Betten- und Matratzenfachmarkt H. Kunst GmbH - Erfolgreiche Standortverlagerung 2026
Betten- und Matratzenfachmarkt H. Kunst, Alzenau
Sichtbar, modern und konzentriert
Jede Herausforderung als Chance zu sehen – diese Leistung vollbringt Familie Kunst. Als Möbelabholmarkt in einer Industriegebietshalle gestartet, entwickelte sich ihr Unternehmen mit dem jüngsten Umzug zu einem Fachmarkt in zentraler Lage. Für diese vorbildliche Standortverlagerung erhält der Betten- und Matratzenfachmarkt Kunst den Haustex Star 2026.
Bei Edeka einkaufen ? Das kann jeder. Aber in einen solchen Markt einzuziehen, das ist etwas Außergewöhnliches. Genau das hat Sascha Kunst getan: Er hat den Standort seines Betten- und Matratzenfachmarkts kurzerhand in den ehemaligen Supermarkt in Alzenau verlagert – natürlich nach Entkernung und kompletter Umgestaltung. Seit dem 15. Mai 2025 empfängt er seine Kundschaft nicht mehr im Industriegebiet der Rodenbacher Straße, sondern im neu gestalteten Ladenlokal im Mühlweg 39. Sichtbar, zentraler gelegen und mit einem modernen Ausstellungskonzept versehen.
„Wir mussten mal wieder umziehen“, erklärt Inhaber Sascha Kunst rückblickend. Das Industriegebiet in Alzenau, in dem sie zuvor ansässig waren, wurde zu einem Mischgebiet mit mehr Wohnbebauung umgestaltet. 2023 begann er mit der Suche nach einem neuen Standort, die sich zunächst schwierig gestaltete. „Hier kann man entweder 40.000 oder 100 Quadratmeter mieten. Dazwischen gab es praktisch nichts“, fasst es Kunst zusammen. Bis ihm eines Tages eine Anzeige in der Zeitung auffiel: Eine Immobilie mit einem Edeka-Markt würde frei werden. Er kannte das Gebäude – und wusste sofort: Das ist es. Er griff zum Telefon, vereinbarte einen Termin, und kurze Zeit später stand fest: Der alte Edeka wird die neue Location.
Im Oktober 2024 erhielt er die Schlüssel. Mit diesem Moment begann für ihn der vielleicht wichtigste Umbau seiner bisherigen Laufbahn. Es folgten sieben Monate intensiver Arbeit – mit Wochenenden auf der Baustelle, vielen Gewerken im Haus und etlichen Entscheidungen. Dabei hatte er einen klaren Anspruch: „Das neue Objekt sollte eine ‚Perle‘ werden“, bringt es Kunst auf den Punkt. Elektrik, Sanitäranlagen, Bodenbeläge, Lagerbereich und Technik wurden komplett erneuert, der Ausstellungsbereich neu gedacht und gestaltet. Zwei Drittel der Fläche erhielten neuen Teppichboden, zentral wurde die Hasena-Kompetenzwand platziert, der Kassenbereich zum Büro umgebaut. Viel Arbeit, aber das war nicht neu für die Unternehmerfamilie.
In drei Generationen vom Hallenbetrieb zum Fachmarkt
Schon in den späten 1950er- und 1960er-Jahren betrieb der Großvater im Industriegebiet ein Möbelhaus mit Vollsortiment in einer selbst gebauten Halle. Als er aufhörte, vermietete er die Halle – jedoch ohne großen Erfolg. 1987 packte deshalb die nächste Generation an: Vater Kunst eröffnete auf etwa der Hälfte der Hallenfläche einen Massivholz-Möbelabholmarkt. Eine Idee, die damals den Zeitgeist traf. Hinzu kam, dass es noch nicht die großen Vollsortimenter wie Ikea, Segmüller und XXXLutz gab. „Mein Vater hatte ein gutes Gespür für den Markt. Die Kunden haben uns die Möbel förmlich aus den Händen gerissen“, erinnert sich Sascha Kunst.
Das Hasena-Sortiment steht im Zentrum des Geschäfts.
