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Project Floors GmbH

Unterlage erhöht die Sicherheit der Looselay-LVT von Project Floors


Project Floors setzt auf kleinteilige Designs wie Fischgrät-Verlegungen. Das Looselay-Sortiment hat der LVT-Spezialist mit einer speziellen Unterlage ausgebaut, erläutern Geschäftsführer Markus Dünkelmann, Marketingleiter Marco Knop und Zoran Stopar (Technischer Leiter).

BTH Heimtex: Fischgrät- und andere Musterverlegungen liegen heute im Trend. Project Floors ist bereits seit 2015 in diesem Bereich aktiv. Warum kommen die kleinteiligen Bodendesigns so gut an?

Markus Dünkelmann: Unser Ziel ist es, mit dem Verlegeergebnis positiv zu überraschen. Unser zunächst kleines Sortiment ist mittlerweile auf zwölf Farben angewachsen. Das Besondere an der Fischgrätverlegung ist das ansprechende Verlegebild, das beim Betrachter für einen Aha-Effekt sorgt.

BTH Heimtex: Wie ist die Verteilung zwischen Musterverlegung und Geradeaus-Verlegung Ihrer Erfahrung nach?

Zoran Stopar: In 90 % der Fälle wird geradeaus verlegt, in 10 % der Fälle wählt der Kunde eine aufwendigere Verlegung, beispielsweise die Einarbeitung von wasserstrahlgeschnittenen Logos.

BTH Heimtex: Inwieweit profitiert der Verleger von einer Fischgrätverlegung mit LVT-Belägen?

Dünkelmann: Der Handwerker profitiert davon, weil er sich diese besser bezahlen lassen kann. Sie ist anspruchsvoller als eine Standardverlegung. Das ist privaten und gewerblichen Endverbrauchern schnell klar, wenn sie im Vorfeld Bilder von Fischgrätverlegungen sehen. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Aufwand größer ist, als Planke an Planke zu legen.

Stopar: Mit Musterverlegungen kann der Handwerker auch seine persönliche Handschrift und seine handwerklichen Fähigkeiten demonstrieren.

Marco Knop: Tatsächlich haben wir in der letzen Zeit damit viele Privatobjekte gemacht. Da geht es zwar in den meisten Fällen nur um 30 m2, aber die Kunden sind bereit, den größeren Verlegeaufwand zu bezahlen - und dieser ist ungefähr mit dem Dreifachen einer Standardverlegung zu beziffern.

BTH Heimtex: Themenwechsel: Sie haben in diesem Jahr eine eigene Unterlage für Ihre Looselay-Kollektion in Zusammenarbeit mit Dämmstoffhersteller Selit auf den Markt gebracht

Stopar: Der Name Looselay hat bei Verlegern immer wieder den Irrglauben ausgelöst, dass man den Belag einfach nur "reinlegen" müsste. Das ist aber nicht so. Selbst bei geklebten LVT sollten Verleger wissen, dass die direkte Sonneneinstrahlung bei einem dunklen Belag dazu führt, dass er sich ausdehnt. Auch wir können physikalische Gesetzmäßigkeiten nicht außer Kraft setzen, aber wir können die Folgen von raumklimatischen Bedingungen abfedern.

BTH Heimtex: Was hat die Unterlage für Eigenschaften?

Stopar: Sie bringt dem Verleger Sicherheit, eine Trittschallminderung von bis zu 15 dB und eine Entkopplung vom Untergrund. Mit Hilfe der Unterlage schaffe ich zudem eine Fläche, die sauber und nicht rutschig ist. Man kann sogar kleinere Fugen von keramischen Fliesen damit überdecken. Unsere Looselay-Beläge sind mit einem eingearbeiteten Glasfaservlies ausgestattet, das die Maßstabilität des Belags deutlich verbessert. Die mit einer klebrigen Oberfläche ausgestattete Unterlage erhöht die Sicherheit der Verlegung zusätzlich.

Dünkelmann: Die größten Unsicherheiten und Vorbehalte bei Designbelägen bestehen aus Sicht von Handel und Handwerk bei Looselay-LVT. Das könnte daran liegen, dass die Hersteller unterschiedlich über die Leistungsgrenzen des Belags kommunizieren. Das muss die Verarbeiter verwirren. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserer Unterlage ein Stück weit Sicherheit schaffen. Das bedeutet aber nicht, dass wir Looselay für einen Wintergarten mit bodentiefen Fenstern und Ausrichtung zur Südseite empfehlen würden.

