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BVPF Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik e.V., BIV Parkettlegerhandwerk und Bodenlegergewerbe

Aktuelles aus den Bundesfachgruppen


Fachgruppe Aus- und Weiterbildung
Azubi-Werbung zahlt sich aus

Im Frühjahr war auf der Lehrlingswarte- und Berufsschullehrertagung bei Stauf in Wilnsdorf gemäß Vier-Jahres-Turnus der amtierende Vorstand der Fachgruppe Aus- und Weiterbildung gewählt worden. Stellvertreter des bestätigten Fachgruppenleiters Tobias Michalak wurde Robert Mutschall von der Innung Nordost. Georg Käsbauer, Peter Kránicz, Marie Albert und Thimo Dätsch sind Beisitzer.

In Bad Brückenau konnte Tobias Michalak erneut einen leichten Zuwachs der Auszubildendenzahlen vermelden. Stand März 2019 waren 708 angehende Parkett- und 474 angehende Bodenleger in der Ausbildung (jeweils erstes bis drittes Lehrjahr). Damit scheint der Abwärtstrend nachhaltig gestoppt zu sein. "Wir haben mehrere Jahre in Folge Zuwachs - auch dank der Initiative Das ist Bodenhandwerk", unterstrich Michalak. Neben hoher Verbreitung und Klickzahlen in den sozialen Netzwerken konnte die Initiative rund 1.050 Bewerbungen über ihren Stellenfinder verzeichnen. Schon 20 Mio. mal wurde die Webseite bisher besucht.

Zurzeit werden hierzulande Mindestvergütungen für Auszubildende diskutiert. 515 EUR monatlich lautet dabei eine mögliche Messlatte - für angehende Parkettleger ist sie nach dem aktuell gültigen Tarif keine Hürde (1. Lehrjahr 560 EUR, 2. Lehrjahr 610 EUR, 3. Lehrjahr 680 EUR). Die meisten von ihnen arbeiten inzwischen mit dem vom Verband neu gestalteten Berichtsheft, und ein Betrieb verwendet bereits die digitale Variante. "Die Digitalversion darf nur genutzt werden, wenn Innung und Ausbilder dem zustimmen", erklärte Michalak. Nach wie vor sei in der Ausbildung die Sprachbarriere vieler Lehrlinge mit Migrationshintergrund ein Problem. Bei guter handwerklicher Leistung scheiterten sie häufig an Fachausdrücken. Angestrebt wird daher ein vertiefender Sprachunterricht.

Mindestens so erfolgreich wie in den Vorjahren soll auch der diesjährige Bundesleistungswettbewerb werden - am 8.November geht es in Berlin zur Sache. Mit dem Standort in der Hauptstadt erwartet Michalak eine weitere Steigerung der Besucherzahlen.


Fachgruppe Normung
Beschaffenheit von Geräterollen im Fokus

Weil der Normenausschuss Eisen-, Blech- und Metallwaren unter anderem die Beschaffenheit von Geräterollen definiert, beschäftigte Norbert Strehle, Leiter der Fachgruppe Normung, die Normierung der Rolle B für Hartbodenbeläge bei Verwendung unter Krankenhausbetten. Strehles Kritik: "Der Ausschuss hat nur die Härte des Rollenmaterials genormt, nicht aber ihre Form oder Breite". Von einer Bürostuhlrolle darf eine maximale Flächenpressung von 3 bis 5 N/mm2 ausgehen. "Was für einen Bürostuhl richtig ist, kann für ein Krankenhausbett nicht falsch sein", so Strehle. Fakt ist: Für die Rollen von Krankenhausbetten wurde jetzt lediglich die Härte Shore A 80 festgeschrieben. Das eher harte Material soll sich unter dem hohen Gewicht eines Krankenhausbetts vom Klinikpersonal mit weniger Kraftaufwand bewegen lassen - könne jedoch zu Schäden an den Fußböden führen, so die Warnung.

