Thomas Müller - Persönlichkeit des Jahres 2026
Thomas Müller

Persönlichkeit des Jahres Thomas Müller

„Eine Bettdecke ist viel mehr als ein weißes Stück Stoff“


Er macht „seit 45 Jahren Textil“ und steht für unternehmerischen Erfolg durch familiäre Atmosphäre: Thomas Müller, Geschäftsführer des Bettwarenherstellers Centa-Star, gehört zu den prägenden Gestaltern der deutschen Bettenbranche. Jetzt geht der 67-Jährige in den Ruhestand. Für seine strategische Weitsicht und den leidenschaftlichen Einsatz für innovative Produkte erhält Thomas Müller den Haustex Star 2026 als „Persönlichkeit des Jahres“.

„Wir haben viel erlebt in all den Jahren, unsere Mitarbeiter sind mit mir durch dick und dünn gegangen“, erinnert sich Thomas Müller an viele erfreuliche, manchmal aber auch schwierige Zeiten. Dass er rückblickend nicht seine eigenen Erfolge in den Mittelpunkt stellt, sondern das gelungene Miteinander in einer über Jahrzehnte funktionierenden Unternehmenskultur, ist typisch für den langjährigen Centa-Star-Geschäftsführer.
Diese Haltung prägt auch seine Biografie: Der 1958 geborene Thomas Müller, der zum Jahresende 2025 in den Ruhestand ging, gehört zu den prägenden Stimmen der deutschen Bettwarenindustrie – und zu jenen Top-Managern, deren Laufbahn sich nicht aus Karriereplänen speist, sondern aus Teamgeist, Beharrlichkeit und einer tiefen Verbundenheit zum Produkt.

Aufgewachsen im schwäbischen Remseck besuchte Müller eine Schule im Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt – nur eine Haltestelle vom heutigen Centa-Star-Sitz entfernt. Seine berufliche Laufbahn begann er jedoch bei den Milchwerken Ludwigsburg, wo er seine Ausbildung zum Industriekaufmann im Jahr 1978 abschloss. Lange hielt es ihn dort allerdings nicht. Bereits zwei Jahre später sagte Thomas Müller der Milch-Branche „Ade!“.

„Ich habe damals auf eigenen Wunsch gewechselt, weil ich etwas anderes sehen wollte. Gelandet bin ich bei der Nord Feder KG“ – dem Unternehmen, dem Thomas Müller bis heute treu geblieben ist und das später zur Centa-Star Bettwaren GmbH & Co. kg wurde. Was anfangs purer Zufall war, entwickelte sich rasch zu einer Passion. „Ich habe mich nebenberuflich weitergebildet, studiert, den Fachwirt gemacht – und schnell meine Liebe zu Textilien entdeckt.“

Gerade das Greifbare, das Ergebnis der Produktentwicklung und des nachfolgenden Herstellungsprozesses, fasziniert Thomas Müller bis heute: „Für mich war es immer etwas Besonderes, ein Produkt in den Händen zu halten und erlebt zu haben, was dahintersteckt. Eine Bettdecke oder ein Kissen sind eben viel mehr als ein weißes Stück Stoff.“

Thomas Müller
Finaler Messeauftritt als Geschäftsführer: Thomas Müller auf der Homtex Winter 2025 in Bad Salzuflen.


1980 zog die damalige Nord Feder kg in das heutige Gebäude um – eine ehemalige Schokoladenfabrik. Aus Kakao wurde Komfort. Eine passende Symbolik für eine Branche im Wandel. Denn die Bettwarenherstellung stand damals am Beginn einer technologischen Revolution. „Eine der ersten großen Innovationen waren Funktionstextilien: nicht mehr nur dicke weiße Betten, sondern dünne, extrem atmungsaktive und trotzdem warme Decken. Das war ein Technologiesprung – den wir mit der Serie Royal geschafft haben.“

Unter Müllers Führung entwickelte sich Centa-Star vom Spezialisten zum Innovationstreiber. Besonders die Themen Thermophysiologie, Regeneration und Gesundheit rückten in den Fokus. In einer komplett von Federn und Daunen geprägten Branche begann Centa-Star, Faserbetten zu verkaufen. „Heute geht es darum, wie Bettwaren warm, atmungsaktiv, leicht und waschbar zugleich sein können. Inzwischen kommen wir mit modernen Füllungen immer näher an die Daune heran – aber mit besserer Hygiene.“ Sein besonderer Stolz gilt den regenerativen Produktlinien, die er mit Partnern wie Hohenstein und der Charité vorantrieb. „Wir haben Produkte, die helfen – zum Beispiel unsere Serie Regeneration, die die Tiefschlafphase verlängern kann.“

Trotz aller Innovationsfreude verlor Thomas Müller nie die Nähe zum Handel aus den Augen. Am POS müsse Komplexes einfach bleiben. Sein Credo: „KISS – keep it simple & stupid. Beraterinnen und Berater im Verkauf müssen das Besondere erklären können, Endverbraucher sollten es schnell verstehen – damit diese am Ende bereit sind, nicht billig zu kaufen, sondern in ihre Gesundheit zu investieren.“

Weil er Unternehmensentwicklung nie losgelöst von Menschen sieht, spricht Müller auch offen über einen schwierigen Moment seiner Laufbahn: die Insolvenz von Centa-Star 2013. Die Rettung gelang damals durch die Überführung in die Herbert-Neumeyer-Gruppe – heute die Herbert-Neumeyer-Stiftung – zu der auch fan Frankenstolz und Häussling gehören. „Über diesen Verlauf bin ich bis heute sehr dankbar“, sagt Müller. Die Übernahme stabilisierte nicht nur das Unternehmen, sondern brachte Centa-Star in einen starken Verbund; gleichzeitig blieb der Standort Stuttgart erhalten und die Marke eigenständig.

Seine unternehmerische Maxime fasst Thomas Müller heute so zusammen: „Über den Tellerrand schauen, neue Zielgruppen suchen, mutig sein!“ In einer Branche, in der viele Unternehmen verschwunden sind, habe Centa-Star den Umsatz in den vergangenen zehn Jahren fast verdreifacht. „Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis eines Teams, das die Marke lebt.“

So fällt Thomas Müller der Blick in die Zukunft leicht. „Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Verantwortung abzugeben“, sagt er – und ist überzeugt, dass mit Markus Ertel, seit Jahren Geschäftsführer von Häussling und in der Gruppe bestens vertraut, die Leitung in kompetente Hände kommt.

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