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Digitalisierung im Handwerk

HWK Stuttgart bietet Unterstützung


Thomas Gebhardt ist Digitalisierungsberater bei der Handwerkskammer Region Stuttgart. Er organisiert Infoabende, klärt Betriebe vor Ort über digitale Möglichkeiten auf, hilft ihnen dabei, Einsatzfelder zu identifizieren, und bietet den "Zukunftscheck" an, bei dem das Unternehmen insgesamt auf den Prüfstand kommt. Dabei verweist er auch auf die Digitalisierungsprämie des Landes Baden-Württemberg. Sie wurde vom Wirtschaftsministerium neu aufgelegt und bietet Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitern ein Förderdarlehen mit einem Tilgungszuschuss bis zu 50 % an. "Damit haben wir beste Erfahrungen gemacht", sagt Gebhardt und stellt gleichzeitig fest: "Viele Unternehmer sehen in der Digitalisierung keine Bedrohung, sondern vielmehr eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit."

Was sich mit Hilfe digitaler Technologien erreichen lässt, sei je nach Gewerk verschieden. Der Digitalisierungsberater nennt als Beispiele die Virtual-Reality-Brille, mit der sich Räume bereits in der Planungsphase "begehen" lassen, Drohnen, die Hausdächer inspizieren, Hochzeitstorten mit einem Bild des Brautpaares, das mit Lebensmittelfarbe digital gedruckt wurde, die Orthese aus dem 3D-Drucker, den 3D-Grabsteinkonfigurator oder Smart-Home-Lösungen.

Im Fokus der Unternehmer stehen bei den Digitalisierungsmaßnahmen aber auch die betriebsinternen Abläufe. "Ideal ist, wenn auf einer Baustelle beispielsweise die Zeit- und die Materialerfassung digital laufen, Bestellungen automatisch ausgelöst werden und Rechnungen auf Knopfdruck zusammengestellt werden", erklärt der Berater. Ein Viertel der befragten Betriebsinhaber will insbesondere in Maßnahmen zur Verbesserung dieser Geschäftsprozesse, zur Erschließung neuer Kundenkreise sowie zur Gewährleistung von Datenschutz und Cybersicherheit investieren. Angepasst werden Planung, Einkauf, Produktion und Logistik, auch die Interaktion mit Lieferanten wird optimiert und Kooperationsnetzwerke mit anderen Handwerkern ausgebaut. "Die Kundenkommunikation und Neukundengewinnung im Zeitalter von Websites, Facebook und Instagram verändern sich erheblich - da ist viel Luft nach oben", weiß Gebhardt aus Erfahrung. Als Hürden auf dem Weg zum digitalen Betrieb sehen Unternehmer vor allem personelle und zeitliche Ressourcen. Aber Thomas Gebhardt warnt: "Die aktuelle Hochkonjunktur mit vollen Auftragsbüchern darf nicht zum Hemmschuh für die Modernisierung der Betriebsinfrastruktur werden - das würde sich schnell rächen."

Die HWK Region Stuttgart hat zum Thema Digitalisierung eine eigene Webseite eingerichtet: www.hwk-stuttgart.de/digitalisierung.
aus BTH Heimtex 11/18 (Wirtschaft)