Des Weiteren steht die Veröffentlichung des Kommentars zur aktuellen DIN 18356 Parkett- und Holzpflasterarbeiten an. Ergänzend aufgelegt wird erstmals ein zweiter Teil "Kommentar im Bild" mit zum Thema passenden Illustrationen. In den Anhängen des Kommentars haben die Autoren zahlreiche Themen ergänzt, u.a. geht es um Brand- und Schallschutz, Qualitätsanforderungen an Tafelparkett, Hinweise zum Holzfeuchteausgleich, Fertigteileestriche, Flächenheizung/-kühlung, Prüfungs- und Sorgfaltspflichten sowie um das Verbraucherstreitbeilegungsgesetz.


Fachgruppe Sachverständigenwesen
Berlin beschleunigt laufende Projekte

Im Mai hat in Berlin die neu konstituierte Bundesfachgruppe Sachverständigenwesen (BFSV) ihre Geschäftsordnung verabschiedet. Neben der Bearbeitung fachtechnischer Belange des Parkett- und Bodenlegerhandwerks sowie des Sachverständigenwesens soll sie unterstützend im BVPF als Gremium mit beratender Funktion tätig sein. Zum Vorsitzenden gewählt wurde der stellvertretende Bundesinnungsmeister Manfred Weber. Sein Stellvertreter wurde Prof. Dr. Andreas Rapp, so dass auch die Forschung ihren Platz in der Vorstandsriege erhielt. Derzeit 33 Gruppenmitglieder aus Handwerk und Industrie engagieren sich in den Arbeitskreisen Oberfläche, Feuchte, Leitfaden/Bewertung, Materialqualität/Prüfung und Sachverständigenprüfung/Weiterbildung.

Des Weiteren berichtete Fachgruppenleiter Manfred Weber über die Fortschritte bei der Ausarbeitung der Meisterprüfungsverordnung 2020 unter Mithilfe der Meisterschulen in Bamberg, Berlin, Ehingen, Gießen und Köln. "Die neue Meisterprüfungsverordnung ist sehr viel anspruchsvoller in der Vergangenheit", konstatierte er, "es wird sehr betriebswirtschaftlich." Zudem seien die Aufgabenstellungen komplexer und lösungsorientierter aufgebaut als in der bestehenden Verordnung. "Wir haben aber einen Weg gefunden, dass sich das Meisterstück doch in der Fachpraxis wiederfindet." Zurzeit wird der Verordnungsentwurf von den zuständigen Ministerien geprüft, dann können die Rahmenpläne erstellt werden.

Mit Blick auf die jüngsten Fortschritte in den laufenden Projekten verwies Weber auf die fruchtbare Arbeit unter dem Dach des ZDB. Der BVPF profitiere stark von den guten Beziehungen und Möglichkeiten der Einflussnahme: "Wir haben in einem Dreivierteljahr in Berlin mehr geschafft, als in den letzten 17 Jahren in Bonn."


Fachgruppe Restauratoren
Gemeinsame Fortbildungsverordnung ist auf dem Weg

Das ambitionierte Projekt einer bundesweit einheitlichen Fortbildungsverordnung zum "geprüften Restaurator im Parkettlegerhandwerk" nach § 42 HWO kommt Schritt für Schritt voran. Ziel ist die Gleichstellung des Handwerks mit akademischen Restauratoren durch Erreichen der Qualifizierungsstufe DQR 7, entsprechend dem Master. Der Meister ist laut DQR, dem Deutsche Qualifizierungsrahmen, als DQR 6 eingestuft, gleichgestellt mit dem Bachelor. Der Geselle ist DQR 4 eingestuft. "Der Restaurator im Handwerk ist ein ganz neues Berufsbild. Das ist im ZDH einmalig. Bisher haben sich 17 Berufe übergreifend angeschlossen", erläuterte Fachgruppenleiter Jochen Michalik. Darunter sind neben für Restaurationsarbeiten bekannte Berufe wie Zimmerleute, Stuckateure oder Buchbinder auch Raumausstatter und Maler und jetzt auch die Berufe des KFZ-Verbands. "Das ist für uns als relativ kleiner Berufsverband sehr gut, der KFZ-Verband ist in Deutschland einer der größten und kann entsprechend Einfluss nehmen", erwartet der Fachgruppenleiter.

