Betten Pfäffle GmbH - Gelungene Firmenübernahme 2026
Betten Pfäffle, Metzingen
Tradition trifft Tatkraft
Eine Firmenübernahme gelingt selten zufällig – und schon gar nicht gleich dreimal. Andreas Kramer zeigt eindrucksvoll, wie man Traditionshäuser nicht nur übernimmt, sondern verantwortungsvoll in die Zukunft führt. Mit klarem Blick für Werte, echter Nähe zu Mitarbeitern und Kundschaft sowie einem feinen Gespür für sinnvolle Modernisierung hat er auch die jüngste Übernahme von Betten Pfäffle zu einem Erfolg gemacht. Für diese Leistung zeichnet die Jury ihn mit dem Haustex Star 2026 in der Kategorie „Gelungene Firmenübernahme“ aus.
Mit Weitsicht, Mut und der gelungenen Kombination aus Tradition und Innovation zeigt Andreas Kramer, wie eine perfekte Firmenübernahme funktioniert: 2015 wagte er den Schritt vom Mitarbeiter zum Eigentümer von Betten Hottmann in Tübingen. Nur wenige Jahre später folgte 2025 „Das neue Bett“ in Rottenburg, seit dem 1. Januar 2025 ist er nun auch stolzer Besitzer von Betten Pfäffle.
Das Traditionsgeschäft wurde 1937 von Erwin Pfäffle in Metzingen gegründet und über drei Generationen in Familienhand geführt – zuletzt fast 40 Jahre lang von Ingrid und Bernd Pfäffle. Über die Jahrzehnte hat Betten Pfäffle sich in der Region einen festen Platz erobert. Individuelle Inlett-Befüllung, eine eigene Bettenwaschanlage und persönliche Beratung machten das Haus bekannt.
Nach 87 Jahren Familiengeschichte stellte sich erneut die Frage der Nachfolge – diesmal jedoch ohne Option in der Familie. „Unsere drei Töchter haben alle andere Wege eingeschlagen“, sagt der bisherige Inhaber Bernd Pfäffle. „Und das war auch völlig in Ordnung so.“ Auf seiner Suche nach einem externen Nachfolger, der das Geschäft im traditionellen Geist weiterführt, die gelebten Werte versteht, zugleich aber auch bereit ist, Neues zuzulassen, stieß Bernd Pfäffle auf Andreas Kramer. Nicht ahnend, dass der bereits ganz andere Pläne hatte.
Eine Begegnung zur rechten Zeit
„Ich war eigentlich schon mit einem anderen Geschäft einig“, erinnert sich Andreas Kramer. „Dann kam die Anfrage von Bernd Pfäffle – und hat einiges ins Rollen gebracht.“ Die beiden Bettenfachhändler lernten sich intensiver im Rahmen einer Bettenring-Behelfstagung während der Corona-Zeit kennen. „Bernd hat mich beiseite genommen und gefragt, wie es bei mir mit einer Nachfolge aussähe“, erzählt Kramer. „Kurz danach war klar: Wir müssen reden.“
Die Gespräche verliefen schnell und offen. „Das Geschäft in Metzingen liegt nur rund 35 bis 40 Minuten von Tübingen entfernt – also gut erreichbar“, so Kramer. „Und vor allem: Das Team bei Betten Pfäffle hat sehr gut gepasst. Das war für mich ausschlaggebend.“
Teamübernahme als Schlüssel zum Erfolg
Bereits im Dezember 2024 traf sich der künftige Inhaber mit der Belegschaft. „Ich habe damals natürlich allen zur Wahl gestellt, zu gehen oder im Betrieb zu bleiben“, erzählt er. „Und das Schöne war: Alle wollten weitermachen.“
Hochwertige Bettwäsche finden die Kunden auf der Fläche in großer Markenvielfalt und Auswahl.
