Horizont Betten - Vorbildlicher Umbau Fachgeschäft 2026
Horizont Betten, Hamburg
Gute Gelegenheit für ein Makeover
In nur fünf Wochen haben Anna-Lisa Bogner, ihr Team und heimische Gewerke einen Großteil der Ausstellung von Horizont Betten im oberbayerischen Berchtesgaden kernsaniert. Der Umbau war ein Kraftakt. Gelohnt hat er sich in vielerlei Hinsicht: Ein fulminantes Feedback und sofort spürbare Umsatzsteigerungen bekräftigen die Entscheidung für die umfassende Umgestaltung. Für die Jury ein klarer Fall von „vorbildlichem Umbau eines Fachgeschäfts“.
Erst der Starkregen, dann die Überschwemmung – für Lars Grimberg, Inhaber von Horizont Betten in Hamburg-Winterhude, war es der zweite Vorfall dieser Art innerhalb von etwas über zehn Jahren. Damals stand er bis über die Knie im Wasser, diesmal konnte er es mit Schaufeln, Eimern und den Pumpen, die er noch aus der Wasserbett-Ära besaß, zurückdrängen, sodass es nur knöcheltief stand. Aber das Mauerwerk war nass, der Boden kaputt und ein Teil der Betten unrettbar beschädigt.
Die Folge: Zwei Monate Schließzeit, die Wände aufgestemmt und der Boden herausgerissen. Für viele wäre das Ganze ein reines Katastrophenszenario. Lars Grimberg hingegen nutzte es als Gelegenheit zu einem Makeover. Statt einer kompletten Neugestaltung wurde die bestehende Struktur behutsam modernisiert – mit dem Ziel, Atmosphäre, Orientierung und Beratungsqualität zu steigern. Die Umbaukosten lagen im unteren sechsstelligen Bereich und wurden teilweise über die Elementarversicherung abgedeckt. Unterstützt wurde er durch das Hamburger Architekturbüro Nette +Hartmann.
Das Unglück traf das Geschäft zu einem Zeitpunkt, an dem die bisherige Einrichtung nach rund vierzehn Jahren ohnehin nicht mehr als zeitgemäß empfunden wurde. „Wir wollten eigentlich schon länger etwas verändern. Der Wasserschaden hat uns den Schubs gegeben“, sagt Grimberg. Die 150 Quadratmeter große Verkaufsfläche blieb in ihrer Grundaufteilung erhalten, so auch das loftartige Ambiente mit der unverkleideten Deckenkonstruktion, Stützpfeilern und einer frei stehenden Trennwand. Doch das Erscheinungsbild veränderte sich deutlich. Für mehr Wohnlichkeit sorgen der neue LVT-Boden mit Eichendekor sowie Wandpaneele im Eingangsbereich und an den Beratungsplätzen. Diese bestehen aus einem ungezwungenen Tresen mit bequemen und rückenfreundlichen Moizi-Hockern sowie einem klassischen Tisch. Die Kunden würden sich intuitiv für die jeweilige Situation entscheiden.
Behagliches Licht setzt das Firmenlogo in Szene.
Die Beleuchtung wurde durch ein Schienensystem mit Strahlern und Pendelleuchten ersetzt. Eine Grundhelligkeit und gezielte Lichtinseln unterscheiden nun Beratungs- und Liegebereiche deutlicher voneinander. Auf zusätzliche visuelle Reize wie Bildschirme oder bewegte Inhalte wurde bewusst verzichtet. „Unsere Kunden sollen ankommen, durchatmen und sich auf das Produkt konzentrieren.“
Vor den Fenstern schaffen champagnerfarbene Vorhänge einen ruhigen Hintergrund für die Betten. Gezielt gesetzte Akzentflächen in dunklem Türkis strukturieren heute den Raum, während andere Wandflächen bewusst hell gehalten sind. „Dunkle Töne tun Räumen gut. Sie geben Struktur und Halt“, so Grimberg.
Ein separater, sichtgeschützter Raum ist den Matratzen vorbehalten – Teppichboden macht ihn behaglich. Das Sortiment zeigt sich schlank, aber bewusst kuratiert. Acht Betten bilden die Kernpräsentation, ergänzt durch Matratzen, Lattenroste, Kissen und Bettwaren; vertreten sind Marken wie Traumwerk, Sira, Beluga sowie Röwa, Rummel, Werkmeister und Hanskruchen. Von letzterem stammt auch das regionale Bettdecken-Produkt „Mein Heimatbett“ mit Daunen aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, das sich großer Beliebtheit erfreut. Die Auswahl ist nicht auf Breite angelegt, sondern darauf, den Kunden die Orientierung zu erleichtern. Die Sortimentslogik bleibt nachvollziehbar – ein Ansatz, der angesichts sinkender Frequenzen und steigender Beratungsanforderungen im Bettenfachhandel relevant ist.
Lars Grimberg bietet unter dem Label „Stretchmonster“ ein eigenes Spannbetttuch an.
Eine besondere Rolle spielt die Eigenmarke „Stretchmonster“ – ein Spannbetttuch, besonders stretchfähig, geliefert im praktischen Baumwoll-Beutel. Die Idee entstand aus der Unzufriedenheit mit gängigen Produkten in nüchternen Plastikverpackungen sowie dem Wunsch, etwas Eigenes mit Wiedererkennungswert anzubieten. Zugleich sollte es ein Artikel sein, den Kunden auch spontan mitnehmen können. Die Präsentation in einem speziell konfigurierten Regal macht die Serie heute klar erkennbar und stärkt das Profil des Geschäfts zusätzlich. Ein kleiner, aber stabil wachsender Onlineshop ergänzt das stationäre Angebot.
Auch strukturell hat sich Horizont Betten verändert. Statt einer größeren Mannschaft arbeiten heute Lars Grimberg und sein langjähriger Kollege Oliver Kleiss zu zweit, unterstützt durch eine Aushilfe. „Wir sind kleiner geworden – aber effizienter“, so Grimberg. Beratung und Lieferung liegen häufig in einer Hand, was Nähe und Verbindlichkeit schafft.
Alles in allem markiert der Umbau keinen radikalen Neuanfang, sondern eine subtile Weiterentwicklung des Bestehenden und das Herausarbeiten des individuellen Charakters des im Stadtteil fest etablierten Bettenfachgeschäfts.

Vorbildlicher Umbau Fachgeschäft des Jahres 2026