Bayerische Meisterprüfungen 2021: Meisterliches Parkettlegerhandwerk

Seit Sommer dieses Jahres gibt es in Deutschland wieder 14 neue Parkettlegermeister. Vier von ihnen haben über die Teile I + II hinaus auch bereits die Teile III + IV erfolgreich gemeistert. Lehrgangsleiter Heinz Brehm zieht ein positives Resümee über den Vorbereitungskurs und seine Absolventen.

Begonnen hatte die Teilzeitfortbildung für die Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Parkettlegerhandwerk in Bayern bereits im Oktober 2020. Trotz einiger pandemiebedingter Verschiebungen konnte der Präsenzunterricht wie geplant erteilt werden. Die Prüfungstermine zogen sich jedoch für die Kursteilnehmer zum Nachteil von Anfang Mai bis in den Juni hinein.

Als Referenten unterstützten den Kurs die Parkettlegermeister und -meisterinnen Jörg Schülein (Beläge und Estrich), Martina Schott (Kalkulation und Marketing), Ernst Weinzierl (Holz, Trocknung, Parkettarten), Heinz Brehm (Parkettverlegungen, rechtliches Unternehmerwissen) sowie der Berufsschullehrer Germann Kirschbaum (Wärme, Schall, Stilkunde, Zeichnen). PAK und Gefährdungsbeurteilung hatte die BG BAU übernommen. Lui Schuster (Wakol) vermittelte die Themen Vorstriche und Klebstoffe, Dr. David Reindl (Dr. Schutz) alles rund um die Oberflächenbehandlung.

Gut angenommen wurde erneut der viertägige Maschinenunterricht mit Verlegungen verschiedener Parkettarten. Unter Anleitung von Lehrgangsleiter Heinz Brehm erlernten die angehenden Meister millimetergenaue Serienschnitte mit einem Spezialanschlag, Wiederkehren für Fischgrät mit nur einer Einstellung passgenau zur Einfriesung sowie ökologisches Stabparkettverlegen mit verdeckter Nagelbefestigung. Des Weiteren wurde das Herstellen von Nuten für Adern in Parkettstäben mit der Kreissäge vorgeführt sowie Anreißtechniken, die in keinem Fachbuch mehr zu finden sind. Gleichzeitig wurden die jeweiligen Hilfsanschläge zur Mitnahme angefertigt, welche Unfallgefahren deutlich reduzieren.

Resümee von Heinz Brehm: 80 % der Vorbereitungskursteilnehmer haben in der Staatlichen Berufsschule Neustadt/Aisch ihre theoretische, teils praktische Ausbildung erhalten. Dabei sei der Zusammenhalt der bayerischen und der außerbayerischen Teilnehmer eher positiv zu bewerten. Letztlich ist Brehm mit dem Ablauf und den Ergebnissen der noch nach der alten Parkettlegermeisterverordnung durchgeführten Fortbildung zufrieden: Eine Durchfallrate von 7 % und ein Durchschnitt von 77 Punkten seien sowohl ein Beleg für die Qualität der Referenten als auch für die handwerklichen und theoretischen Fähigkeiten der neuen Jungmeister.


Was ist neu in der Meisterprüfungsverordnung für das Parkettlegerhandwerk?

Mit der Angleichung in die Ebene der Qualifizierungsmaßnahmen DQR 6 (Bachelor) bis DQR 7 (Master) sind für den Meisterprüfungs-Vorbereitungskurs für das Parkettlegerhandwerk in den Teilen I+II jetzt 600 Unterrichtsstunden vorgesehen. Hinzu kommt ein ergänzendes Selbststudium mit ca. 260 Stunden. Die Teile III+IV werden von den Handwerkskammern durchgeführt und mit 340 Stunden angesetzt.
aus Parkett Magazin 06/21 (Handwerk)