Fricker GmbH Betten und Gardinen - Vorbildlicher Generationswechsel 2026
Fricker

Fricker, Blaustein

Frauen-Power in dritter Generation


Wie ein roter Faden zieht sich die Geschichte der Fricker GmbH Betten und Gardinen durch die Jahrzehnte – beständig, warm und mit persönlicher Handschrift. Nach ihrer Mutter und Großmutter führt Miriam Pracki das Traditionshaus heute in dritter Generation und zeigt mit viel Engagement, Klarheit und einer modernen Vision, wie ein Generationswechsel nicht nur gelingen, sondern zu neuer Stärke führen kann.

Miriam Pracki hat viel Energie, das spürt jeder sofort. Vermutlich hat sie diese Tatkraft von Großmutter und Mutter geerbt – so wie auch die Fricker GmbH Betten- und Gardinen in Blaustein, die sie gerade in dritter Generation übernommen hat. Die studierte Innenarchitektin arbeitete zunächst parallel zur Familienphase im Betrieb, lernte Abläufe kennen und begann ab 2017, erste Ideen einzubringen. 2018 folgte ein beruflicher Perspektivwechsel: ein BWL-Studium, das sie zwischen Kinderspielplatz und Geschäftsalltag absolvierte. „Wenn ich nachmittags auf dem Spielplatz war oder die Kinder Lego spielten, dachte ich, ich könnte etwas Sinnvolleres machen als nur zugucken. Also habe ich noch mal angefangen zu studieren“, erklärt sie. Eine gute Idee mit Blick auf ihre Zukunft: Zum 1. Januar 2024 übernahm sie das Unternehmen ihrer Mutter. Anlass, um mal wieder ein neues Kapitel aufzuschlagen – die Fricker GmbH hat schon einige geschrieben.

Miriam Pracki erzählt: „Mein Großvater Karl Fricker hat 1950 ein Textil- und Aussteuer-Geschäft mit Betten und Bettfedernreinigung in Blaustein gegründet. Damit nahm alles seinen Anfang. Es war eine gute Zeit. Deutschland befand sich im Aufbruch, die Bundesrepublik war gerade entstanden, vielerorts machten sich Familien selbstständig, weil es an allem fehlte.“ Anstatt in ihrem ursprünglichen Beruf zu bleiben, packte Ruth Fricker mit an. Sie stellten Daunendecken und Kopfkissen her, füllten Federn ab und verkauften, was es damals für eine Aussteuer brauchte. So legten sie den Grundstein für das Unternehmen, das viele Jahrzehnte später nun Miriam Pracki übernommen hat.

Plötzlich Chefin – die erste und zweite Generation

Bis dahin sollte es allerdings noch einige Kapitel zu meistern geben. Kurz nachdem Tochter Beate geboren wurde, erkrankte Karl schwer an Krebs und verstarb 1972. Die Familie stand vor einer großen Aufgabe. Die ältere Tochter studierte bereits, Beate Brendel musste deshalb ihre Schulzeit verkürzen, um eine Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau zu beginnen und im Geschäft mitzuarbeiten. „Es war eine Zeit ohne Klagen, in der man einfach tat, was getan werden musste“, kommentiert Pracki. Ruth Fricker tat alles, um die Familie durchzubringen, machte sogar noch den Führerschein, um den Betrieb am Laufen zu halten. Sie hatte ihren kranken Mann gepflegt, führte nach seinem Tod das Geschäft allein weiter und versorgte ihre Töchter. Das Unternehmen überstand diese Zeit dank unermüdlicher Arbeit und hohem persönlichen Einsatz.

Auf die schweren Jahre folgten Phasen des Auf- und Umbaus – der erste fand in den 1970er-Jahren statt. Pracki erzählt: „Der Laden war Teil des Wohnhauses, da musste dringend etwas getan werden.“ Der zweite Umbau folgte 1989 – Ruth Fricker und Tochter Beate nahmen einen Kredit auf. „Damals wurde die Struktur geschaffen, die im Kern heute noch erhalten ist“, fährt sie fort. Es entstand ein lichtdurchflutetes Nähatelier, eine neue Bettfedernreinigung, Lagerräume, ein eigenes Büro und neue schöne Verkaufsflächen. „Meine Oma übernahm das Bettengeschäft, meine Mutter alles andere, später dann das gesamte Unternehmen“, erinnert sie sich. Auch die Kundschaft änderte sich. „Wir bekamen größere Projekte, von der Uniklinik und großen Unternehmen.“

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Mit Marken wie Christian Fischbacher, Schlossberg und Rummel hat sich Fricker fest in der Premiumliga etabliert.