Im Ablauf des Ordnungsverfahrens hat das Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz die von den Fachverbänden und weiteren Mitwirkenden erstellte Fortbildungsverordnung inzwischen geprüft und weitestgehend abgenommen. Der im BIBB mit der Ausarbeitung befasste Arbeitskreis konzipiert derzeit die Rahmenlehrpläne. Die Herausforderung bestehe laut Michalik jetzt darin, die geforderten 800 Fortbildungsstunden zu integrieren.

Das nächste Fachgruppentreffen der Restauratoren findet vom 17. bis 20. Oktober 2019 in Dresden statt. Der nächste Restauratoren-Kurs wird voraussichtlich ab Februar 2020 durchgeführt. Interessiert können sich für Informationen und Anmeldungen an den Bundesverband (www.bv-parkett.de) oder direkt an die Fachgruppe (www.parkettrestauratoren.org) wenden.


Kerstin Schmidt, im Bild mit Vorstandskollege Stefan Brake, warb bei den Innungsmitgliedern für die Initiative Bodenbeläge Kleben, kurz IBK. Fachbetriebe können diverse Marketingmaterialien nutzen, um ihren Kunden die Vorteile des vollflächigen Klebens von Bodenbelägen zu vermitteln. Die Möglichkeiten für Fachbetriebe, das IBK-Marketing für eigene Zwecke zu nutzen, sollen künftig weiter ausgebaut werden.

Vorstandsmitglied Stefan Brake berichtete von der erfolgreichen Initiative "Das ist Bodenhandwerk!". Die Kampagnen-Website wurde 2018 neu gelauncht, verzeichnete über 430.000 Aufrufe von Stellenbeschreibungen und generierte mehr als 1.000 Bewerbungen für Ausbildungsplätze. "Wir müssen uns darum kümmern, dass überhaupt genügend Ausbildungsplätze eingestellt werden", sagte Brake und appellierte an die Anwesenden, freie Stellen im Stellenfinder einzutragen. Auch Kanäle wie Facebook, Youtube und Instagram punkten, vor allem dank kurzer Videoclips, die zum Teil auf 125.000 Klicks kommen. Vermehrt angesprochen werden sollen Schüler und Lehrer zudem auf Ausbildungsmessen. Dafür können Handwerksbetriebe ein zielgruppengerecht gestaltetes Messepaket mit Theke, Rollups und Flyern kaufen oder mieten.

Ralf Wollenberg, Leiter der Fachgruppe Bodenleger, informierte zum aktuellen Tarifgeschehen: "Die IG Metall ist bereits in Kontakt mit der Geschäftsstelle. Wir gehen davon aus, dass der auslaufende Tarifvertrag für Parkett- und Bodenleger gekündigt wird und im Herbst die Verhandlungen mit der Gewerkschaft beginnen."

Die Herbsttagung der Bundesfachgruppe Holzpflaster/Parkett/Dielen findet statt vom 29. bis 30. November 2019 in Braunschweig. Aus dem breit gefächerten Fachprogramm empfiehlt der Vorsitzende Wilhelm Nürnberger insbesondere jüngeren Kollegen einen Vortrag von Dr. Gerald Koch vom Thünen-Institut für Holzforschung zur Bestimmung alter Holzarten. "Viele Holzarten werden zwar nicht mehr verwendet, finden sich aber oftmals bei der Renovierung von Altparkett."

Thorsten Barth, Leiter der Fachgruppe EDV: "Als Schnittstelle zwischen Anwendern und Software-Häusern haben wir lange darüber diskutiert, ob die Anbieter Tarife und Akkordlisten in ihren Programmen hinterlegen dürfen. Wir haben dem zugestimmt - das erleichtert künftig die Arbeit mit den Programmen."
aus Parkett Magazin 04/19 (Wirtschaft)