Klaiber + Heubach GmbH - Vorbildlicher Umbau 2026
Klaiber + Heubach, Tübingen
Das Wunschkonzert der Mitarbeiter
Den Umbau gibt es bei Klaiber + Heubach regelmäßig in einem kleinen und alle zehn Jahre in einem großen Format. Die letzte große Umgestaltung ist mit den Ideen des Teams und der Unterstützung von Jab Anstoetz besonders gut gelungen. So gut, dass der Heimtex Star 2026 in der Kategorie „Vorbildlicher Umbau“ an das traditionsreiche Raumausstatterunternehmen in Tübingen geht.
„Wir bauen regelmäßig alle drei bis vier Jahre um, und alle zehn Jahre machen wir den großen Rundumschlag“, schmunzelt Benjamin Groß, zusammen mit Andreas Schneider Inhaber und Geschäftsführer von Klaiber + Heubach. Was er damit meint: Beim kleinen Umbau nimmt man sich eine Abteilung vor und gestaltet sie komplett neu, mit neuen Böden, Möbeln und Wänden. Der Rundumschlag bedeutet, dass man dem gesamten Ladengeschäft einen neuen Look & Feel verpasst.
Etwas in die Jahre gekommen
Das war zuletzt 2010 der Fall. Damals wurde die als Lager genutzte Halle zum Laden umfunktioniert, um die Geschäftsbereiche neu auszurichten und das Angebot zu erweitern. Die Sortimente sollten damals hochwertig präsentiert werden, um dem selbstbewussten Anspruch zu genügen, der Experte für schönes Wohnen in Tübingen zu sein. Allerdings: Das Ganze ist mit der Zeit in die Jahre gekommen. „Es war nicht mehr alles so richtig up-to-date. Dann kam die Corona-Pandemie“, sagt Benjamin Groß und erinnert sich: „Wir haben herumgesponnen, denn wir hatten ja alle viel Zeit.“ So sei dann der Gedanke zum Umbau entstanden und immer weiter gewachsen.
„Allerdings ist uns beiden ziemlich schnell klar geworden, dass wir für die kreativen Aufgaben definitiv die Falschen sind. Aber wir haben hier ja viele kreative Köpfe im Unternehmen.“ Also haben sich die beiden Chefs mit ihren Mitarbeitern zusammengesetzt und gefragt, welche Ideen und Vorstellungen sie für einen Umbau hätten. „Das war quasi ein Wunschkonzert, ausgehend von einem weißen Blatt Papier“, lacht Benjamin Groß.
Von der Idee zum Ladenkonzept
Auch von Jab Anstoetz, einem wichtigen Partner und Lieferanten von Klaiber + Heubach, mit dem eng und vertrauensvoll zusammengearbeitet wird, kam Unterstützung. „Wir wussten, dass Jab auch Shop-Konzepte realisiert, aber es sollte unsere eigene Handschrift erkennbar sein. Und wir hatten ja schon viele Ideen zusammengetragen und brauchten jemanden, der sie in ein funktionierendes Ladenkonzept überführt und bei der Planung und Visualisierung hilft“, erklärt Groß. „Im Prinzip ist der komplette Umbau aus den Köpfen unserer Mitarbeiter entstanden, und wurde mit Hilfe der Shop-Architekten von Jab geplant.“ Der Anteil der beiden Inhaber beschränkte sich auf „das Abnicken der Kosten, das manchmal mit Bauchschmerzen verbunden war, und das Unterwegssein bei Kollegen und Lieferanten, um zu schauen, wie es andere machen.“
Blickfang im Eingangsbereich ist die große Teppichbibliothek. Dazu gibt es einen Vorgeschmack auf die Stoffabteilung.
Das Projekt nahm dann doch mehr Zeit in Anspruch als gedacht, bis es 2024 endlich Realität wurde. Dabei war das kein gutes Jahr für Klaiber + Heubach: Die Auslastung lag nur noch bei 100 statt bis zu 200 % während der Corona-Zeit und kurz danach. Große Bauvorhaben verschoben sich, zudem gab es einen hohen Krankenstand. Dennoch stemmte das Unternehmen den Umbau, auch weil viel in Eigenleistung erbracht werden konnte, „wir hatten ja einigen Leerlauf.“
Den eigenen Anspruch verwirklichen
Das alles ging mit einer gründlichen Kunden- und Raumanalyse einher, um Anspruch und Wirklichkeit im Ausstellungsraum deckungsgleich zu verwirklichen. Als traditionsreiches Haus ist Klaiber + Heubach vor allem in der Stadt und dem Landkreis Tübingen als erste Adresse bekannt, wenn es um die Raumausstattung geht. Eingelöst wird das im Claim „Ihr Experte für schönes Wohnen in Tübingen“ gegebene Versprechen mit allen Produkten, die ein klassischer Raumausstatter anbieten kann, und mit einem umfassenden Service, der als Rundum-sorglos-Paket verstanden wird.
