Becker Matratzen - Vorbildlicher Generationswechsel 2026
Becker Matratzen, Brilon
Generationswechsel mit Herz, Haltung und Hashtag
Tradition trifft Transformation: In dritter Generation führt Katharina Wiese den Familienbetrieb Becker Matratzen in Brilon in die Zukunft. Nach fast drei erfolgreichen Jahrzehnten unter der Leitung ihrer Mutter Inge setzt sie auf eine spannende Mischung aus bewährter Beratungskultur und digitaler Strahlkraft. Persönliche Grußkarten im Paket, Podcasts mit Interior-Designern, ein moderner Webshop und Instagram als Schaufenster: So zeigt die junge Fachhändlerin, wie man einen traditionellen Fachhandel ins Hier und Jetzt führt – und wird dafür mit dem Haustex Star 2026 ausgezeichnet.
Eigentlich war Katharina Wiese schon als Achtjährige klar, dass sie einmal den Familienbetrieb übernimmt. „Ich hab damals in meine Schulaufsätze geschrieben, dass ich Verkäuferin werden will“, erinnert sich die 38-Jährige heute. Ihre Ausbildung führte sie aber zunächst in eine andere Richtung: Nach dem Abitur mit Schwerpunkt Kunst probierte sie sich in verschiedenen Bereichen aus. Bevor sie schließlich bei Becker Matratzen einstieg, sammelte sie Erfahrungen in unterschiedlichen Branchen, vom Ölgroßhandel bis zur technischen Beratung in einer Fensterfabrik.
„Die Jahre bilden ein solides Fundament für meine Arbeit als Fachhändlerin. Ich wollte verstehen, wie Wirtschaft wirklich funktioniert – nicht nur theoretisch, sondern im Alltag“, betont Katharina Wiese. Als die Frage im Raum stand, das Familiengeschäft als Inhaberin zu übernehmen, war sie bereit. Der Zeitpunkt musste jedoch verschoben werden: Corona machte eine Übergabe zunächst zu riskant. „Erst als die Pandemie vorbei war und zudem mein Sohn in den Kindergarten kam, wussten wir: Jetzt ist der richtige Moment.“
Geschäft mit Geschichte – und neuen Ideen
Becker Matratzen blickt auf eine beeindruckende Geschichte zurück. 1954 gründeten Wilhelm und Rosalie Becker das Unternehmen, das mit Eigenproduktionen von Lattenrosten begann und sich rasch zu einer festen Größe im Sauerland entwickelte. 1995 übernahm Tochter Inge Wiese die Leitung, modernisierte Laden und Sortiment und legte damit den Grundstein für die dritte Generation. Bis heute unterstützt sie ihre Tochter intensiv im Arbeitsalltag.
Seit dem 1. Januar 2025 leitet Katharina Wiese das Briloner Fachgeschäft und verknüpft bewährte Werte wie Qualität und Beratung mit den Chancen der Digitalisierung. Ihr Ansatz ist klar: das Beste aus beiden Welten verbinden und den Familienbetrieb Schritt für Schritt in die Zukunft führen.
Heute steht Becker Matratzen nicht nur für Matratzen und Bettgestelle, sondern auch für Bettwaren, Frottier, Kissen und Wohnaccessoires. Gerade diese Erweiterungen, die Inge Wiese 1995 eingeführt hat, bewertet ihre Tochter Katharina als besonders wichtig: „Früher gab es in Brilon sieben Mitbewerber, von denen heute fast keiner mehr übrig ist. Das Problem ist oft nicht mangelnder Umsatz, sondern fehlende Nachfolger. Ich finde es sehr schade, wenn gut laufende Fachgeschäfte einfach verschwinden. Umso wichtiger ist es, unser Sortiment lebendig zu halten.“
Ihren Weg in die Zukunft sichert Katharina Wiese auch durch eine stetige Präsenz in den Sozialen Medien.