BTH Heimtex: Bei bodentiefen Fenstern würden Sie wahrscheinlich Dryback-LVT mit Reaktionsharzkleber empfehlen.

Stopar: Das ist korrekt. Ich wundere mich immer wieder, dass Architekten nicht sorgsam genug beraten und extreme Rahmenbedingungen bei Projekten nicht berücksichtigen.

Dünkelmann: In solchen Fällen von Falschberatung wird dem Handwerker gerne der "Schwarze Peter" zugeschoben. Ich denke, das ist zu einfach. Es hat auch etwas damit zu tun, mit welchen vollmundigen und blumigen Aussagen die Industrie ihre Produkte vermarktet. Project Floors legt großen Wert darauf, eine ordentliche und ehrliche Beratung anzubieten. In Seminaren und Verlegeschulungen, sei es mit dem Handwerk oder dem Großhandel, sind wir immer transparent. Das gilt auch für unsere Broschüren und unsere Webseite.

BTH Heimtex: Wie sieht die Verteilung zwischen geklebten LVT, Klick und Looselay aus? Glaubt man Verlegewerkstoffherstellern, nimmt die Klebstoffmenge für LVT immer noch zu.

Dünkelmann: LVT-Beläge verdrängen nach wie vor andere Bodenbeläge. Ich bin davon überzeugt, dass im Verhältnis zwischen Klick und Looselay ein großes Potenzial schlummert, um die Marktverteilung zu verändern. Wir halten Looselay-Beläge für ein äußerst interessantes Produkt. Ein ordentlicher Wettbewerb wird das Thema Looselay weiter befruchten, aber aktuell stehen Klickbeläge stärker im Fokus.

BTH Heimtex: Wie ist die Verteilung bei Project Floors zwischen den drei LVT-Varianten?

Dünkelmann: Ich würde grob von 70 % verklebt, 20 % Klick und 10 % Looselay ausgehen. Bei allen Dreien sehen wir Wachstumspotential. Im Gegensatz zu anderen Anbietern gehe ich nicht davon aus, dass Klebebeläge in den kommenden Jahren von einem Marktvolumen in Höhe von 70 % auf nur noch 50 % sinken werden. Ich bin stattdessen davon überzeugt, dass es zwischen Klick und Looselay eine Verschiebung geben könnte.

BTH Heimtex: Könnten Sie sich ein zusätzliches Engagement bei Teppichfliesen vorstellen, wie es einige Wettbewerber vorgemacht haben?

Dünkelmann: Wir wussten, dass diese Frage kommt. Das lassen wir erstmal andere machen. Wir haben im Markt Partner - ob das im Handel oder im Objekt ist - die von uns erwarten, dass wir als LVT-Spezialist entsprechend aufgestellt sind.

BTH Heimtex: Beschäftigt sich Project Floors mit der Einführung von PVC-freien Designbelägen?

Dünkelmann: Das ist ein interessantes Thema. Ein solches Produkt muss man bekannt machen, und das Preis-Leistungs-Verhältnis muss stimmig sein. Bisherige chlorfreie Beläge sind besonders im Objekt zu teuer. Ich bin der Überzeugung, dass man für die Einführung den Großhandel als Multiplikator benötigt - und dieser ist mit erklärungsbedürftigen Produkten schnell überfordert, wie das Beispiel Looselay zeigt. Bei manchen Themen muss man sehr viel Vorarbeit leisten. Ist ein neues Produktthema gesellschafts- und marktfähig, dann ist der Großhandel gerne dabei.

Wenn wir morgen einen LVT-Belag haben, den wir guten Gewissens als PVC- und chlorfrei deklarieren können, dann habe ich sofort Abnehmer dafür. Insgesamt ist es so, dass sich das Bewusstsein der Kunden in Richtung Wohngesundheit entwickelt. In vielen Fällen, besonders im Objekt, darf ein solcher Belag aber nicht 50 % teurer sein als herkömmliche LVT.
aus BTH Heimtex 12/17 (Wirtschaft)