Anfang der 1990er-Jahre siedelten sich dann die ersten Wettbewerber an, auch Ikea eröffnete in ihrer Gegend. „Mein Vater wusste, dass er jetzt umsatteln musste“, so Kunst. Das neue Konzept: Matratzen. „Mit den Matratzenstapeln in der Halle erinnerte es mehr an die heutigen Discounter. Aktuell würde das allerdings nicht mehr funktionieren“, erklärt er. Eine Weile lief das Geschäft erfolgreich, aber Ende der 2000er war der Hype vorbei. Es folgte ein ambitionierter Vorstoß in hochwertige Markenwelten, z. B. mit Röwa, Lattoflex, Klenk und Zack. „Damit hatte mein Vater allerdings weniger Erfolg: Die Investitionen waren enorm, aber das hochpreisige Sortiment passte nicht zum Ambiente der Industriehalle. Die Kundschaft blieb aus.“
2006 starb der Vater dann unerwartet. Mutter und Sohn standen von einem Tag auf den anderen vor einem Unternehmen in schwieriger Lage, mit viel gebundenem Kapital und der Frage, wie es weitergehen sollte. „Es war eine große Hausnummer“, gesteht Sascha Kunst.
Doch sie machten einen Plan. Schritt für Schritt trennten sie sich vom Premiumsortiment, überarbeiteten die Struktur und entwickelten ein konsumiges, gut durchmischtes Angebot, das wieder breitere Kundengruppen erreichte. Für die Familie bedeutete das nicht nur eine betriebswirtschaftliche, sondern auch eine emotionale Neuaufstellung, war doch vieles mit Erinnerungen an den Vater verknüpft.
2015 folgte die nächste große Zäsur: Sie mussten die alte Halle verlassen. Wieder standen sie vor der Aufgabe, einen neuen Ort für ihr Unternehmen zu finden. Sie hatten allerdings Glück und konnten im Industriegebiet in eine andere Halle mit großer Glasfront umziehen, sodass sie erstmals Tageslicht in den Verkaufsräumen hatten. „Das war eine deutliche Verbesserung“, sagt Kunst. Zehn Jahre blieben sie dort, bevor sie sich schließlich im ehemaligen Edeka-Markt neu aufstellten.
Konzentrierter, fachlicher, attraktiver
„Wir mussten öfter neu anfangen und umziehen“, resümiert Sascha Kunst, „aber wir haben uns jedes Mal weiterentwickelt und verbessert – vom Abholmarkt über den Matratzenmarkt zum Fachgeschäft.“ Die neuen Räumlichkeiten sind ein Glücksfall, auch wenn die Fläche von ehemals 600 auf 300 Quadratmeter schrumpfte. „Die Ausstellung gewann gerade dadurch an Klarheit. Früher hatten wir viel Fläche, die einfach nur zugestellt war. Heute ist alles konzentrierter und fachlicher.“
Der PoS punktet jetzt mit konzentrierter Struktur.
Das Sortiment wurde neu geordnet, die Liegeplätze auf 27 reduziert, die Warenwelten konsequent geschärft. Es gibt einen logischen Aufbau, eine klare Preis-Leistungs-Orientierung und eine narrative Beratung, damit die Kunden verstehen, warum das eine Produkt günstiger ist als das andere. Die Angebote an Bettwaren und Komfortbetten weiteten sie aus. „Auch die dazugehörigen Motorrahmen – zweimotorige Rahmen, Flachmotor-Varianten und Pflegerahmen mit höhenverstellbarer Liegefläche – haben wir im Sortiment.“ Im Zentrum steht das Hasena-Sortiment als neues Herzstück des Fachmarkts. „Besonders gut finde ich, dass wir zum ersten Mal ein Ladengeschäft in der Kernstadt haben, sichtbar und modern, an einer belebten Durchgangsstraße. Das tut uns gut“, betont Kunst. „Wir wollten zeigen: Die Firma Kunst bleibt. Wir entwickeln uns weiter. Wir sind verlässlich.“
Der stationäre Handel, so ist er überzeugt, erfährt gerade eine Renaissance. Viele Kunden schätzen persönliche Beratung, Hilfestellung und Lösungen jenseits des Standardangebots. Hier denkt er an Serviceleistungen wie Frei-Haus-Lieferung, Montage, Umbauten oder die Abholung nicht mobiler Kunden. Insbesondere die ältere Kundschaft sei dankbar für dieses Angebot. Doch er richtet sich mit seinem Fachmarkt nicht nur an ältere Menschen. Über Social Media, insbesondere Facebook und Instagram, spricht das Unternehmen gezielt jüngere Käuferschichten an. Und auch die nächste Generation seines Unternehmens hat er im Blick: „Ich habe Kinder, die das Geschäft eines Tages weiterführen könnten.“ So wie er einst in die Fußstapfen seines Vaters trat. Es ist ein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft, zumal seine Mutter nun in Rente gegangen ist und er die Geschäfte nach vielen bewegten Jahren allein führt.

Erfolgreiche Standortverlagerung des Jahres 2026