Damit war die wichtigste Basis gelegt. „Ich übernehme kein Geschäft in dieser Größenordnung ohne ein starkes Team“, betont Andreas Kramer. „Bei einem kleinen Laden kann man notfalls vieles selbst machen. Aber hier, mit zwei Etagen und einem breiten Sortiment, braucht man gute Leute. Und die habe ich gefunden.“ Sogar personeller Zuwachs kam zwischenzeitlich hinzu: „Schon vor der Übergabe lief eine Stellenausschreibung. Eine Bewerberin passte perfekt – das war wirklich ein Glücksfall.“
Für Bernd Pfäffle war genau diese Vorgehensweise entscheidend. „Ich wollte keine Übernahme, bei der das Bestehende zerrissen wird. Das Team sollte bleiben, die Kunden vertraute Gesichter sehen. Und das hat Andreas Kramer von Anfang an genauso gesehen.“
Behutsame Veränderungen, klare Linie
In den ersten Monaten nach der Übernahme blieb das Tagesgeschäft weitgehend unverändert. „Es gab hier ein sehr gutes Basissortiment, das wollten wir unbedingt erhalten“, erklärt Kramer. „Wir haben lediglich den Eingangsbereich, in dem das Wäscheangebot dominierte, etwas umgestaltet, um den Fokus mehr auf das Thema Matratzen und Schlafsysteme zu lenken.“ Außerdem wurde die Lagerhaltung optimiert. „Die Fläche gibt es her, also halten wir jetzt mehr Ware vorrätig“, sagt er. „Zudem haben wir den Bereich Pflegebetten und verstellbare Systeme ausgebaut – das passt gut zum Standort.“
Im Hintergrund lief der Betrieb schon vor der Übernahme vorbildlich. „Die Abläufe und das Bestellsystem waren top organisiert. Teilweise sogar besser als in Tübingen“, lobt Kramer mit einem Augenzwinkern.
Das Zusammenspiel der drei Geschäfte, die der engagierte Fachhändler nun betreibt, funktioniert bestens – auch dank des gemeinsamen Verbands. „Wir mussten uns hier nicht umstellen, weil Betten Pfäffle ja auch bereits ein Bettenring-Mitglied war. Das erleichtert vieles – vom Einkauf bis hin zu Themen wie Marketing oder Fortbildung.“ Ein ehemaliger Auszubildender aus Tübingen arbeitet nun häufig in Metzingen. „Er kennt das System, bringt frische Ideen ein und lernt gleichzeitig viel von Bernd Pfäffle“, freut sich sein Chef.
Bewährte Werte, moderne Akzente
Beim Marketing setzt Andreas Kramer auf Kontinuität mit Augenmaß. „Wir nutzen digitale Möglichkeiten, wo sie sinnvoll sind – zum Beispiel beim Versand von Prospekten oder der Suchmaschinenoptimierung“, sagt er. „Aber Social Media ist für uns kein zentrales Thema. Es muss zur Region und zum Team passen.“
Die Lage in der Innenstadt ist ideal, um den Kunden auch Zusatzsortimente wie Küchentücher und Schürzen anzubieten.
Bernd Pfäffle ergänzt: „Ich finde es gut, dass er das so sieht. Wir sind hier in Metzingen sehr traditionell – unsere Kunden kommen wegen der Beratung, nicht wegen Instagram.“ Gerade diese Nähe zum Kunden soll auch künftig das Herz des Geschäfts bleiben. „Der Kunde kann hier alles anfassen, ausprobieren, vergleichen – das schafft kein Online-Shop“, betont Andreas Kramer. „Auch nach dem Kauf begleiten wir ihn, sei es bei Anpassungen oder Pflegethemen. Das schafft Vertrauen – und genau davon lebt der Fachhandel.“
Nachfolge mit Weitsicht
Für Bernd Pfäffle war der Schritt zur Übergabe eine bewusste Entscheidung. „So etwas kann man nicht von heute auf morgen beschließen“, sagt er. „Ich wollte es rechtzeitig angehen, damit genug Zeit für Gespräche und Planung bleibt.“
Heute ist er überzeugt, dass der richtige Zeitpunkt und der richtige Nachfolger gefunden wurden. „Ich begleite die Übergangsphase noch beratend, bin regelmäßig im Geschäft – aber in ruhigerer Rolle. Es macht Freude zu sehen, dass es weitergeht.“
Kramer blickt zuversichtlich nach vorn. „Ich wünsche mir, dass der Betrieb so familiär bleibt wie bisher. Wir wollen das, was funktioniert, bewahren – und dort modernisieren, wo es sinnvoll ist.“ Mit dieser Haltung steht Betten Pfäffle exemplarisch für eine gelungene Unternehmensnachfolge im Fachhandel: getragen von gegenseitigem Respekt, Offenheit und dem gemeinsamen Ziel, Qualität und Service fortzuführen. „Wer dieses Geschäft führt, muss Menschen mögen“, sagt Pfäffle zum Abschied. „Der Kunde spürt, ob jemand wirklich interessiert ist oder nur verkaufen will.“ Andreas Kramer nickt. „Genau das macht den Unterschied – und das bleibt auch künftig unser Anspruch.“

Gelungene Firmenübernahme des Jahres 2026