Mit der Jahrtausendwende zogen für die Unternehmerinnen allerdings schwierige Jahre auf. „Es begann eine Zeit, in der die Leute keine Vorhänge mehr wollten. War in den Jahren davor alles überdekoriert und gerüscht, änderte sich nun der Geschmack: Architektur und Einrichtung wurden schlichter. Meine Mutter hat in dieser Phase, die bis ca. 2010 ging, das Bettengeschäft stärker forciert“, wie Pracki erklärt. Es folgte 2012 nach dem Innenarchitektur-Studium ihr eigener Einstieg ins Geschäft, dann eine Orientierungsphase bis 2017, danach traute sie sich mit eigenen Vorschlägen in die Initiative.

2024: Die dritte Frau übernimmt das Ruder

Im März 2020 wurde offiziell die Corona-Pandemie erklärt – es war das Jahr, in dem Beate ihrer Tochter Miriam die Mehrheit der Firmenanteile übertrug. Die Corona-Zeit nutzten sie, um die Öffnungszeiten deutlich zu reduzieren. Seitdem setzen sie stärker auf individuelle Termine. „Unsere Kundschaft hat sich schnell daran gewöhnt, schätzt die Ruhe und Konzentration, die wir so bieten können“, berichtet Miriam Pracki von ihren Erfahrungen. Und auch dem Personal kämen die reduzierten Öffnungszeiten entgegen. „So lassen sich schulpflichtige Kinder und Job besser vereinbaren“, führt sie aus.

2024 erfolgte dann die Übergabe, die mit einer umfassenden Neuausrichtung verbunden ist. Miriam Pracki hat im Rahmen ihrer Masterarbeit als Abschluss des MBA-Studiums das gesamte Unternehmenskonzept überarbeitet – nun geht es an die Umsetzung. Das Logo wird erneuert, das erste Stockwerk vollständig umgestaltet, die Firmenfarben werden überarbeitet. Vor allem aber verändert sie das Geschäftsmodell grundlegend: weg vom klassischen Einzelhandel mit breiter Sortimentsstreuung hin zu einem kuratierten, auf das Wesentliche konzentrierten Sortiment. Damit einher ging die Erweiterung des Geschäftsfeldes um Innenarchitektur. Aber: „Es ist noch alles im Fluss“, sagt sie und lacht.

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Auch ausgesuchte Gardinen- und Stoff­kollektionen gehören zu dem fein abgestimmten Sortiment, das auf der Fläche präsentiert wird.


„Bettwäsche von Fischbacher, Schlossberg und Elegante, eine feine Auswahl hochwertiger Spannbetttücher laufen bei uns wirklich gut“, so Miriam Pracki. Individuell gefertigte Daunen- und Federwaren aus der eigenen Manufaktur sowie ausgesuchte Gardinen- und Stoffkollektionen bilden den Kern des Angebots – ergänzt um die Innenarchitekturleistungen. Viele klassische Einzelhandelsartikel wurden bewusst reduziert, da sie anderswo – online wie stationär – leicht erhältlich sind. „Im Moment verteilt sich das Geschäft auf 40 Prozent Vorhänge, 40 Prozent Betten und 20 Prozent Innenarchitektur“, fasst sie zusammen.

Auch wenn sich vieles noch in einer Übergangsphase befindet, läuft es im Moment mit der neuen Herangehensweise gut. Dafür macht Miriam Pracki unter anderem ihre Lage verantwortlich. Das Geschäft befindet sich nicht im Stadtzentrum, sondern eher abseits – ein vermeintlicher Nachteil, der sich nun als Vorteil erweist. Wer kommt, kommt gezielt. Es gibt keinen Druck durch Laufkundschaft, sodass individuelle Kundentermine die perfekte Lösung sind. Zumal ihr Mehrwert nicht im Verkaufen, sondern in der Qualität der Beratung, in der kuratierten Auswahl und der hauseigenen Manufaktur liegt, die Kopfkissen und Daunendecken individuell anpassen kann.

Für ihre kreative Handschrift sammelt Miriam Pracki weniger Anregungen auf den klassischen Branchenmessen, sondern orientiert sich mehr an internationalen Strömungen in Paris und Mailand, wo sie sich regelmäßig umsieht. Aber nicht nur auf den Messen, auch die Schaufenster der Metropolen liefern Anregungen zu Farben, Formen und neuen Wohnkonzepten. „Mir gefällt aktuell das zeitgenössische Art Deco wie von Sebastian Herkner“, erzählt sie. „Das passt zu uns, wir sind nicht so klassisch, haben unsere eigene kreative Signatur.“ Genau das unterscheidet das hochwertige, aber nicht luxuriöse Angebot von anderen. Kein Wunder, dass die Mund-zu-Mund-Propaganda nach wie vor die wichtigste Empfehlung für sie ist, unterstützt von einer zurückhaltenden Präsenz auf Instagram und Facebook.

Fricker GmbH Betten und Gardinen

Vorbildlicher Generationswechsel des Jahres 2026
Fricker GmbH Betten und Gardinen
Ulmer Straße 57
89134 Blaustein
eMail: info@fricker-blaustein.de
Internet: www.fricker-blaustein.de
Telefon: 0 73 04/34 08
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