Neue Marken, Frottierwaren oder auch Yogamatten gehören zu den Ergänzungen, die sie gezielt auswählt: „Ich kann nichts verkaufen, von dem ich nicht überzeugt bin. Da unser Platz aber begrenzt ist, entscheide ich mich für Produkte, die wirklich Sinn machen – oder die einfach schön sind und Gesprächsanlässe schaffen.“
Social Mediaals Schaufenster
Besonders prägend ist Katharina Wieses digitaler Ansatz. Ein bedeutender Schritt war hier der Launch des eigenen Webshops 2023. Mit professionell gestalteter Website und einem klar durchdachten Social-Media-Auftritt erreicht die Fachhändlerin heute weit mehr Menschen als nur die Stamm- und Laufkundschaft in Brilon. „Instagram ist für uns ein Türöffner“, erklärt sie. „Über die Plattform habe ich zum Beispiel eine Journalistin unserer regionalen Tageszeitung Westfalenpost kennengelernt, die eine tolle Reportage über mich geschrieben hat. So entstehen neue Kontakte, die es ohne Social Media nicht gäbe.“
Auf allen Kanälen, die sie nutzt, setzt die junge Unternehmerin auf Persönlichkeit: authentische Fotos, kleine Einblicke in den Alltag und Grußkarten bei jeder Online-Bestellung. „Mir ist wichtig, dass die Kunden spüren: Hier steckt Herzblut drin. Jeder bekommt eine persönliche Karte mit handgeschriebenem Gruß. Das macht den Unterschied.“
Auch neue Formate spielen eine Rolle: Videos über Schlafmythen oder Tipps für besseres Liegen, aber auch die Teilnahme an einem Podcast mit einer Interior-Designerin zeigen, dass Becker Matratzen mehr ist als nur Verkaufsfläche. „Wir sind Kompetenzzentrum und Inspirationsquelle. Beratung und Inspiration gehören heute zusammen.“
Zwischen digital und stationär
Der Erfolg zeigt sich im Alltag. Kunden informieren sich online, kommen dann in den Laden und haben bereits konkrete Wünsche. „Das spart auch Zeit in der Beratung“, sagt Katharina Wiese. So bleibt viel Raum für intensive Beratungen, etwa Menschen mit besonderen Vorlieben oder Bedürfnissen.
Gerade die Kombination aus digitaler Vorbereitung und persönlicher Beratung ist es, die Becker Matratzen stark macht. „Hersteller schwärmen oft von speziellen Materialien oder einer besonderen Verarbeitung, aber am Ende zählt: Wie liege ich richtig ? Das will ich gemeinsam mit den Kunden herausfinden.“
Modernisierung mit Augenmaß
So zeitgemäß der digitale Auftritt wirkt – das Ladengeschäft selbst erinnert derzeit noch an die 1990er-Jahre. Für Katharina Wiese ist klar, dass ein Umbau kommen muss. „Mein Instagram-Auftritt ist sehr ästhetisch und modern. Wer dann in den Laden kommt, erwartet Ähnliches. Deshalb plane ich Schritt für Schritt zu modernisieren, möglichst ohne den Betrieb zu schließen.“
Von 1995 bis 2025 leitete Inge Wiese (l.) das Geschäft, das jetzt in den Händen ihrer Tochter Katharina liegt.
Dabei setzt die junge Fachhändlerin auf Nachhaltigkeit: Bestehende Möbel möchte sie wiederverwenden, Elemente umbauen, mit Stoffen, Teppichen oder Fototapeten neue Atmosphäre schaffen. „Ich möchte keinen sterilen Showroom, sondern eine warme, einladende Umgebung.“ Unterstützung erhält sie von einer Interior-Designerin, die ihr flexible Konzepte für den Umbau liefert. Kennengelernt haben die beiden sich – natürlich – über Social Media. „Nur um dann festzustellen, dass wir wenige Kilometer voneinander entfernt im Sauerland leben.“
Verwurzelt in der Region
Neben ihrer Rolle als Fachhändlerin engagiert sich Katharina Wiese stark im Briloner Gewerbeverein. Als zweite Vorsitzende organisiert sie Stadtfeste wie „Brilon blüht auf“ oder den Weihnachtsmarkt. „Das ist wichtig, weil wir so gemeinsam die Innenstadt lebendig halten“, sagt sie. „Die Leute sollen sehen: Hier passiert etwas.“
Auch darüber hinaus bleibt die Verwurzelung in der Region für Becker Matratzen zentral – trotz digitaler Reichweite. „Unser Name führt manchmal in die Irre. Manche glauben, wir verkaufen nur Matratzen. Dabei bieten wir ja viel mehr. Am Ende zählt aber ohnehin das Einkaufserlebnis: Wer freundlich beraten wird und sich willkommen fühlt, kommt wieder und empfiehlt uns weiter.“
Für die Zukunft hat Katharina Wiese viele Ideen: den schrittweisen Umbau des Ladens, neue Sortimentsbausteine, vielleicht sogar eigene Betten in Zusammenarbeit mit einem Schreiner. Klar ist: Sie will Becker Matratzen als moderne Marke positionieren – mit einem Mix aus Regionalität, Persönlichkeit und digitaler Sichtbarkeit.

Vorbildlicher Generationswechsel des Jahres 2026