofer vom 17. bis 18. Mai 2017 nach Zell am Moos (A) ein.
aus Parkett Magazin 04/16 (Wirtschaft)