Das war nicht immer so. In den Anfängen ein Großhändler für Tapeten und Bodenbeläge, wandelte sich das Unternehmen mit der Zeit zum Einzelhandel und Dienstleister. Der letzte große Umbau wurde genutzt, um das angestammte Kerngeschäft hauptsächlich mit Bodenbelägen langfristig abzusichern und mit dem Einstieg in den Stoffbereich ein neues Verkaufsfeld zu erschließen. Der Schwerpunkt liegt immer noch auf den Böden und ihrer Verlegung, sie machen rund 70 % des Umsatzes aus. 30 % werden hauptsächlich mit Sonnenschutz und Gardinen gemacht. Dieses Verhältnis soll sich künftig verschieben in Richtung 60 zu 40.
Benjamin Groß registriert eine wachsende Nachfrage bei Gardinen und sieht beim Sonnenschutz mehr Bedarf, den man künftig decken möchte. Für ihn ist der Bereich gut planbar, weil er sich gleichmäßig und ohne große Einbrüche entwickelt. Das Geschäft mit dem Boden sei fragiler und hänge stark von der allgemeinen Konsumstimmung ab, zumindest in dem Segment, das Klaiber + Heubach bedient. „Mit unserer Struktur können wir nicht nur den Hochwertbereich abdecken, wir brauchen auch die Flächen im Objekt. Dort machen wir kleinere und mittlere Objekte von 200 bis 2.000 ㎡. Wir sind aber keine großen Objekteure“, ordnet Benjamin Groß ein.
Großzügige Platzverhältnisse
Das Thema Bodenbeläge nimmt folglich nach dem Umbau immer noch den größten Raum ein. Blickfang beim Betreten der Ausstellung ist an der rechten Wand eine riesige Teppichbibliothek mit 1.000 Mustern, die fast bis unter die auf 5 m Raumhöhe abgehängte Hallendecke reicht. Ohne störende Zwischenwände und Raumteiler öffnet sich der Raum und bietet großzügigen Platz für die weiteren Segmente LVT, Parkett, Linoleum, Kork, Stoffe und Gardinen, Sonnenschutz, Akustikelemente und Tapeten. Für sie wurden im Raum jeweils eigene Zonen geschaffen, in denen die Muster und Kollektionen auf die verschiedensten Arten präsentiert werden. Das Mobiliar dazu, die Beratungstische, Regale, Schränke und Displays, geht auf eigene Entwürfe zurück. Es wurde nach den technischen Zeichnungen von Jab Anstoetz von dem Schreinerbetrieb hergestellt, mit dem Klaiber + Heubach zusammenarbeitet. Hinzu kommen Shop-Systeme von Jab Anstoetz und Bauwerk. Auch an eine Spielecke für Kinder wurde gedacht, damit sich die Eltern in Ruhe in der weitläufigen Ausstellung inspirieren oder einer der Lounge-Ecken beraten lassen können.
Gardinen gehören zum klassischen Angebot eines Raumausstatters. Sie werden im eigenen Nähstudio individuell gefertigt.
Die Neueröffnung nach dem Umbau wurde im Sommer 2024 mit einer zweitägigen Veranstaltung jeweils getrennt für Privatkunden und Architekten gefeiert. Die Resonanz und das Medienecho waren groß. Mit der Nachbereitung der vielen Kontakte sind Andreas Schneider und Benjamin Groß noch heute beschäftigt, denn auch dafür soll und muss sich der Aufwand selbstverständlich lohnen: bestehende Kundenbeziehungen zu pflegen und neue Geschäftskontakte anzubahnen.
Auch technisch gut aufgestellt
Inzwischen hat sich Klaiber + Heubach konsolidiert und auch weiter professionalisiert, gerade im Marketing und beim Recruiting von Mitarbeitern. „Da sind wir fast nur noch digital unterwegs“, sagt Andreas Schneider. „Als Partner der Decor-Union können wir auf verschiedene Agenturen zurückgreifen, mit denen wir Kampagnen umsetzen. Das funktioniert sehr gut“, ergänzt Benjamin Groß.
Auch das Thema Digitalisierung soll bei der Organisation und Prozesssteuerung vorangetrieben werden, um sich vom Wettbewerb abzuheben. Speziell von der Integration von KI verspricht sich Groß einiges: „Wir haben einen Chatbot auf unserer Homepage, damit können wir die Anfragen und Wünsche unserer Kunden – und denen, die es werden wollen – besser, weil gezielt bearbeiten. Außerdem können sie mit unserem Termintool rund um Uhr die Beratungstermine vereinbaren. Das ist ein klarer Vorteil.“ Eine Telefon-KI ist in Arbeit, die Kommunikation via Whats App soll zum Jahresbeginn 2026 starten. Die Schwaben sind also gut aufgestellt – mindestens bis zum nächsten Rundumschlag.

Vorbildlicher Umbau des Jahres 2026